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Gruppentheorie-Glossar



Dieses Glossar zur Gruppentheorie soll dem schnellen Nachschlagen dienen.

Zu diesem Zweck

Eine thematisch geordnete Liste der meisten Artikel zur Gruppentheorie ist die Liste gruppentheoretischer Artikel.

In diesem Artikel verwenden wir folgende Bezeichnungen:


abelsch: heißt eine Gruppe (G,*), wenn die Verknüpfung * kommutativ ist, also g*h=h*g für alle g,hG. Benannt nach Niels Henrik Abel.

allgemeine lineare Gruppe GL(n,F) vom Grad n über einem Körper F: Menge aller invertierbaren n×n-Matrizen mit Koeffizienten aus F und mit der Matrixmultiplikation als Gruppenverknüpfung.

alternierende Gruppe Altn oder An: Menge aller geraden Permutationen einer Menge von n Elementen; für n>2 eine nicht-triviale Untergruppe der symmetrischen Gruppe.

Darstellung einer Gruppe vom Grad n: ein Homomorphismus von einer Gruppe auf eine allgemeine lineare Gruppe GL(n,..) mit der Absicht, eine "abstrakte" Gruppe durch invertierbare Matrizen darzustellen. Die Darstellungstheorie ist ein umfangreiches Unterkapitel der Gruppentheorie.

direktes Produkt beziehungsweise direkte Summe (bei additiver Verknüpfung) zweier Gruppen G und H: eine Gruppe, deren Elemente Paare (g,h) mit gG und hH sind.

einfach: heißt eine Gruppe, die nur {e} und sich selbst als Normalteiler enthält. Jede endliche Gruppe ist aus einfachen Gruppen zusammengesetzt. Die einfachen Gruppen sind abschließend klassifiziert.

Einselement: das neutrale Element in einer Gruppe mit multiplikativ aufgefasster Verknüpfung.

endlich: heißt eine Gruppe, wenn sie endlich viele Elemente enthält.

Faktorgruppe (auch: Quotientengruppe, Restklassengruppe): für eine Gruppe G und einen Normalteiler N von G ist die Faktorgruppe G/N die Menge der Links-Nebengruppen {aN: aG} mit der Verknüpfung aN*bN=abN. Der Zusammenhang von Normalteilern, Homomorphismen und Faktorgruppen ist im Homomorphiesatz zusammengefasst.

Grad einer Darstellung: Grad der allgemeinen linearen Gruppe, in die eine Darstellung abbildet.

Grad einer linearen Gruppe: die Zahl der Spalten oder Zeilen der quadratischen Matrizen, aus denen diese Gruppe besteht. Siehe allgemeine lineare Gruppe.

Gruppen-Homomorphismus: siehe Homomorphismus von Gruppen.

Gruppen-Isomorphismus: siehe Isomorphismus von Gruppen.

Homomorphiesatz: verknüpft das Bild eines Gruppen-Homomorphismus mit der Faktorgruppe nach seinem Kern.

Homomorphismus von Gruppen: eine Abbildung f: (G,*) → (H,×), die die Verknüpfungstafel erhält: f(a * b) = f(a) × f(b) für alle a und b aus G.

isomorph: heißen Gruppen, die durch einen Isomorphismus aufeinander abgebildet werden können. Isomorphe Gruppen können als bis auf die Benennung ihrer Elemente identisch angesehen werden. Eine Hauptaufgabe der Gruppentheorie ist die Klassifikation von Gruppen "bis auf Isomorphismen".

Isomorphismus von Gruppen: bijektiver (umkehrbarer) Homomorphismus.

Kern eines Gruppen-Homomorphismus: die Teilmenge der Ausgangsgruppe, die auf das neutrale Element der Zielgruppe abgebildet wird. Jeder Normalteiler ist Kern eines Gruppen-Isomorphismus und umgekehrt.

Kleinsche Vierergruppe V: die kleinste nicht-zyklische Gruppe; hat die Ordnung 4.

Lie-Gruppe: eine Gruppe, die zugleich eine analytische reelle oder komplexe Mannigfaltigkeit ist, und deren Verknüpfung (nebst Umkehrfunktion) eine analytische Funktion ist.

Links-Nebenklasse zu einem Gruppenelement gG und einer Untergruppe U von G: die Menge g*U, also die Menge aller nG, die sich als n=g*u mit uU schreiben lassen. Eine Links-Nebenklasse, die zugleich Rechts-Nebenklasse ist, ist Normalteiler.

Monstergruppe: die größte sporadische Gruppe.

Nebenklasse: siehe Rechts-Nebenklasse oder Links-Nebenklasse.

Normalteiler: heißt eine Untergruppe N von G, wenn für alle nN und alle gG das "konjugierte" Element g-1ng in N liegt. Ein Normalteiler ist zugleich Rechts- und Links-Nebenklasse.

Nullelement: das neutrale Element in einer Gruppe mit additiv aufgefasster Verknüpfung.

Orbit eines Elements x einer Menge X unter der Wirkung einer Gruppe G: die Menge aller gx mit gG.

Ordnung einer endlichen Gruppe: die Anzahl ihrer Elemente.

Ordnung eines Elements g einer Gruppe G: sofern existent, die kleinste Zahl mN+ für die gm = e. Die Ordnung einer endlichen Gruppe ist durch die Ordnung jeden Elements teilbar.

p-Gruppe: eine zyklische Gruppe über einer Primzahl p.

Permutationsgruppe: soviel wie symmetrische Gruppe - oder auch Untergruppe davon, also alternierende Gruppe.

Punktgruppe: Symmetriegruppe eines Körpers, insbesondere eines Moleküls, auch in einem Kristall.

Quotientengruppe: siehe unter der üblicheren Bezeichnung Faktorgruppe.

Raumgruppe: Symmetriegruppe eines Kristalls.

Restklassengruppe: siehe unter der vielleicht üblicheren Bezeichnung Faktorgruppe.

spezielle lineare Gruppe SL(n,F) vom Grad n über einem Körper F: Menge aller invertierbaren n×n-Matrizen mit der Determinante 1; Untergruppe der allgemeinen linearen Gruppe.

spezielle orthogonale Gruppe SO(n,F) vom Grad n über einem Körper F: Menge aller ortogonalen n×n-Matrizen mit der Determinante 1; Untergruppe der speziellen linearen Gruppe und der orthogonalen Gruppe.

sporadisch: heißen die 26 endlichen einfachen Gruppen, die sich keiner der 18 Familien endlicher einfacher Gruppen zuordnen lassen.

symmetrische Gruppe Symn oder Sn: besteht aus allen Permutationen einer Menge mit n Elementen, Gruppenverknüpfung ist die Verkettung der Permutationen.

symplektische Gruppe Sp(n,F) vom Grad 2n über einem Körper F: Gruppe der 2n×2n symplektischen Matrizen.

treue Darstellung: nicht nur ein Homo-, sondern ein Isomorphismus einer Gruppe auf die allgemeine lineare Gruppe. Siehe Darstellungstheorie.

Untergruppe: heißt eine Teilmenge H einer Gruppe (G,*), wenn (H,*) auch eine Gruppe, also bezüglich * abgeschlossen ist.

zyklisch: heißt eine Gruppe G, die von genau einem Element p erzeugt wird: alle Elemente von G sind Potenzen von p. Jede endliche Abelsche Gruppe ist das direkte Produkt von zyklischen Gruppen über Primzahlen.




     
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