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Igorlied



Das anonyme Igorlied (eigentl. russ Slovo o Polku Igoreve, "Ruhm/Sage/Lied des Heeres von Igor") ist ein mittelalterliches russisches Epos (Bylina).

Es behandelt den Feldzug des russischen Fürsten Igor Swjatoslawitsch von Nowgorod-Sewersk gegen die Polowzer, der missglückte und ihn in Gefangenschaft brachte, aus der er jedoch entkam. Das Igorlied beklagt die Uneinigkeit der Russen und das Fehlen eines zentralen Herrschers (dazu ein oft zitierter Auszug aus dem Igorlied: Es ist schwierig für den Kopf / ohne Schulter zu sein. / Aber es ist genauso ein Unglück / für den Körper ohne Kopf zu sein.).

Die Dichtung ist mit nur 218 Strophen nicht sehr umfangreich. Die einzige erhaltene Originalhandschrift verbrannte während Napoleons Invasion 1812 in Moskau. Im 19. Jahrhundert wurde das Werk vor allem in Osteuropa populär aber auch in Deutschland, wo es unter anderem von Rainer Maria Rilke übersetzt wurde. Alexander Borodins Oper Fürst Igor mit den berühmten Polowetzer Tänzen basiert auf dem Igorlied.

Die Echtheit des Igorliedes wurde früher von einigen Forschern angezweifelt.

Table of contents
1 Auszug aus dem Igorlied
2 Literatur
3 Weblinks
4 Siehe auch

Auszug aus dem Igorlied

Igor schaute hinauf zur hellen Sonne,
und sah all seine Krieger
eingehüllt in Dunkelheit.
Und Igor sprach zu seiner
Drushina:
"Brüder und Krieger!
Besser ist es in der Schlacht zu fallen,
als in Gefangenschaft zu darben.
Lasst uns unsere schnellen Pferde besteigen, Brüder!
Lasst uns den blauen Fluss Don sehen."

Und Igors Geist wurde von Eifer ergriffen.
Und die Begierde aus dem großen Fluss Don zu trinken
verbarg die bösen Omen vor ihm.
Und so sprach er:
"Ich möchte die Lanze an der Grenze der Polowzer brechen.
Ich möchte, oh meine Russen,
entweder mit euch Don-Wasser aus meinem Helm trinken,
oder dort meinen Kopf lassen."
Oh Bojan, Nachtigall von einst!
Wenn du vom Ruhme des russischen Feldzug singen würdest,
wie eine Nachtigall würdest du über den Baum der Weisheit fliegen,
dein Geist würde hoch über den Wolken fliegen
und vom Ruhm dieser Zeiten künden.
Du würdest auf dem Pfad von Trajan wandeln,
über die Ebenen und Berge.
Und der Enkel von Wolos
würde Igors Lied singen:
"Nicht ein Sturm ist es, der trieb
die Falken über die Ebenen.
Es ist ein Schwarm Wildenten,
der in Richtung des grossen Flusses Don zieht."

Oder du, Seher Bojan, Enkel des Wolos, würdest singen:
"Pferde grasen hinter dem Fluss Sula.
Ruhm widerhallt in der Stadt Kiew.
Fanfaren erschallen in der Stadt Nowgorod.
Banner wehen über der Stadt Putiwl."

Literatur

Weblinks

Siehe auch




     
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