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Herpes



Unter Herpes versteht man umgangssprachlich eine Gruppe von Viruserkrankungen, deren Erreger genetisch verwandt sind und zur Familie der Herpesviren gehören.

Herpesviren sind bei Wirbeltieren und beim Menschen weit verbreitet. Sie verbleiben nach der Erstinfektion latent im Körper des befallenen Organismus vorhanden. Sie können unter bestimmten Bedingungen reaktiviert werden.

Table of contents
1 Herpesviren
2 Erkrankungen
3 Medikamente
4 Weblinks

Herpesviren

Bei den Herpesviridae oder Herpesviren handelt es sich um doppelsträngige Viren von kubischer Form, die von einer Hüllmembran umgeben sind. Alle Herpesviren gehören zur Gruppe der DNA-Viren, d.h., sie tragen die Information zu ihrer Vervielfältigung in Form von DNA in sich, im Gegensatz zu den meisten anderen Viren, die diese Information in Form von RNA in sich tragen.

Herpesviren gibt es auch bei einer großen Anzahl anderen Wirbeltiere (siehe hierzu z.B. die Übersicht der Uni Wien über Herpesviren).

Acht humanpathogene (den Menschen befallende) Arten sind bekannt, die auch als Humane Herpesviren (HHV) bezeichnet und von 1-8 durchnummeriert werden. Die einzelnen Arten sind jeweils Auslöser für spezifische Krankheiten (Erläuterungen zu den Krankheiten siehe weiter unten):

Alpha-Herpesviren replizieren schnell, haben ein breites Wirtsspektrum und überleben in den Ganglien des Wirtes dauerhaft

Beta-Herpesviren replizieren langsam, haben ein enges Wirtsspektrum und führen bei den infizierten Zellen zu starker Vergrößung (Cytomegalie) Gamma-Herpesviren haben sehr unterschiedliche Replikationszeiten und zeigen ein sehr enges Wirtsspektrum

Erkrankungen

Herpes simplex

Zu den Herpeserkrankungen werden im allgemeinen Sprachgebrauch nur die durch die Herpes-simplex-Viren HSV 1 und HSV 2 ausgelösten Erkrankungen gezählt, nämlich der Herpes simplex.

Herpes Simplex tritt mit zwei sichtbaren Unterformen auf:

  1. Herpes labialis, auch als Fieberbläschen bezeichnet, einer Herpesinfektion im Bereich der Lippen (meistens durch HSV1 ausgelöst).
  2. Herpes genitalis, eine Herpesinfektion im Bereich der Geschlechtsorgane, die zu den sexuell übertragbaren Erkrankungen gehört. (meistens durch HSV2 ausgelöst).

Ansteckung: Herpes-Simplex-Viren können übertragen werden durch: Kuss, Tröpfcheninfektion, Benutzung von unsauberen Gläsern, Sexualkontakt. Bei Herpes-simplex-Befall ist keine Heilung möglich!

Beim Krankheitsverlauf wird zwischen der Erstinfektion und den Folgeinfektionen unterschieden:

Generalisierter Herpes simplex

Herpes-simplex-Viren können auch zu generalisiertem Herpes simplex führen. Bei Erwachsenen kann zum Beispiel eine Herpeshepatitis als Begleithepatitis bei Befall der Leber durch Herpes simplex (als viszeraler Herpes) auftreten.

Einen sehr gefährlichen generalisierten Herpes simplex stellt die Herpes-Sepsis des Neugeborenen dar, die während der Geburt übertragen wird. Hierbei kann die Übertragung sowohl von der mit Herpes simplex erkrankten Mutter ausgehen, als auch von anderen an der Geburt beteiligten erkrankten Personen.

Andere Herpeserkrankungen

Daneben gibt es noch andere Erkrankungen, die von Laien nicht mit Herpesviren in Zusammenhang gebracht werden, wie

Medikamente

Einige Herpesviren kann man mittlerweile mit
Virustatika behandeln. Der leichte, rezidivierende (=wiederkehrende) Lippenherpes wird mit Aciclovir Cremes (Zovirax) oder mit einem elektronischen Therapiegerät Herpifix behandelt. Die Gürtelrose wird zumeist mit Aciclovir Tabletten behandelt.

Mittlerweile gibt es weitere Virusmittel, die als Nukleosid-Analoga wirken.

Weblinks


Bitte beachten Sie auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen.




     
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