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Inka



Die Inka waren ein südamerikanisches Indianervolk (indigene Völker Südamerikas) und beherrschten zwischen dem 13 und 16. Jahrhundert ein riesiges, gut durchorganisiertes Reich. Zur Zeit der größten Ausdehnung erstreckte sich ihr Einfluss vom heutigen Ecuador bis nach Chile und Argentinien, ein Gebiet das größer ist als die Entfernung vom Nordkap bis Sizilien. Das rituelle, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum war die Hauptstadt Cuzco im heutigen Peru.

Die Inka sprachen Quechua, verwendeten die Knotenschrift Quipu, die nur Ziffern ausdrückte, und die Tocapu-Schrift. Das Staatsgefüge war streng im Kollektiv organisiert. Der Adel und die Beamten hatten viele Privilegien, waren vom Feld- und Militärdienst befreit, durften mehrere Frauen haben und Schmuck tragen. Der jeweilige Herrscher wurde neben dem Sonnengott Inti, dem Schöpfergott Viracocha und der Erdgöttin Pachamama, als Gottheit verehrt.

Die Architekten, Straßen- und Brückenbauer leisteten großartige Arbeiten, was die 60 m lange Hängebrücke über den Río Apurimac, die 4000 km lange und 8 Meter breite Küstenstraße und die 5200 km lange und 6 m breite Andenstraße beeindruckend veranschaulichten. Auf ihnen waren Stafettenläufer unterwegs, die wichtige Nachrichten an einem Tag bis zu 400 km weiterleiten konnten. Das gesamte Straßennetz war ungefähr 40.000 km lang. Die Architekten errichteten Bauten aus zyklopischen Steinen, die sie verwinkelt fugenlos aneinander passten und die auch heute noch zum Teil erdbebensicher sind.

Zahlreiche Operationen an Schädel und Extremitäten zeugen davon, dass die Inkas medizinisch weit fortgeschritten waren. Werkzeuge und Waffen wurden aus Kupfer und Bronze hergestellt. Sie beherrschten die Webkunst und stellten Kleidung aus feiner Vicuna- und Alpakawolle her. Die gefundenen keramischen Gegenstände weisen einfache farbenfrohe Muster auf und besitzen nicht die Verspieltheit früherer Kulturen. Sie spielten auf der Okarina, ein Blasinstrument aus Ton bei ihren Feierlichkeiten und Festen.

Auf den hochgelegenen Terassen wurden Mais, Kartoffeln, Kürbis, Tomaten, Erdnüsse, Paprika und Kakao angebaut. Als Haustiere hielten sie Lamas, Enten, Alpakas, Hunde und das Meerschweinchen.

Table of contents
1 Geschichte
2 Verwaltung und Technologie
3 Liste der Inka
4 Siehe auch
5 Weblinks

Geschichte

Entstehung

Über die Entstehung der Inkas gibt es mehrere verschiedene Legenden. Die bekannteste ist die vom Chronisten Garcilaso de la Vega. Ihr zufolge soll der erste Inka Manco Cápac, der Sohn der Sonne, und seine Schwester Oqllo, vom Sonnengott Inti auf die Erde gesandt worden sein, um die Welt zu verbessern. Auf der Sonneninsel im Titicacasee erreichten sie die Erde. Der Sonnengott gab ihnen einen goldenen Stab mit; wo es ihnen gelang den Stab mit einem Schlag in die Erde zu treiben, sollten sie ihren Wohnsitz gründen. Nach langem Herumirren fanden sie eine Stelle und gründeten darauf um das Jahr 1200 die Stadt Cuzco.

Der Überlieferung nach hatte das Inkareich 13 Herrscher. Die ersten 8 sind halb geschichtliche, halb mythologische Gestalten. Die letzten 5 Inkas sind geschichtlich erwiesen.

