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Goldene Bulle



Die goldene Bulle oder aurea bulla, wurde um 1356 von Karl IV verfasst. Die 23 ersten Kapitel wurden in Nürnberg erarbeitet und auf dem Nürnberger Reichstag verkündet, die Kapitel 24 - 31 in Metz. Diese in lateinischer Sprache abgefasste Bulle ist das wichtigste Verfassungsdokument des heiligen römischen Reiches. Ihr Name kommt daher, dass das Wachssiegel der Urkunde von einer Goldkapsel (aurea bulla) umschlossen war.

In der goldenen Bulle wurde das Wahlrecht der Kurfürsten bei der Königswahl besiegelt. Die Königswahl wurde damit auch formell, wie bereits im Kurverein von Rhense erklärt, von der Zustimmung des Papstes gelöst. Nach ihrer Wahl wurden die Könige in der Regel vom Papst zum Kaiser gekrönt, als letzter Karl V Schon sein Vorgänger Maximilian I nannte sich mit Einverständnis des Papstes seit 1508 "Erwählter Römischer Kaiser".

Überdies legte die goldene Bulle eine jährliche Versammlung aller Kurfürsten fest. Dort sollten Beratungen mit dem Kaiser stattfinden.

Die Bulle verbot Bündnisse aller Art mit Ausnahme von Landfriedenvereinigungen, ebenso das Pfahlbürgertum (=Bürger einer Stadt, die wohl das Stadtrecht besaßen, jedoch außerhalb der Stadt wohnten).

Sie regelte die Immunität der Kurfürsten, sowie die Vererbung jenes Titels. Zudem erhielt ein Kurfürst das Münzprägrecht, das Zollrecht, das Recht zur Ausübung der Rechtsprechung sowie die Pflicht das Judentum zu beschüzen.

Die Gebiete der Kurfürsten wurden zu unteilbaren Territorien erklärt, was beinhaltete, dass als Thronfolger des Kurrechts immer der erstgeborene eheliche Sohn vorgesehen war.

Das eigentliche Ziel dieser Bulle war, Thronfolgefehden sowie die Aufstellung von Gegenkönigen zu verhindern. Dies wurde erreicht.

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