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Geschichte des Libanon



Die Gebiete des Libanon wurden nach der Schlacht am Yarmuk 636, in der muslimischen Araber die Byzantiner besiegten, an das Kalifat angeschlossen und teilten bis ins 19. Jahrhundert das Schicksal Syriens. So wurde es nacheinander bis ins 11. Jahrhundert von den Kalifen der Umayyaden, Abbasiden und Fatimiden regiert. Unter den Fatimiden entstand in Kairo gegen 1017 die muslimische Sekte der Drusen unter al-Labbad, die den Fatimidenkalifen al-Hakim (9951021) als Inkarnation Gottes ansahen. Nach dem Ende al-Hakims wurden die Drusen in Ägypten und Syrien verfolgt, konnten sich aber im Libanongebirge behaupten.

Zwar vertrieben die Seldschuken nach 1071 die Fatimiden aus Syrien und dem Libanon, doch konnten sie keine stabile Herrschaft errichten, so dass die Kreuzfahrer nach dem 1. Kreuzzug nach der Eroberung von Tripolis (1109) die Grafschaft Tripolis errichten konnten. Erst unter den Mamelucken konnten die Kreuzfahrer um 1291 vertrieben werden. 1517 kam der Libanon mit Syrien nach dem Untergang des Mameluckenreichs unter die Herrschaft der Osmanen.

Unter den Osmanen errangen noch im 16. Jahrhundert die Emire der Drusen unter dem Man-Clan großen Einfluss und konnten den Libanon weitgehend unabhängig regieren (Siehe auch: Emirat der Drusen). Gegen 1800 gewannen die Maroniten zunehmend an wirtschaftlichen Einfluss, da sie von ihren Handelskontakten sehr profitieren konnten. Dies führte aber zu verstärkten Spannungen mit den Drusen, die sich 18401841 in schweren Unruhen zwischen den Volksgruppen entluden. Die Osmanen übernahmen daraufhin die direkte Verwaltung und brachen den Widerstand der lokalen Machthaber. Schon 1860 kam es aber zu einem blutigen Bürgerkrieg in dessen Verlauf von den Drusen 15000 Maroniten getötet und 100000 Maroniten vertrieben wurden. Erst eine französische Militärintervention konnte den Schutz der Christen und Maroniten sicherstellen und dem Libanon die Stellung eines reichsunmittelbaren Bezirks zusichern.

Nach dem 1. Weltkrieg errang Frankreich 1920 das Mandat des Völkerbundes über den Libanon und schloss diesem 1926 auch das Bekaa-Tal an. Während des 2. Weltkriegs erklärte der Libanon am 23. November 1943 seine Unabhängigkeit von Frankreich. Im folgenden kam es zu einem starken wirtschaftlichen Aufschwung, durch welchen der Libanon zum kommerziellen Zentrum des Nahen Ostens aufstieg. Allerdings blieben die internen Spannungen weiterhin erhalten, zumal durch den Zustrom palästinensischer Flüchtlinge der Anteil der Muslime gegenüber den Drusen und Maroniten stieg.

1958 kam es zu schweren Auseinandersetzung zwischen Befürwortern einer prowestlichen und einer proarabischen Politik die erst durch eine US-Intervention beendet werden konnten. Allerdings setzte sich seit 1970 die PLO im Südlibanon fest und entwickelte sich mit ihren militärischen Institutionen bald zum Staat im Staate. 1975 kam es zum Ausbruch des Bürgerkriegs, der zu mehreren Interventionen von Syrien und Israel führte und erst 1990 durch das Abkommen von Taif beendet werden konnte (siehe auch: Libanesischer Bürgerkrieg).

Seitdem konnte sich die Lage im Land zunehmend beruhigen und der wirtschaftliche Wideraufbau des Landes beginnen. Vorteilhaft war, dass durch die Intervention Israels 1982 (Libanonkrieg) die PLO als autonomer Machtfaktor im Libanon ausgeschaltet war. 2000 zog sich Israel auch aus der Sicherheitszone im Südlibanon zurück.




     
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