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Gott



Unter Gott versteht man entweder allgemein ein (meist) unsterbliches, übernatürliches und mit großer Macht ausgestattetes Wesen (im Polytheismus), oder im besonderen ein einziges höchstes personales Wesen (im Monotheismus), das zugleich als der unendliche Grund allen Seins verstanden wird.

Der gemeinschaftliche Glaube an die Existenz eines oder mehrerer Götter wird als Religion bezeichnet. Davon unterscheiden sich die Verneinung der Existenz eines Gottes (Atheismus, Brights) und die Unentschiedenheit bezüglich dieser Frage (Agnostizismus).

Die polytheistische Vorstellung von Göttern manifestierte sich u.a. in den Mythologien der Antike und prägt bis heute schamanistische oder Naturreligionen in Afrika und Asien, etwa den japanischen Shintoismus. Der Monotheismus, der sich zuerst im Judentum ausgebildet hat, wird vor allem von den relativ jungen Religionen wie Christentum und Islam repräsentiert.

Verschiedene Formen monotheistischer Gottesvorstellungen sind:

Historisch fand in vielen Kulturkreisen eine Entwicklung vom Polytheismus zum Monotheismus statt. Im Abendland erfolgte im Zuge der Aufklärung eine weitgehende Säkularisierung, eine Trennung von Staat und Kirche. Religion und Gottesglaube werden seither als Privatsache gesehen. Im 19. Jahrhundert formulierte Ludwig Feuerbach in Umkehrung des biblischen Schöpfungsberichts die These, der Mensch habe Gott nach seinem Bilde geschaffen. Friedrich Nietzsche lehnte schließlich jede Gottesvorstellung ab mit dem Ausspruch "Gott ist tot".

Table of contents
1 Vorstellungen im Juden- und Christentum
2 Sprachwissenschaftliche Bedeutung
3 Wortverwendung im allgemeinen Sprachgebrauch
4 Zitate
5 Siehe auch:
6 Literatur
7 Weblinks

Vorstellungen im Juden- und Christentum

Das hebräische Wort „El“, das wahrscheinlich „mächtiger“, oder „starker“ bedeutet, wird in der Bibel neben dem Wort Jahwe in der Pluralform „Elohim“ in Bezug auf den Allmächtigen, und im Singular auf andere Götter und sogar auf Menschen gebraucht. Oftmals wird der Begriff jedoch für ein „höchstes Wesen“ verwendet.

„Theos“, das griechische Wort für Gott, entstammt wohl dem Verb „theo“, platzieren. „Theos“ ist demnach wörtlich ein Platzierer, ein Unterordner. Im Neuen Testament kommt es daher auf den Kontext an, um zu erkennen, wer damit gemeint ist. Jesus als Herrscher auf dem Thron wird Gott genannt (Heb. 1:8) und Paulus (Ap. 28:6), als durch ihn ein Wunder gewirkt wurde. Auch der eigene Körper kann ein Gott sein (Phil. 3:19). Jesus wird „einziggezeugter Gott“ (Joh. 1:18) genannt. Sein Vater ist aber der Gott aller (Eph. 4:6, 1. Kor. 8:4).

Dem jüdischen und christlichen Gott werden (wie auch dem Gott des Islam und der Baha'i) die Attribute Macht (Omnipotenz), Wissen (Allwissenheit), Güte, Ewigkeit, Unveränderlichkeit und Unendlichkeit zugeschrieben.

Der jüdische und christliche Gott trägt den Eigennamen Jahwe (bzw. Jehova), der - alter jüdischer Praxis folgend - auch in modernen Bibeln oft durch den Titel „HERR“ ersetzt ist. Außerdem werden einige weitere Namen und Namenszusätze für Jahwe verwendet. Unter anderem Zebaoth (auch Sabaoth, Herr der Heerschaaren).

Jesus Christus wird im Neuen Testament als „Sohn Gottes“ bezeichnet. Die Evangelien berichten, dass er diesen Titel auch für sich selbst beansprucht habe. Die christliche Reflexion führte zur Lehre von der Dreieinigkeit Gottes: Der eine Gott ist Gemeinschaft von Vater, Sohn und Heiligem Geist; der Sohn hat Menschenschicksal bis zum Tod am Kreuz geteilt (Menschwerdung Gottes) und nimmt durch den Geist alle, die unter der Macht des Todes stehen und ihm vertrauen, in die Gemeinschaft mit dem dreifaltigen Gott auf.

