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Geschichte Zyperns



Die strategisch günstige Lage der Insel Zypern war ein wesentlicher Grund für ihre wechselvolle Vergangenheit.

Table of contents
1 Vorzeit
2 Hellenistische Zeit
3 Römische Zeit
4 Kreuzritter
5 Venedig
6 Osmanische Zeit
7 Britische Herrschaft
8 Unabhängigkeit
9 EU-Beitritt
10 Siehe auch
11 Literatur
12 Links

Vorzeit

Die Insel war in der Altsteinzeit nicht besiedelt, dadurch überlebten hier zahlreiche Zwergformen von Säugetieren, z.B. das zyprische Zwergnilpferd. Die erste Besiedlung erfolgte im akeramischen Neolithikum (PPN A) von der Levante her. Die Kolonisten führten außer Hund, Schaf und Ziege auch zahlreiche Wildtiere wie den Damhirsch und den Fuchs ein und rotteten die Zwergfauna sehr schnell aus. Die Siedlungen (z.B. Kastro) weisen runde Häuser mit den typischen Terrazzo-Fußböden auf.

In der neolithischen Khirokita-Kultur lassen sich Rundhäuser und Felskammergräber nachweisen.

Ab ca. 3000 - 2300 v. Chr. wurden die Kupfervorkommen der Insel entdeckt und ausgebeutet. (Erimi-Kultur) Der Übergang der Kultur der Jungsteinzeit zur frühen Bronzezeit scheint kontinuierlich verlaufen zu sein. Als Grabbeigaben findet man Keramik, Kupferwaffen und Idole.

Gegen 1200 v. Chr. beginnt die Besiedlung durch die Mykener. Zypern wird zu einer wichtigen Zwischenstation im Handel mit der Levante. Gründung verschiedener Königreiche wie Paphos, Salamis, Kition Kourion
Ab 800 v. Chr. sind auch Phönizier nachweisbar. Die Herrschaft über die Insel wechselt zwischen Ägypten, Assyrien und Persien.

Hellenistische Zeit

Durch die Eroberungen Alexander des Großen wird Zypern 332 v. Chr in dessen Reich eingebunden. Nach dem Zerfall des Reiches gehört Zypern zum Ptolomäerreich, also zu Ägypten.

Römische Zeit

58 v. Chr. gelangt die Insel unter römische Herrschaft. 22 v. Chr wird sie römische Provinz unter einem Prokonsul. Durch Paulus von Tarsus und Barnabas gelangt ca. 46 n.Chr. das Christentum nach Zypern. Bei der Teilung des Reiches wird die Insel 395 dem Oströmischen Reich zugeschlagen. Die Zyprisch-Orthodoxe Kirche erhält 431 auf dem Konzil von Ephesus als erste Kirche die Autokephalie, d.h. Selbstverwaltung und Unabhängigkeit von den fünf Patriarchaten, zugesprochen. Das Oströmische Reich beherrscht die Insel bis 1184. Die folgende kurze Phase der Unabhägigkeit wird 1192 durch die Kreuzritter beendet.

Kreuzritter

1192-1489 herrschen die Kreuzritter, die unter Richard I. Löwenherz die Insel ab 1191 erobern und das Königreich Zypern errichteten. Den zypriotischen Thron erkaufte sich die französische Familie Lusignan. Mit dem Zusammenbruch des Königreichs Jerusalem waren die Könige von Zypern in Personalunion auch Könige des Titularkönigtums Jerusalem. Die letzte Königin von Zypern, Katharina Cornaro verkaufte die Herrschaft an Venedig.

Venedig

Von 1489 bis 1571 gehört die Insel zu Venedig. 1570 landen die Osmanen auf der Insel. Die Stadt Famangusta fällt 1571.

Osmanische Zeit

Zypern befand sich von 1571 bis 1878 unter der Herrschaft des Osmanischen Reichs. 1878 verpachtete das Osmanische Reich die Insel für 500 Millionen US-Dollar an Großbritannien, was im Gegenzug dem Osmanischen Reich Unterstützung gegen einen Vorstoß der Russen zusagte; mit dem Eintritt des Osmanischen Reiches in den 1. Weltkrieg (1914) auf Seiten der Mittelmächte wurde die Insel von den Briten annektiert.

