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Geschichte Ugandas



Table of contents
1 Früh- und Vorkoloniale Geschichte
2 Kolonialisierung
3 Unabhängigkeit
4 Aktuelle Ereignisse

Früh- und Vorkoloniale Geschichte

Zahlreiche fossile Funde im Großen Afrikanischen Grabenbruch legen den Schluss nahe, dass massgebliche Prozesse der Menschwerdung sich im Ostafrikanischen Raum abgespielt haben. So gilt für viele Anthropologen das Gebiet von Uganda und den Nachbarstaaten als die "Wiege der Menschheit".

Man nimmt an, dass Uganda einst einen geschlossenen Regenwaldbewuchs auf wies, der von jagenden Pygmäenstämmen besiedelt war. Vor etwa 2000 Jahren wurden diese Stämme durch die Einwanderung der Ackerbau betreibenden Bantuvölker immer weiter zurück gedrängt.

Um das 18. Jahrhundert dominierten zwei ethnische Gruppen das heutige Gebiet Ugandas: die meist als Bauern lebende Bantustämme im Süden und die Nomadischen Stämme der Niloten.

Seit dem 15. Jahrhundert bildeten sich vor allem im heutigen Süduganda die zum Teil heute noch bestehenden Aristrokratien. Unter ihnen hatte das Königreich Buganda eine führende Rolle.

Kolonialisierung

Noch vor den Europäern drangen im 19. Jahrhundert arabischee Händler von der Ostküste Afrikas in das Gebiet nördlich des Viktoriasees vor, in dem drei Königreiche existierten: Buganda, Kitara sowie Karagwe. Ihr Anreiz war das Elfenbein und der Sklavenhandel. In einigen Gebieten etablierte sich der Islam, in vielen Regionen blieben jedoch die Naturreligionen vorherrschend.

Um 1860 "entdeckten" die beiden britischen Forscher Grand und Speke die Quelle des Nils. Erst um diese Zeit begann die europäische Kolonisierung Ostafrikas. Eine bedeutende Rolle spielte Samuel Baker, der mit der Legende des "dunklen" und kannibalischen Innern Afrikas aufräumte. Zu den ersten Europäern, die sich in diesem Gebiet niederliessen, gehörten sowohl katholische als auch protestantische Missionare. In erstaunlich kurzer Zeit setzten sie in zahlreichen Volksgruppen ihren Glauben durch, während sich der Islam nicht festigen konnte.

Im Jahr 1893 beanspruchte Sir Gerald Portal in Entebbe, dem heutigen Ort des internationalen Flughafens des Landes, Uganda für die englische Krone. 1884/1885 einigten sich die beiden Kolonialmächte Deutschland und Großbritannien auf der Berliner Konferenz über die Britischen Ansprüche auf das ostafrikanische Seenhochland. In weiteren Verträgen (1886 und 1890) regelten die Kolonialmächte die weitere Gebietsaufteilung. Deutsch-Ostafrika wurde auf die Gebiete des heutigen Gebietes von Festland-Tansania, Ruanda und Burundi festgelegt, während die jetzigen Staaten Uganda und Kenia als British East Africa zusammengefasst wurden.

Die kommerzielle und politische Interessenwahrung der Britischen Krone in British East Africa übernahm die British East Africa Company. Sie handelte mit dem Bantu-Königreich mehrer Schutzverträge aus. 1894 wurde die Verwaltung des Protektorates direkt von der Britischen Regierung übernommen. Es brauchte jedoch mehrere Kriege, um den Widerstand verschiedener einheimischer Gruppen gegen die Errichtung eines kolonialen Staatssystems zu brechen. 1902 folgte die Teilung British East Africas in die beiden Verwaltungsgebiete, die heute den Gebieten von Uganda und Kenia entsprechen.

Die Koloniale Wirtschaft beschränkte sich anfangs auf den landwirtschaftlichen Anbau von Exportgütern (so genannte cash crops) wie Baumwolle und Kaffee. Anders als in Kenia blieb die Zahl der europäischen Siedler äußerst gering, so dass das landwirtschaftlich genutze Land zum grossen Teil in den Händen der lokalen Bevölkerung und ihrer Aristrokratie blieb. Nach der teilweisen Erschließung des Landes, die durch den Bau der Eisenbahnen durch die Britische Kolonialverwaltung kam, emigrierten zahlreiche Asiaten nach Uganda. Sie setzten im Handel und begrenzt auch in der Industrialisierung deutliche Akzente.

Unabhängigkeit

In den 1950ern kam ein gelenkter Demokratisierungsprozess in Gang, es entstanden Parteien und ein Kongress. 1962 wurde Apollo Milton Obote der erste Premierminister des unabhängig gewordenen Landes. Allerdings begann er, die alten Königreiche aufzulösen, teilweise in blutigen Massakern. Dadurch entfremdete Obote sich von der Bevölkerung Das nutzte der zum Kommandeur aufgestiegene Idi Amin aus: Während einer Abwesenheit Obotes übernahm er die Kontrolle über das Land. Mit Zustimmung und Jubel - nicht nur im eigenen Land, sondern weltweit - wurde er begrüßt. Doch das sollte sich bald ändern. In der Armee wurden Angehörige anderer Volksstämme getötet, asiatische Zuwanderer des Landes verwiesen. Amin wütete bis 1979, die Bevölkerung lebte unter ständiger Furcht. Im April wurde Kampala unter der Führung von Yoweri Museveni befreit. Doch in den Wahlen im September 1980 wurde Obote, nicht Museveni, gewählt. Daraufhin ging Museveni, der Obote Betrug vorwarf, in den Busch. In den Busch gehen ist ein in Afrika verbreiteter Euphemismus für Guerillakrieg.

1985 trat die Führung des National Resistance Movement (NRM) im Unterolberndorfer Dorfwirtshaus "Zum grünen Jäger" im Weinviertel in Niederösterreich zu einer konspirativen Sitzung und dem Ausarbeiten eines politischen Programmes für das befreite Uganda zusammen. Der NRM liegt das "Unterolberndorfer Manifesto" [1], auf der die heutige Verfassung beruht, zugrunde.

Im Januar 1986 eroberte Musevenis NRM die Hauptstadt. Diese Armee bestand zu einem guten Teil aus Kindersoldaten. Museveni wurde als ugandischer Präsident vereidigt.

Aktuelle Ereignisse

Uganda ist eines der wenigen Länder, in dem es gelungen ist, die AIDS-Rate drastisch zu senken. Seit Ende der 80er bis heute ist die Rate von 16% auf 4% gefallen. Möglich wurde dies durch eine umfassende Aufklärungskampagne und durch Prävention mittels des "ABC-Ansatzes", welcher eine Erziehung zur Enthaltsamkeit, Treue und Kondomverwendung vorsieht.

Seit mehreren Jahren schon leidet der Nordwesten des Landes unter bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Die Lord Resistance Army (LRA) operiert von Basen im Süden des Sudans und überfällt in regelmäßigen Abständen Dörfer und Siedlungen; Jungen werden zum Soldatendienst gezwungen, Mädchen vergewaltigt. Im Januar 2004 hat Präsident Museveni die LRA vor dem internationalen Strafgerichtshof (ICC) schwerer Menschenrechtsverletzungen angeklagt. Dies ist der erste Fall in der Geschichte des ICC überhaupt.




     
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