Aufstieg und Expansion

Die ersten spanischen Chronisten zeichneten bei ihrer Ankunft in Cuzco die mündlichen Überlieferungen der Inka auf. Diese Aufzeichnungen sind geschichtlich nicht erwiesen, ergeben aber ein Bild, wie die Inka durch Eroberungen und taktische Maßnahmen zu einem dominaten Volk in Südamerika aufgestiegen sind.

Als die Inka in dem Raum Cuzco eintrafen, lebten hier noch verschiedene andere Stämme, unter anderem die Gualla und die Sauasera. Die Gualla wurden von dem relativ kleinen Volk der Inka angegriffen und allesamt getötet. Daraufhin schlossen sich die Sauasera mit einem anderen Stamm zusammen und versuchten sich gegen die Eindringlinge zu wehren. Die Inka besiegten auch diesen Stammesverbund und machten sich daran, die übrigen Stämme zu unterwerfen. Durch die Besetzung der Bewässerungssysteme der Alcabiza und der Tributverpflichtung, die sie den Culunchima auferlegten, hatten sie das Gebiet zwischen den beiden Flüssen Huatanay und Tullumayo unter ihre Kontrolle gebracht.

Bei den Eroberungen spielte das Kultobjekt Inti eine große Rolle. Es wurde in einem Kasten aus Stroh aufbewahrt und als Heiligtum verehrt. Die Nachfahren des ersten Inka Manco Cápac wagten nicht den Kasten zu öffnen. Erst der vierte Inka Mayta Cápac brachte den Mut dafür auf. In der Legende heißt es, das heilige Objekt Inti habe sprechen können und Ratschläge für die Eroberungen gegeben. Der fünfte Inka Cápac Yupanqui führte erstmals Feldzüge gegen weiter entfernte Völker. Ab diesem Zeitpunkt gewannen die Inka regionale Bedeutung.

Die Ayarmaca, einer der wichtigsten Stämme in der Umgebung, wurde durch die Heirat der Tochter des Herrschers Tocay Cápac und Cápac Yupanqui gewonnen. Mit dieser Verbindung erfolgte auch ein militärischer Zusammenschluss. Der sechste Inka Inca Roca heiratete die Tochter des Herrschers der Guayllacan und aus dieser Verbindung ging der siebente Inka Yahuar Huacac hervor. Zu dieser Zeit wandelte sich das Verhältnis zu den Ayarmaca. Bis dahin waren die beiden Völker gleichberechtigt. Durch die zunehmende Dominanz der Inka kam es zu Konflikten. Der achte Inka Viracocha Inca besiegte schließlich seinen Rivalen Tocay Cápac und unterwarf das Volk der Ayarmaca.

Mit dem Volk der Quechua hatten die Inka gute wirtschaftliche Beziehungen, das durch Heirat von Viracocha Inca und der Tochter des Häuptlings noch gestärkt wurde. Deren Feinde, die Chanca, stellten auch für die Inka und Cuzco eine Bedrohung dar. Der Sohn Viracochas, Yupanqui, suchte Verbündete gegen die Chanca und fand sie in den beiden Stämmen Cana und Canchi. 1438 wurde Cuzco von den Chanca belagert. Trotz der zahlenmäßigen Überlegenheit gelang es ihnen nicht die Stadt einzunehmen. Schließlich wurden sie von Yupanqui besiegt. Yupanqui wurde noch im selben Jahr der neunte Inka und nahm den Namen Pachacútec an. Ab diesem Zeitpunkt gibt es genaue geschichtliche Aufzeichnungen.

Blütezeit des Inkareiches

Während der Regierungszeit Pachacútecs von 1438 bis 1471 erweiterte er das Inkagebiet in den Zentralanden vom Titicacasee bis nach Junin. Das Reich wurde nach den vier Himmelsrichtungen aufgeteilt (auf Quechua Tahuantinsuyo, tahua - vier, antar - Provinz, suyo - Land), seine Flagge war die Regenbogenfahne und Cuzco entwickelte sich zum rituellen, wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum.

