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Geschichte Norwegens



Table of contents
1 Frühere Geschichte
2 Erstes Norwegisches Reich
3 Kalmarer Union (1389-1521)
4 Union mit Dänemark (1521-1814)
5 Union mit Schweden (1814-1905)
6 Unionsauflösung (1905)
7 Erster Weltkrieg
8 Zwischenkriegszeit
9 Zweiter Weltkrieg
10 Nachkriegszeit

Frühere Geschichte

Die menschliche Besiedlung Norwegens begann nach der letzten Eiszeit etwa im Jahre 8000 v. Chr.?, als Sammler und Jäger dem zurückschmelzenden Eis nach Norden folgten. Der steinzeitlichen Megalithkultur Skandinaviens folgten in der Bronze- und Eisenzeit germanische Einflüsse, bis durch König Harald Hårfagre um das Jahr 900 ein Reich gegründet wurde.

Erstes Norwegisches Reich

Ungefähr im Jahre 900 vereinte Harald Hårfagre (der erste norwegische König) auf annähernd dem Territorium des heutigen Norwegens mehrere Stammesgebiete zu einem Reich. Einer Legende zufolge, die seinen Namen erklärt (Hårfagre = Schönes Haar), versprach er seine Frau Gyda, dass er sein Haar solange nicht schneiden würde, wie er Norwegen nicht geeint hatte.

König Olav, der Heilige ersetzte etwa 1030 (Schlacht von Stiklestad) die nordische Mythologie durch das Christentum - auf eine sehr blutige Weise. (Spuren der nordischen Mythologie sollen trotzdem in ländlichen Gegenden bis zum 19. Jahrhundert überlebt haben). Die alten Götter wie Thor und Odin wurde durch Kvitekrist (Weissechrist) ersetzt. Das Christentum nahm aber alte heidnische Feste auf, wie Jól (Weihnachten heißt immer noch auf Norwegisch "Jul"). Heute noch haben die Tage auf Norwegisch heidnische Namen. Donnerstag heißt "Torsdag" (Tors Tag), und Mittwoch "Onsdag" (Odins Tag). Der Körper des Königs Olav, der Heilige, wurde in Trondheim begraben. Über dem Grab wurde die größte Kathedrale Norwegens erbaut, Nidarosdomen. Der Legende gemäß, sollte sein Haar und seine Nägel noch weiter wachsen, auch nach seinem Tod.

1349 wurde Norwegen besonders schwer von einer Pest-Epidemie getroffen, die viele Opfer forderte. Davon waren besonders Pfarrer betroffen, die sich häufig bei der letzten Ölung infizierten. Da der Klerus zu dieser Zeit die Bildungselite stellte, hinterließ der Schwarze Tod ein Land weitgehend ohne Elite und die Machtposition im Norden wurde dadurch stark geschwächt. Viele Orte wurden entvölkert, daher haben noch heute viele Norweger Namen wie "Ødegård" und "Ødemark" (Øde = Öde).

Kalmarer Union (1389-1521)

Nachdem Königin Margrethe von Dänemark und Norwegen auch zur Regentin in Schweden gewählt wurde, waren die drei Länder in einer Union vereint. Die Union wurde im Jahre 1450 durch einen Vertrag festgehalten. Die Position Norwegens wurde immer schwächer in dieser Periode.

   

Union mit Dänemark (1521-1814)

Nach der Auflösung der Kalmar-Union war Norwegen de jure in Union mit Dänemark, aber de facto zu einer dänische Provinz geworden. Damals mussten die Norweger nach Kopenhagen fahren, um eine Ausbildung zu finden.

   

Union mit Schweden (1814-1905)

Da der dänische König auf Napoleons Seite stand, musste Dänemark nach dem Fall Napoleons Norwegen an den König von Schweden abtreten. In Norwegen hat eine Machtgruppe die chaotische Situation ausgenutzt, um eine Verfassung durchzusetzen (siehe unten). Der dänische Prinz Christian Frederik wurde als König von Norwegen gewählt. Er konnte seine Macht jedoch nur wenige Monaten halten, weil eine völlige Unabhängigkeit Norwegens nicht durchsetzbar war. Der Schwedische Kronprinz Karl XIV hat jedoch Norwegen seine Selbständigkeit eingeräumt. Das Grundgesetz wurde von Schweden akzeptiert (es gilt mit geringfügigen Änderungen bis heute), und das Verhältnis zwischen Norwegen und Schweden war nur eine Personalunion - zwei Staaten mit dem selben Staatsoberhaupt und gemeinsamer Außenpolitik. Durch ein Schlupfloch im Kieler Vertrag, konnte Dänemark die alten norwegischen Westgebiete behalten (Island, Färöer und Grönland), indem die letzten norwegischen Ansprüche aufgegeben wurden.

Unionsauflösung (1905)

Während des 19. Jahrhunderts entstand in Norwegen eine starke Volksbewegung für die volle Unabhängigkeit. In Norwegen blühte zu dieser Zeit ein kultureller Aufschwung (z.B. durch Ibsen und Bjørnson, ...), der auch der Nationalbewegung geholfen hat. Diese Entwicklung führte zur Auflösung der Union am 7. Juni 1905. Eine Volksabstimmung am 13. August bekräftigte die Auflösung der Union mit Schweden. Der dänische Prinz Carl wurde als norwegischer König vorgeschlagen. Er verlangte jedoch, dass es zu einer Volksabstimmung kommen musste, damit er sehen konnte, dass er Vertrauen in der Bevölkerung hatte. Das Ergebnis fiel positiv aus, so dass Prinz Carl von Dänemark am 18. November zu König Haakon VII. von Norwegen gekrönt wurde.

