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Identität



Dieser Artikel behandelt die Identität von Personen. Für den gleichnamigen Film, siehe bitte Identität (Film).

Die Identität (lat identitas Wesenseinheit) eines Menschen (oder einer Sache) ist die Summe der Merkmale, anhand derer wir uns (sie sich) von anderen unterscheiden. Diese Identität erlaubt eine eineindeutige Identifikation im physiologischen Sinne. Die psychologische Identität stellt jedoch keine wie auch immer geartete eindeutige Essenz oder ein unveränderliches Wesen dar. Im Gegenteil: Identität als psychologisches Konzept geht geradezu davon aus, dass sich ein Mensch mit etwas "identifiziert", also ein äußeres Merkmal einer bestehenden Gruppenidentität als sein eigenes Wesensmerkmal annimmt. In gewisser Hinsicht erscheint dies als notwendiger Prozess zur Heranbildunge einer eigenen Persönlichkeit, aber es bleibt stets ein Element der Fremdbestimmung und Zuschreibung. So hat vielleicht jemand, der gerne homosexuellen Sex praktiziert keine Lust, sich identitär als "lesbisch" oder "schwul" zu bezeichnen, wird jedoch dennoch von seiner Umgebung in diese Identität gedrängt.

Table of contents
1 Verändern der Identität
2 Verlust der Identität
3 Diebstahl der (elektronischen) Identität
4 Identität in der Mathematik
5 Identität im Recht
6 Bibliographie (Auswahl)

Verändern der Identität

Die Identität ist durch das Ändern ihrer Merkmale veränderbar: Ein bekanntes Beispiel dafür ist sicherlich eine Operation, bei welcher das Äußere (der Phänotyp) eines Menschen radikal verändert wird. Die Verbindung von einem neuen Namen und einem neuen Äußeren soll dafür sorgen, dass man nicht erkannt wird, also anonym bleibt. Im Internet möchten manche Menschen nur anonym surfen, weil dabei die Merkmale ihrer Identität verborgen bleiben und so von Werbefirmen nicht ausgenutzt werden können.

Verlust der Identität

In Gegensatz zu der gewollten Anonymität gibt es auch den ungewollten Verlust der Identität. Dieser liegt dann vor, wenn ein Individuum oder eine Sache keine Alleinstellungsmerkmale mehr besitzt oder sich zumindest subjektiv nicht mehr daran erinnern kann. Für Menschen ist ein Identitätsverlust psychisch ein großes Problem, denn sämtliche Gruppenzugehörigkeiten (Familie, Volk, Kollegen ...) sind damit verloren. Die Person identifiziert sich nicht mehr mit diesen Gruppen und wird so physisch und psychisch isoliert. Im Feminismus und anderen Strömungen wird der Ausbruch aus einer festgelegten Identität allerdings auch positiv bewertet: weibliche Identität wird nicht mehr als Ideal empfunden, sondern als fremdbestimmtes Set von Verhaltensmustern, Stereotypen und Erwartungen. Männlichkeit oder "nationale Identität" erscheinen ähnlich problematisch. Identität als Identifikation mit einer Gruppe ist eben oftmals auch eine Integration durch Zwang, der Ausbruch aus der identitären Festlegung ein Akt der Emanzipation. Ziel dieser Emanzipation ist nicht die Isolation, wohl aber die Sprengung von fremdbstimmten Identitäten - hier bewusst im Plural, denn ein Individuum verkörpert stets mehrerere sich überschneidende Identitäten: als Mann, als Europäer, als Intellektueller... etc.

Diebstahl der (elektronischen) Identität

Besonders in den USA wird "Identitätsklau" immer mehr zu einem Problem. In Zeiten, wo man seine Nachbarn nur über die E-Mail-Adresse identifiziert, grassiert der Diebstahl derartiger Merkmale, wozu auch Kreditkartennummern und besonders die Sozialversicherungsnummer gehören. An manchen US-Universitäten wurden bereits Clearing-Stellen für Identitätsklau eingerichtet.

siehe auch: Person, Selbstbild, Soziale Identität, Phishing

Identität in der Mathematik

Stichworte sind: Gleichheit; Unterschied von (semantischer ) Gleichheit und (syntaktischer) Identität logischer Formeln; Identische Funktion. Identitäten werden oft notiert mit einem Gleichheitszeichen, dass nicht aus zwei, sondern drei Strichen besteht ().

Identität im Recht

Im Kontext des Rechts bezeichnet Identität die Übereinstimmung der personenbezogenen Daten mit einer natürlichen Person. Diese Identität kann formal durch deine rechtsverbindliche Identitätsfeststellung bestimmt werden. Der rechtswidrige Missbrauch der persönlichen Daten einer natürlichen Person wird als Identitätsdiebstahl bezeichnet.

Bibliographie (Auswahl)

Dülmen, Richard van (Hrsg.) (2001). Entdeckung des Ich: Die Geschichte der Individualisierung vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Köln: Böhlau.

Gurjewitsch, Aaron J. (1994). Das Individuum im europäischen Mittelalter. München: C. H. Beck.

Belletristik

Kundera, Milan (1998). Die Identität. München, Wien: Carl Hanser.




     
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