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Geschichte Moldawiens



Die moldauische Ebene war seit dem Altertum durch die Daker besiedelt. Man nimmt an, dass der Name aus den dakischen Wörtern molta=viele und dava=Festung, Stadt abgeleitet ist. Nach einer andere Theorie wurde die Region von einem ungarischen Adligen nach einem Fluss benannt.

Table of contents
1 Frühgeschichte
2 Mittelalter
3 Russische Expansion
4 Anfang der sowjetischen Phase
5 Zweiter Weltkrieg
6 Unabhängigkeit

Frühgeschichte

Die lateinischen Ursprünge der Moldau können auf die Periode der römischen Besetzung des nahegelegenen Dakiens zurückgeführt werden, das auf dem Gebiet des heutigen Rumäniens, Bulgariens und Serbiens lag. Moldawien gehörte nie zur römischen Provinz Dacia, allerdings wurde das Gebiet von den Römern als Teil Dakiens oder als Teil der Sarmatia gesehen.

Ca. 105-270 bildete sich aus der Vermischung römischer Siedler und der örtlichen Bevölkerung eine Kultur. Nachdem der Einfluss des römischen Reiches geschwunden war und seine Truppen im Jahr 271 die Region verließen, zog während der Völkerwanderung eine Reihe von Gruppen durch das Gebiet, oft gewaltsam: Hunnen, Ostgoten und Ostslawen (Anten). Auch das bulgarische Reich, die Magyaren, die Pechenegs und die Goldene Horde (Mongolen) setzten sich zeitweise durch. Im 13. Jahrhundert expandierte Ungarn in die Region und errichtete eine Reihe von Befestigungen nahe dem Fluss Siretul im heutigen Rumänien. Die Region stand unter ungarischer Oberhoheit, bis 1349 Fürst Bogdan ein unabhängiges moldauisches Fürstentum gründete. Ursprünglich Bogdania genannt, erstreckte sich das Fürstentum von den Karpaten bis zum Fluss Dnjestr; später wurde es nach dem Fluss Moldova (deutsch Moldau) im heutigen Rumänien umbenannt.

Mittelalter

Der berühmteste der moldauischen Fürsten, Ştefan cel Mare (Stefan der Große), kämpfte gegen Invasionen durch das Osmanische Reich, Polen und die Tataren. Stefan kämpfte 36 größere Schlachten und verlor nur 2. Am Ende seines Regierungszeit 1504 war die Unabhängigkeit der Moldau vorläufig gesichert, und keine Tributzahlungen gingen mehr an die Türken. Nach ihm erlebte die Moldau einen Verfall; schwache Könige ließen inkompetente Bojaren den Staat regieren und Steuerzahlungen verweigern. 1512 unterwarf sich die Moldau den Osmanen und blieb für die nächsten 300 Jahre ein Vasallenstaat. Sie musste nicht nur regelmäßig Tribut an das Osmanische Reich zahlen, sondern später auch in die Ernennung der örtlichen Herrscher durch die osmanischen Behörden einwilligen. Daneben erlitt die Moldau aber auch wiederholte Überfälle durch Türken, Krimtaren und Russen.

Russische Expansion

Nach dem russisch-türkischen Krieg 1787 - 1792 musste das Osmanische Reich im Frieden von Jassy (Iaşi) alle Besitzungen östlich des Dnjepr an Russland abtreten. Ein erweitertes Bessarabien (benannt nach dem walachischen König Basarab I) wurde nach dem folgenden russisch-türkischen Krieg von 1806-1812 durch den Friedensvertrag von Bukarest in das Russische Reich integriert. Bessarabien erstreckte sich auf die Landschaft zwischen den Flüssen Pruth und Dnjestr und umfasste damit etwa die östliche Hälfte des bisherigen Fürstentums Moldau.