Kritische Sicht des jüdischen und christlichen Gottes

Solange es Religion gibt, gibt es kritische Äußerungen zu ihr. Die unterschiedlichen Philosophien und Glaubensarten, die sich mit der Kritik am jeweiligen Gottesbild auseinandersetzen, werden unter dem Begriff Religionskritik behandelt.

Im Lichte der Aufklärung lässt sich die "Natur Gottes" auch als die Glaubensbewegung erkennen, die ihn jeweils anbetet. Er ist insoweit die Manifestation des transzendenten (über die Wahrnehmung des Einzelnen und des Gegenwärtigen hinausreichenden) Wesens der „kulturellen Masse“ und ihres gemeinschaftlichen Sinngefüges (vergleiche: Gesetz; Weltbild; Sitte; Gruppengefühlsordnung; oftmals verbunden mit dem Anspruch auf Universalität und absoluter Wahrheit).

Aus der Sicht einiger Religionswissenschaftler und Atheisten steht das Verhalten Jahwehs teilweise im Gegensatz zu seinen Eigenschaften: Das Alte Testament berichtet von Situationen, in denen Gott Bruder- und Kindermord und in Kriegen sogar Völkermord angeordnet hat. Diese Kritik setzt selbst ein ethisches Gottesbild voraus.

In der Religionswissenschaft wird der Jahwe-Glaubens manchmal auf externe Quellen zurückgeführt: als Wurzeln bezeichnet werden u.a. Babylon (Inanna; heutiger Irak, die Heimat Abrahams), Ägypten (die Heimat des Mose), Persien (starker Dualismus Gott - Teufel, Ahura Mazda - Ahriman), phönizisch (El, Baal (hebr. ba-al zevuv „Herr der Fliegen“), und schließlich Kanaan (Fruchtbarkeitsgottheiten Aschera/Astarte/Ashtaroth und Dagon, sowie Moloch/Melech hebr. „Herr“, der Kinderopfer fordert). Konservative Theologen bestreiten eine solche Abhängigkeit. Das Alte Testament bezeugt eine kritische Auseinandersetzung mit und eine Absetzung von diesen Gottheiten.

Für Gläubige und Atheisten stellt sich die essentielle Frage, warum ein allmächtiger Gott Leiden und Unglück auf der Welt nicht verhindert. Dieses Theodizee-Problem beschäftigt seit Jahrhunderten die Theologen und gilt als ein Argument der Atheisten. (siehe Leibniz)

Wie auch gegen andere religiöse Phänomene oder allgemein den Glauben an übersinnliche Wesen oder Gegebenheiten, wird auch gegen den monotheistischen Gottesglauben religionskritisch eingewendet, es handele sich dabei um bloße Projektion.

Sprachwissenschaftliche Bedeutung

Der sprachliche Ausdruck Gott ist nicht nur sehr alt, sondern ausschließlich im germanischen Raum entstanden. Seine Herkunft ist bis heute nicht völlig geklärt. Man geht davon aus, dass der Begriff aus der Wortwurzel "guda" (Anruf) entstanden ist. Es kommt wahrscheinlich von der indoeuropäischen Wurzel "ghau", was soviel wie "rufen" bedeutet.

Sein Partizipial-Stamm heißt "ghu-to-" und kann mit "angerufen" übersetzt werden, so dass der indoeuropäische Ausdruck "ghu-to-m" in etwa heißt: "das (durch Zauberwort) angerufene Wesen".

Vgl. Deutsches Wörterbuch von Jakob Grimm, siehe http://www.dwb.uni-trier.de/index.html

Wortverwendung im allgemeinen Sprachgebrauch

Das Wort Gott findet im deutschen Sprachgebrauch auch außerhalb der Religion Verwendung, z.B. in Ausrufen wie „Oh Gott!“, „Gott sei Dank!“, „Um Gottes Willen!“ oder Grußformeln wie „Grüß Gott!“. Im Niederländischen und Bairischen findet es gar Verwendung in Schimpfwörtern.

Zitate

Siehe auch:

Religion, Religionskritik, Gottesbeweis, Theologie, Natürliche Theologie, Mythologie

Literatur

Weblinks

Contra Gottesglaube:





     
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