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Gustav II. Adolf von Schweden



Gustav II. Adolf (* 19. Dezember 1594 in Stockholm; † 16. November 1632 bei Lützen) war schwedischer König von 1611 bis 1632.

Gustav II. Adolf war der älteste Sohn von Karl IX von Schweden und dessen zweiter Frau Christine von Holstein-Gottorp. Am 25. November 1620 vermählte er sich mit Maria Eleonora von Brandenburg, die ihn zum Vater zweier Töchter machte:

Zudem war er Vater des unehelichen Sohnes Gustav (* 24. Mai 1616 - † 25. Oktober 1653), Graf von Wasaborg.

Der aus der Herrscherfamilie der Wasa stammende König bestieg 1611 den Thron Schwedens. Er führte erfolgreich Kriege gegen Dänemark, Russland und Polen, dehnte den schwedischen Herrschaftsbereich im Baltikum erheblich aus und griff 1630 in den Dreißigjährigen Krieg in Deutschland ein. Grund war das Vordringen der kaiserlich-habsburgischen Macht bis an die Ostsee, das er als Gefährdung der Stellung Schwedens ansah.

Das Eingreifen Gustavs II. Adolfs kam in einem Moment, als die Situation der deutschen Protestanten aufgrund der Niederlagen gegen die von Wallenstein geführten kaiserlichen Truppen hoffnungslos zu sein schien. Nach einigem Zögern auf Seiten der deutschen protestantischen Fürsten verbündete er sich mit Sachsen und Hessen-Kassel, besiegte die kaiserlich-katholische Armee - als deren Führer Wallenstein abgesetzt worden war - am 17. September 1631 in der ersten Schlacht bei Breitenfeld und drängte die Kaiserlichen bis nach Bayern zurück. Dem zurückberufenen Wallenstein gelang es, die Schweden und ihre Verbündeten zum Rückzug zu zwingen. Am 16. November 1632 kam es bei Lützen (Sachsen) zu einer verlustreichen Schlacht, in der die Schweden zwar am Ende das Feld behaupteten, Gustav II. Adolf aber bei einem Reiterangriff getötet wurde, den er trotz Warnungen persönlich geführt hatte. Sein nackter, ausgeraubter Leichnam wurde auf dem Schlachtfeld geborgen und in Stockholm beigesetzt. Den Krieg führte sein Kanzler Axel Oxenstierna weiter, da seine Tochter und Thronfolgerin Christine noch ein Kind war.

Von den deutschen Protestanten wurde Gustav II. Adolf als Vorkämpfer, Held und Retter des deutschen Protestantismus und „Löwe aus Mitternacht“ idealisiert. Sein Schlachtentod machte ihn quasi zum Märtyrer. Dieser Ruf hat ihm ein bleibendes, oft heroisch-romantisch eingefärbtes Andenken eingebracht, das sich literarisch z.B. in Conrad Ferdinand Meyers Roman „Gustav Adolfs Page“ niedergeschlagen hat. Zwar war der König ohne Zweifel tief religiös und von großem persönlichem Mut, gleichzeitig jedoch vor allem ein klarsichtiger Realpolitiker, dessen Hauptziel das „Dominium Maris Baltici“ (Herrschaft Schwedens über den Ostseeraum) und die Absicherung Schwedens als Großmacht im nordeuropäischen Raum war. Dabei hatte er auch keine Hemmungen, die Unterstützung des katholischen Frankreich anzunehmen, dass seine protestantischen Bürger selbst unterdrückte. Seine Vorstellungen für Deutschland sind unklar geblieben, wahrscheinlich strebte er ein dem Kaiser entgegengesetztes Bündnis der Protestanten unter schwedischem Protektorat an. Durch seinen frühen Tod sind wesentliche Veränderungen der Reichsverfassung jedoch ausgeblieben.

Von größter Bedeutung war König Gustav II. Adolf für Schweden. Er gilt als bedeutendste Herrschergestalt dieses Landes und Begründer seiner Großmachtstellung, die bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts andauerte. Er organisierte und reformierte Verwaltung, Steuerwesen und Rechtswesen, machte das schwedische Schulwesen zu einem der besten Europas und brachte Gewerbe und Handel zum Aufblühen. Epochemachend war der König auf dem Gebiet des Militärwesens; seine Veränderungen machten die schwedische Armee zur schlagkräftigsten Europas; ebenso schuf er eine mächtige Kriegsflotte. Für diese legt bis heute das kurz nach dem Stapellauf gesunkene, in den 1950er Jahren gehobene und heute in Stockholm ausgestellte Flaggschiff, die Wasa, eindrücklich Zeugnis ab.

Vorgänger:
Karl IX
Liste der schwedischen Könige Nachfolger:
Christina I

Literatur:




     
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