Erster Weltkrieg

Norwegen versuchte, im Ersten Weltkrieg Neutralität zu wahren, war aber indirekt durch die Handelsflotte beteiligt und vorwiegend auf der Seite der Entente. 1156 Norwegische Seeleute sind im unbeschränkten U-boot-Krieg verschollen. Die Reeder profitierten von guten Frachtraten. Da Teile der Gewinne als Heuer weitergegeben wurden, war das Geschäft auch für die Seeleute interessant. Den Verdienstmöglichkeiten stand aber die Lebensgefahr gegenüber, die den Seeleuten im Kriegsgebiet drohte. Über die moralischen Aspekte dieser Praxis ist danach viel diskutiert geworden.

Zwischenkriegszeit

Norwegen wurde direkt nach dem Ersten Weltkrieg von einem kurzen Wirtschafts-Aufschwung geprägt 1918-1919, als die angestaute Nachfrage an den Markt drängte. Danach verschlechterte sich aber die wirtschaftliche Situation. Wegen der Pari-Politik (Goldstandard) wurde Norwegen von einer Deflationskrise in der ersten Hälfte der 1920er-Jahren am schwersten getroffen. Um die norwegische Krone (Währung) zu stärken, brauchte man hohe Zinsen, die mit der Zeit zu einem Preisverfall führten. Das löste eine Schuldenkrise aus. Immobilienpreise sanken, bis die gekauften Häuser die Kredite nicht mehr sicherten. Nachdem 1927 die Golddeckung sichergestellt war, ging es aufwärts. Daher wurde Norwegen 1929 von der Großen Depression (Weltwirtschaftskrise) nicht so schwer getroffen. Die wirtschaftliche Entwicklung war auch in den 1930ern relativ stabil. Die Weltwirtschaftskrise machte sich bemerkbar, aber nicht so intensiv wie in den 1920ern. 1928 kam erstmals die Arbeiderpartiet (Sozialdemokraten) an die Regierung.

Zweiter Weltkrieg

Norwegen verlegte sich auch im Zweiten Weltkrieg auf eine Neutralitätspolitik. Trotzdem legten die Briten Anfang April 1940 Minen an der norwegischen Küste. Am 9. April 1940 wurde das Land von Deutschland angegriffen (Operation Weserübung). Trotz der Übermacht gelang es, mit den Kanonen und den Torpedos der Festung Oscarsborg das deutsche Kriegsschiff Blücher zu versenken. Die Kriegshandlungen der Invasion dauerten 3 Wochen in Süd-Norwegen und 2 Monate im Norden. Als Frankreich kapitulierte, wurde der Widerstand aufgegeben. Der König und seine Regierung verließ der Kriegshauptstadt Tromsø am 7. Juni 1940 und fuhr nach Großbritannien. Das norwegische Könighaus, König Haakon VII und Kronprinz Olav (später König Olav V.), gewann im Exil eine sehr starke Rolle und viel Symphatie in der norwegischen Gesellschaft. Die aus London gesendeten Reden des Königs Haakon VII., die auf illegalen Radiogeräten gehört werden konnten, hatten eine große Bedeutung für die Moral und die Stimmung im besetzten Land. Durch diesen Rückhalt in der norwegischen Bevölkerung blieb die monarchische Staatsform unangetastet, solange König Olav V. noch lebte. In den letzten Jahren hat sich jedoch die Einstellung zur Monarchie ein wenig geändert.

Der Führer der norwegischen faschistischen Partei Nationale Sammlung (Nasjonal Samling), Vidkun Quisling nutzte das Chaos für einen Putsch. In einer Radioansprache verkündete er die Machtübernahme durch die Nationale Sammlung. Er wurde aber vom Reichskommissar Josef Terboven, den Hitler zur Verwaltung des besetzten Norwegens einsetzte, größtenteils ignoriert. 1942 wurde er pro forma mit einer Regierungsbildung beauftragt, konnte sich aber als machtloser Premier kaum profilieren. Quisling wurde 1945 wegen Hochverrats in Oslo hingerichtet. International gilt der Name Quisling als Sinnbild für einen Verräter und Kollaborateur.

Von 1500 norwegischen Juden wurde etwa die Hälfte umgebracht.

Nachkriegszeit

Norwegen wurde nach dem Krieg Mitglied der NATO (1948), und akzeptierte den Marshall-Plan zum Wiederaufbau. Die 1940er und 1950er waren geprägt durch Knappheit an Waren und strikte Rationierung. Die erste Regierung unter Einar Gerhardsen (1945) war eine Sammlungsregierung. Später wurde die Arbeiderpartiet (Sozial-Demokraten) zur bedeutendsten Partei, ihre Regierungsperiode ist auch geprägt vom Wiederaufbau und dem folgenden Aufschwung. Die zahlreichen Flüchtlinge aus der armen Finnmark lösten eine enorme Wohnungsnot aus, diese Probleme konnten durch die Regierung gelöst werden, und Gerhardsen wird dafür liebvoll "Landsfader" (Landesvater) genannt. In den 1960er wurde mehrere Aspekte der Planökonomischen Einrichtung verfasst. 1962 wurde die Regulierung des Auto-Verkaufs aufgehoben.

Nachdem 1967 Erdöl in der Nordsee gefunden wurde, entwickelte sich Norwegen zu einem der reichsten Länder in Europa.

siehe auch: Liste der norwegischen Könige




     
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