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Grobschnitt



Dieser Artikel beschreibt die Band Grobschnitt. Es gibt auch Grobschnitt (Tabak)
Grobschnitt war eine deutsche Rockband 1970 - 1989.

Die Band gründete sich 1970 in Hagen in Westfalen. Namensgeber für die Gruppe war die Kapelle Grobschnitt, die sich im ersten Weltkrieg aus Soldaten mit selbst gebastelten Musikinstrumenten gebildet hat. Die meisten der Musiker und Roadies von Grobschnitt gaben sich witzig klingende Künstlernamen, unter denen sie bei Ihren Fans auch bekannt wurden. So nannten sich die Gründungsmitglieder Eroc (Schlagzeug), Felix (ebenfalls Schlagzeug), Lupo (Solo-Gitarre), Wildschwein (Rhythmus-Gitarre, Gesang, Saxophon), Bär (Bass), Quecksilber (Tasteninstrumente), Tony Moff Mollo (Gesang und Lichtanlage).

Table of contents
1 Musik und Auftritte der Band
2 Die Bandmitglieder
3 Grobschnitt in den Medien
4 Weitere Aspekte zur Geschichte von Grobschnitt
5 Diskographie
6 Weblinks

Musik und Auftritte der Band

Die Band Grobschnitt galt für ihre Zeit als eine sehr innovative Gruppe, die mit einer Mischung aus Theater, optischen Effekten, fröhlichem Klamauk und überaus langen musikalischen Improvisationen ihre vielstündigen Bühnenshows darbrachte. Die längste dieser ununterbrochenen Improvisationen konnte über eine Stunde dauern und trug den Titel "Solar Music" oder auch "Powerplay". Die Liedtexte der Band waren zunächst auf englisch, später kamen dann verstärkt deutschsprachige Texte hinzu. In beiden Fällen engagierte sich die Band für gesellschaftlich umstrittene Themen wie beispielsweise für die Friedensbewegung, Fortschritts- und Technikgläubigkeit oder den Protest gegen den Ausbau der Atomenergie. Ein ganz typisches Beispiel für dieses Engagement ist der Text von "Vater Schmidt's Wandertag" [1]. Andererseits konnte die Band auch musikalische Märchen erzählen, wie das beim Konzeptalbum mit dem Namen "Rockpommel's Land" [1] der Fall war. Die Band hatte ihre treuesten Fans im deutschsprachigen Bereich,obwohl das Album "Rockpommel's Land" auch im englischsprachigen Raum in Kanada erschien und dort beachtliche Verkaufszahlen erreichte. Ein in der deutschen Musikszene absolutes Novum bedeutete das Erscheinen des Albums Jumbo im Jahre 1975, das zunächst mit englischen Texten und ein Jahr später nochmals auf Deutsch herauskam.

Soundbeispiel (Ausschnitt aus Solar Music Live) von Eroc's Homepage, 1.4 MB groß

Ein weiteres Kennzeichen der musikalischen Tätigkeit von Grobschnitt war die Anzahl und Orte ihrer Auftritte. Sie waren eine der ersten deutschen Bands, die buchstäblich im kleinsten Dorf auftrat. Das dafür notwendige Equipment wurde von Jahr zu Jahr umfangreicher, bis schließlich mehrere LKWs für dessen Transport notwendig wurden.
Wegweisend waren die pyrotechnischen Anteile der Bühnenshow. Obwohl Grobschnitt als deutsche Erfinder dieser Auftrittsform galt und es zunächst keinerlei Erfahrung damit gab, kam es niemals zu einem ernst zu nehmenden Unfall beim Abrennen des Feuerwerkes in den Auftrittsstätten.

1989 löste sich die Band nach 19 Jahren mit ihrer Last Party Tour auf. Die Ursache für die Trennung lag nicht in musikalischen oder persönlichen Differenzen zwischen den einzelnen Musikern, sondern im Wunsch der Mitglieder, nach teilweise 19 Jahren der gemeinschaftlichen musikalischen Tätigkeit eigene persönliche Wege gehen zu können.