Britische Herrschaft

Nach der Annektierung wurde Zypern 1925 Kronkolonie. Von 1925 bis 1960 wurde die Insel nun von Großbritannien regiert.

Unabhängigkeit

Die ehemalige britische Kolonie wurde am 16. August 1960 aufgrund des Abkommens von Zürich zwischen Großbritannien, Griechenland und der Türkei (1959) unabhängig; die griechischen und türkischen Volksgruppen waren gleichberechtigt. Zum ersten Staatspräsidenten wurde Erzbischof Makarios (1913-1977) gewählt

1963 wollte Makarios eine neue Verfassung durchsetzen, in der unter anderem das Vetorecht für die türkisch-zypriotische Bevölkerung entfallen sollte. In der Folge kam es zu innenpolitischen Spannungen, die Dörfer türkischsprachiger Zyprioten wurden systematisch abgeriegelt, Teile der Armee wollten einen Anschluß an das obristische Griechenland durchsetzen (Enosis). Der folgende, auch durch Terrorakte von beiden Seiten ausgelöste Bürgerkrieg wurde durch die Entsendung von UN-Truppen beendet und am 10. August 1964 ein Waffenstillstand geschlossen.

Am 15. Juli 1974 wurde Makarios durch einen Putsch der Nationalgarde vom griechischen Festland abgesetzt; das Ziel war der Anschluss Zyperns an Griechenland. Die Türkei reagierte darauf am 20. Juli mit einer Besetzung des nördlichen Teils der Insel. 200.000 griechische Zyprioten wurden aus dem Nordteil Zyperns vertrieben, eine Minderheit verblieb auf der Halbinsel Karpaz (Risokarpasia), ebenso wie arabischsprachige Maroniten. Seit dieser Zeit ist die Insel geteilt, 37% der Inselfläche bilden die international nicht anerkannte Türkische Republik Nordzypern.

EU-Beitritt

26-04-2004: getrennte Abstimmungen bzgl. Friedensplan von UN-Generalsekretär Kofi Annan: > Griechische Bevölkerung 75,8 % -> Nein, > Türkische zu 64,9 % -> Ja . (Hohe Wahlbeteiligung mit 88 bzw. 87 Prozent). Für einen Abstimmungserfolg wäre die Zustimmung beider Volksgruppen nötig gewesen. Somit wurde am 1. Mai 2004 NUR der griechische Teil Zyperns in die EU aufgenommen. Der Plan von Kofi Annan sah die Schaffung einer Föderation zweier Teilstaaten nach dem Muster der Schweiz vor. Die Ablehnung der griechischen Zyprer richtete sich gegen den Verbleib türkischer Soldaten und Zuwanderer und dagegen, dass sie nur ein begrenztes Recht zur Rückkehr in den türkisch dominierten Norden haben sollten. Außerdem befürchteten sie, dass ihnen die Wiedervereinigung hohe Kosten auferlegen könnte. Vertreter von UNO, der USA und europäischer Regierungen äußerten tiefes Bedauern über das Ergebnis. EU-Erweiterungskommissar Günter Verheugen sprach von einer "verpassten Chance". Er sehe sich "persönlich von der griechisch-zypriotischen Regierung getäuscht". Der türkische Premier Recep Tayyip Erdogan rief die EU dazu auf, Ankara ebenso wie die international nicht anerkannte Türkische Republik Nordzypern für ihre positive Haltung zu belohnen. Ein neues Referendum schloss er aus. Dagegen erklärte Papadopoulos, die Abstimmung sei keine Absage an eine endgültige Lösung des Konflikts. Annan äußerte die Hoffnung, dass die griechischen Zyprer nach einer nüchternen Analyse zu einem Gesinnungswandel gelangen könnten.

Siehe auch

Literatur

  1. Hans-Günter Buchholz/Vassos Karageorghis, Altägäis und Altkypros (Tübingen, Wasmuth 1971).
  2. Veronica Tatton-Brown, Cyprus BC, 7000 years of history (London, British Museum 1979).

Links

SPIEGEL-Länderlexikon: Zypern.
http://www.spiegel.de/jahrbuch/0,1518,CYP,00.html




     
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