Pachacútec ließ in der Umgebung landwirtschaftliche Terassen zum Anbau von Mais errichten, um damit die Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten. Kanäle zu den Flüssen Río Sapphi und Río Tullumayo, die durch die gesamte Stadt führten, versorgten die Einwohner mit frischem Wasser und hielten die Stadt sauber.

Túpac Yupanqui übernahm 1471 als 10. Inka die Herrschaft des Reiches von seinem Vater. Unter seiner Führung errang das Inkareich die größte Ausdehnung. Durch Eroberungszüge konnte er das Gebiet zwischen Quito in Ecuador und Santiago in Chile dem Reich einverleiben. Hohe Würdenträger der unterlegenen Stämme wurden nach Cuzco berufen und mit wichtigen Verwaltungsfunktionen betraut. Dieser geschickte Schachzug sorgte nicht nur für innere Ruhe, sondern ließ Künstler, Denker und Wissenschaftler ansiedeln.

Huayna Cápac, der 11. Inka, übernahm 1493 das Reich. Er verlegte seinen Hauptsitz nach Quito, um den unsicheren Gebieten näher zu sein und bemühte um eine weitere Expansion. In seinen letzten Jahren erreichte ihn noch die Meldung von bärtigen weißen Männern. Noch vor seinem Tod entschied er sich, das Reich zwischen seinen beiden Söhnen aufzuteilen. Atahualpa erhielt die nördliche Region und residierte in Cajamarca, während Huascar den südlichen Teil mit Cuzco als Regierungssitz erhielt. 1527 erlag er einer Seuche. Die Zweiteilung des Reiches führte zu schweren Auseinandersetzungen zwischen den beiden Brüdern. Obwohl Huascar von den Inkas geschätzt wurde, unterlagen seine Leute den kampferprobten Truppen aus dem nördlichen Territorium im Jahr 1532. Huascar wurde dabei gefangen genommen und hingerichtet. Atahualpa war damit der unumschränkte Herrscher über das gesamte Inkareich.

Untergang

Im April 1532 landete Francisco Pizarro an der peruanischen Küste. Bereits einige Jahre davor wurden die Inka von neuartigen Krankheiten (Pocken und Masern) heimgesucht, die sich über Mittelamerika nach Süden ausbreiteten und tödlich verliefen. Pizarro fand kein starkes Reich vor, sondern einen Staat, der in einem Nachfolgekrieg zwischen den Brüdern Atahualpa und Huscar verstrickt war. Dieser Bürgerkrieg erschütterte die Grundfesten des Reiches und die Unzufriedenheit der unterworfenen Völker beschleunigte den Zusammenbruch.

Atahualpa unterschätzte die Gefahr durch die Ankunft der Spanier. Am 15. November 1532 wurden sie von Atahualpa freundlich empfangen. Die etwa 250 Gefährten Pizarros nutzten die Situation, nahmen Atahualpa gefangen und richteten an seinen 20.000 Kriegern ein Blutbad an. Die Angriffe der Spanier traf die Inka wie ein Schock. Sie kannten die Taktik des Hinterhaltes nicht. Den Waffen aus Stahl hatten sie mit ihren Rüstungen aus Leder und Baumwolle nichts entgegen zu setzen. Sie kannten keine Pferde, auf denen die Angreifer ritten. Für sie waren es monströse Geschöpfe aus einer anderen Welt. Meist versuchten sie ohne jegliche Verteidigung zu fliehen. Atahualpa wollte sich für ein Zimmer voller Gold und Silber freikaufen. Trotz der Erfüllung des Lösegeldes, das heute auf einen Wert zwischen 25 und 45 Millionen Euro geschätzt wird, wurde Atahualpa am 29. August 1533 durch Erdrosselung hingerichtet. Das führerlose Volk der Inka leistete keinen Widerstand mehr und die unterworfenen Stämme schlugen sich auf die Seite der Eroberer in der Hoffnung dadurch eine Unhabhängigkeit zu erreichen. Am 15. November 1533 erreichte Pizarro die Hauptstadt Cuzco, die ihm ohne nennenswerten Widerstand übergeben wurde.