Die Bandmitglieder

Im Laufe der Jahre wechselten die Mitglieder von Grobschnitt häufiger:

1970-1972 Eroc (d), Felix (d), Lupo (lg), Wildschwein (rg, voc, sax), Bär (b), Quecksilber (k), Tony Moff Mollo (voc, light)
1972-1974 Eroc (d), Lupo (lg), Wildschwein (rg, voc, sax), Mist (k), Bär (b), Tony Moff Mollo (voc, light)
1974-1980 Eroc (d), Lupo (lg), Wildschwein (rg, voc, sax), Mist (k), Popo (b), Tony Moff Mollo (voc, light)
1980-1982 Eroc (d), Lupo (lg), Wildschwein (rg, voc, sax), Mist (k), Milla Kapolke (b), Tony Moff Mollo (voc, light)
1982-1983 Eroc (d), Lupo (lg), Wildschwein (rg, voc, sax), Cramer (k), Milla Kapolke (b), Tony Moff Mollo (voc, light)
1983-1985 P. Jureit (d), Lupo (lg), Wildschwein (rg, voc, sax), J. Cramer (k), Milla Kapolke (b), Tony Moff Mollo (voc, light)
1985-1988 Admiral Top Sahne (d), Lupo (lg), Wildschwein (rg, voc, sax), Tarzan (k), Milla Kapolke (b), Tony Moff Mollo (voc, light)
1988-1989 Admiral Top Sahne (d), Lupo (lg), Wildschwein (rg, voc, sax), Sugar (k), Commodore Stulle (b), Tony Moff Mollo (voc, light)

(Erläuterung der Abkürzungen für die Musikinstrumente: b ==> Bass-Gitarre, dr ==> Schlagzeug, k ==> Tasteninstrumente,
lg ==> Solo-Gitarre, rg ==> Rhythmus-Gitarre, voc ==> Gesang, sax ==> Saxofon, light ==> Lichtanlage)

Ausserdem traten auch die Roadies der Band als Schauspieler auf. Die bekanntesten waren McPorneaux, Ballermann, Detlev Rohr, Geheimrat Günstig, El Blindo.

Bestimmend für den Werdegang der Band war trotz der Wechsel einzelner Mitglieder der Zusammenhalt. Bis zum Ende der aktiven Zeit der Gruppe waren von den Gründungsmitgliedern Gerd Otto Kühn (Lupo), Stefan Danielak (Willi Wildschwein) und Rainer Loskand (Toni Moff Mollo) dabei. Mit Jochim H. Ehrig (Eroc) und Volker Kahrs (Mist) waren zwei weitere tonangebende Leute mehr als zehn Jahre lang bei Grobschnitt.

Grobschnitt in den Medien

Die Beachtung durch die Medien war in der ersten Zeit relativ gering. Die Ursachen dafür waren vielfältig: Zum einen konnten die damaligen Medien wie Radio und Fernsehen mit dem ungewöhnlichen Live-Konzept der Gruppe nichts Konkretes anfangen. Weiterhin kam es zu Missverständnissen mit den Moderatoren von Live-Auftritten im Radio, die das musikalische Konzept von Grobschnitt nicht in ihre Sendungen einbauen konnten. Ab Anfang der achtziger Jahre änderte sich dann die Situation. Populäre Fernsehmagazine zum Thema Musik wie Rockpalast, Aspekte, Musikladen und andere kamen auf die Gruppe zu. Außerdem hatte die Band einige Auftritte im Radio, beispielsweise beim WDR zwischen 1975 und 1980 in der "Radiothek". Bei diesen Auftritten kam die Band bis zu zweimal jährlich jeweils für über eine Stunde zu Wort und spielte dabei akustische Teile der eigenen Liveshow aus der für die Band typischen Mischung aus Musik, Spaß und Sprachkomik.

Weitere Aspekte zur Geschichte von Grobschnitt

Einer der musikalischen Köpfe der Band war Joachim H. Ehrig mit dem Spitznamen Eroc. Parallel zu seiner Tätigkeit als Schlagzeuger, Stimmakrobat und elektronischer Tüftler bei Grobschnitt brachte er mehrere Soloalben heraus. Auf der LP Eroc 3 (1979) findet sich das Stück Wolkenreise, das sich zu einem Superhit entwickelte und auch heute noch gerne im Radio gespielt wird. Eroc verließ bereits 1983 die Band, um sich ausschließlich seinen Soloproduktionen zu widmen. Er betreibt heute in der Nähe von Hagen ein Studio zur Restaurierung und zur Digitalisierung von analog aufgenommenen Musiktiteln. Nach der endgültigen Auflösung von Grobschnitt ist Eroc als Herausgeber für die weiteren Produktionen der Band aus ihrer aktiven Zeit verantwortlich.

Diskographie

Weblinks

Die Website eines Grobschnitt-Fans
Die Homepage von Eroc
Die Zentrale der Fans von Grobschnitt
Romix: eine Berliner Band, die heute die alten Grobschnitt-Lieder spielt


Beurteilung:

Exzellenter Artikel




     
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