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Impaktkrater



Ein Impaktkrater (Einschlagkrater) ist eine Senke oder Vertiefung auf der Oberfläche eines Planeten, Mondes oder ähnlichen Himmelskörpers, die durch Meteoriteneinschlag oder Kollision mit Asteroiden entsteht. Alle Himmelskörper des Sonnensystems mit fester Oberfläche besitzen solche Krater. Ein Beispiel dafür ist der Mond, dessen Oberfläche von Impaktkratern übersät ist. Auf der Erde, deren Oberfläche ständigen Veränderungsprozessen durch Erosion und geologische Aktivität unterworfen ist, lassen sich Impaktkrater nicht so leicht erkennen wie auf anderen Himmelskörpern.

Entstehung

Nicht alle Meteoriten verglühen oder zerplatzen in der Atmosphäre. Größere Objekte (Projektile) mit der Masse von einigen Tonnen werden vom Luftwiderstand kaum abgebremst. Sie erreichen mit Geschwindigkeiten von 10 bis 70 Kilometern pro Sekunde die Erdoberfläche (Target). Daher werden solche Einschläge als Hochgeschwindigkeitseinschläge bezeichnet. Beim Aufprall können sie bis zu einer Tiefe von 100 Metern in Gestein eindringen. Da die kinetische Energie dabei in Sekundenbruchteilen in thermische Energie umgewandelt wird, kommt es zu einer Explosion. Das umliegende Material wird dadurch weggesprengt und es entsteht eine kreisrunde Senke, an deren Rändern das ausgeworfene Material einen Wall bildet. Um den Krater herum findet sich ausgeworfenes Targetmaterial, die sogenannte Ejekta. Diese Ejekta kann Sekundärkrater um den primären Krater hervorrufen. Dringt ein Objekt mit sehr hoher Geschwindigkeit in die Oberfläche ein, kommt es zur Rückfederung des Materials, wodurch ein Zentralberg in der Kratermitte gebildet wird.

Bekannte Impaktkrater

Der wohl größte Impaktkrater der Welt, ist mit einem Durchmesser von etwa 250 km, das Sudbury-Basin in Ontario, Kanada; der Einschlag fand vor ca. 1,9 Mrd. Jahren statt.

In Schweden liegt der größte Meteoritenkrater Europas, der Siljan. Er ist vor etwa 360 Mio. Jahren entstanden und hat einen Durchmesser von 50 km.

Zwei Impaktkrater in Deutschland sind das Nördlinger Ries in Bayern und das 40 km entfernte Steinheimer Becken in Baden-Württemberg. Beide Krater besitzen einen Zentralberg. Man geht davon aus, dass die beiden Krater zur gleichen Zeit entstanden sind, vielleicht sogar durch das gleiche Ereignis (z.B. durch einen zerborstenen Asteroiden). Möglicherweise ist auch die Wipfelsfurt, ein von der Donau durchflossener und etwa 500 m grosser Talkessel bei Kelheim, ein zeitgleich mit dem Nördlinger Ries entstandener Impaktkrater.

Der Barringer-Krater in der Wüste von Arizona (USA), der aufgrund der geringen Erosion gut erhalten ist, ist ein typisches Beispiel für einen einfachen Krater ohne Zentralberg.

Der Chicxulub-Krater im Golf von Mexiko ist durch eine Theorie zum Dinosauriersterben bekannt geworden (siehe KT-Impakt). Nach dieser Theorie ist beim Einschlag durch die Explosion Gesteinsmaterial in die Atmosphäre geschleudert worden, die einen Klimawechsel und damit das Aussterben der Dinosaurier bewirkt haben soll.

Siehe auch: Impakt, Meteoriteneinschlag

Weblinks




     
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