Die letzten Inka leisteten unter Túpac Amaru von der Bergfestung Vilcabamba aus noch bis 1572 Widerstand. Der Legende nach soll sich der fliehende Inka-Adel anschließend in die verborgene Stadt Paititi zurückgezogen haben.

Verwaltung und Technologie

Die Erfolge der Inka durch die militärischen Fähigkeiten konnten zwar dieses riesige Reich schaffen, aber nicht auf längere Zeit aufrecht erhalten. Nur durch die perfekte Verwaltung des Landes und den Fähigkeiten, die Ressourcen nutzbringend einzusetzen, ließ sich das Reich stabilisieren. Darin sind die Inka vergleichbar mit den Ägyptern oder dem Römischen Reich. Sie verstanden es, die unterworfenen Völker richtig einzusetzen. Aus dem enormen Pool an Arbeitskräften entnahmen sie Soldaten für die Armee, Architekten und Steinmetze für den Bau von Straßen, Tempeln, Bewässerungskanälen und Terassen. Hohe Würdenträger aus den verschiedenen Stämmen siedelten sie um nach Cuzco und betrauten sie mit wichtigen Verwaltungsfunktionen. Die besten Handwerker des Reiches beauftragten sie mit der Herstellung von wertvollen Textilien, von Kunstgegenständen, Ton- und Metallwaren. Dieser kluge Schachzug sorgte für Anerkennung bei den unterworfenen Stämmen, die sie auch auszunutzen verstanden.

Jeder hatte dem Reich zu dienen, auch der Herrscher selbst, um dessen Person sie einen rituellen Kult entwickelten. Er stammte vom Sohn der Sonne ab, dessen Vorfahren bis zur Sonne zurückverfolgt werden konnte.

Aus der Hauptstadt Cuzco, dem rituellen, wirtschaftlichen und politischem Zentrum, machten sie ein architektonisches Vorzeigeobjekt, die jeden Besucher zum Staunen bringen sollte. Stil und Bauweise setzte sich schnell überall im Reich durch. Dabei berücksichtigten sie bei den Bauten immer die Umgebung und versuchten sie miteinander zu kombinieren. Bestes Beispiel dafür ist Machu Picchu, dessen Planer die architektonischen Anforderungen mit der geographischen Umgebung verschmelzen ließ.

Die gewaltigen Bauten hatten nicht nur praktischen Wert, sondern dienten auch als sichtbare Demonstration der Macht und Herrlichkeit. Potentielle Feinde sollten damit beeindruckt werden. Zwei Straßen, die sich quer durch das gesamte Land zogen, bildeten das Rückgrat des Reiches. Die beiden Königsstraßen, eine von Cuzco nach Quito, die andere entlang der Pazifikküste, und ihre Querverbindungen, dienten zum Waren- und Nachschubtransport. Sie waren auch maßgebend für die Überbringung von wichtigen Nachrichten in kurzer Zeit.

Für die Versorgung des riesigen Reiches siedelten die Inka im ganzen Lande Bauern an und ließen an den entlegenen Stellen Bewässerungskanäle errichten. Damit machten sie brachliegende Wüsten und Hochtäler zu fruchtbaren Gegenden. Angebaut wurde zumeist Mais. Daraus erzeugte sie auch das für rituelle Zwecke verwendete Maisbier. An den Ufern des Titicacasees entwickelten sie ein Entwässerungssystem, das selbst Feuchtgebiete bebaubar machte und die Auswirkungen von Frostschäden minderte.

Liste der Inka

nach der Teilung des Inka-Reichs: nach der spanischen Eroberung:

Siehe auch

Inka-Pfad, Indigene Völker Südamerikas, Kristallschädel

Weblinks

 




     
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