Nach Russlands Niederlage im Krimkrieg 1853-1856 wurde im Vertrag von Paris festgelegt, dass Moldau und Walachei unter die Kollektivgarantie der 7 Unterzeichnerstaaten gestellt würden. Das südliche Bessarabien (die Bezirke Ismail, Bolgrad, Kahul) gingen zurück an die Moldau. 1859 wurde Alexandru Ioan Cuza zum Fürsten sowohl der Moldau als auch der Walachei gewählt, wodurch die Fundamente eines rumänischen Staates gelegt wurden. Durch den Frieden von Berlin 1878 gab die rumänische Regierung das südliche Bessarabien an Russland ab.

Anfang der sowjetischen Phase

Nachdem die Russischen Revolution von 1917 die verschiedenen Nationalitäten im Russischen Reich dazu angeregt hatte, ihre Unabhängigkeit anzustreben, wurde Bessarabien am 2. Dezember 1917 unter dem Namen Moldova eine unabhängige Republik. Auf das Ersuchen der neuen moldawischen Verwaltung ("Sfatul tării") marschierten am 13. Dezember rumänische Truppen in Bessarabien ein. Am 27. März 1918 gab es eine Abstimmung für die Vereinigung mit Rumänien.

Nach der Gründung der Sowjetunion im Dezember 1922 errichtete die Sowjetregierung 1924 innerhalb der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik einen Moldauische Autonome Oblast in der östlich an den Dnjestr angrenzenden Region. Die Hauptstadt des Oblast war Balta in der heutigen Ukraine. Sieben Monate später wurde der Oblast zur Moldauischen Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik (Moldauische ASSR) erhoben, wenn auch die Bevölkerung nur zu 30 % aus ethnischen Rumänen bestand. Bis 1929 blieb Balta die Hauptstadt und wurde dann von Tiraspol abgelöst.

Zweiter Weltkrieg

Das vormalig von Rumänien verwaltete Gebiet Bessarabiens wurde 1940 mit deutscher Zustimmung als Konsequenz des geheimen Zusatzprotokolls des Hitler-Stalin-Pakts besetzt. Am 2. August 1940 wurde die Moldauische Sozialistische Sowjetrepublik (Moldauische SSR) mit Chişinau; (russisch Kischinjow) als Hauptstadt errichtet, indem man Bessarabien mit einem Teil der Moldauischen ASSR vereinigte (der Rest ging an die Ukrainische SSR). Durch die Gründung der Moldauischen SSR war Bessarabien nun abermals geteilt, was seine historische und wirtschaftliche Integrität ernsthaft beschädigte. Mehrere südliche Gebiete und Zugangswege zum Schwarzen Meer über die Mündungen der Donau (bei der Stadt Ismail und des Dnjestr (bei Belgorod-Dnestrovsky) wurden an die Ukraine abgegeben und machten aus der Moldaurepublik ein Binnenland.

Im Juni 1941 griffen deutsche und rumänische Truppen die Moldauische SSR und die Ukrainische SSR an. Die Nazis überließen ihrem Aliierten Rumänien nicht nur Bessarabien und die nördliche Bukowina, sondern auch das Land zwischen den Flüssen Dnjestr und Pivdennyy Buh (russisch Yuzhnyy Bug), nördlich von Bar in der Ukraine, das Rumänien dann unter dem Namen Transnistria verwaltete. Der Friedensvertrag von 1947 gab Bessarabien, die nördliche Bukowina und Transnistria zurück an die Sowjetunion, und die früheren sowjetischen Verwaltungseinheiten und russischen Ortsnamen wurden erneut eingeführt.

Unabhängigkeit

Moldawien ist seit 1991 unabhängige Republik. Anfang der 90er Jahre Konflikte zwischen der von Moldawiern dominierten Zentralregierung und dem hauptsächlich von Russen und Ukrainern bewohnten Transnistrien. Es ist seit 1997 Mitglied der GUUAM-Gruppe.

Siehe auch: Liste der Herrscher von Moldau




     
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