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Geschichte der Schweiz



Table of contents
1 Vorgeschichte
2 Römerzeit
3 Christianisierung
4 Frühmittelalter
5 Hochmittelalter
6 Beginn der Eidgenossenschaft
7 Die Acht Alten Orte
8 Die Dreizehn Alten Orte
9 Reformation und Gegenreformation
10 Ancien Régime
11 Helvetik, Mediation, Restauration
12 Der Schweizer Bundesstaat
13 20. Jahrhundert
14 21. Jahrhundert
15 Weblinks

Vorgeschichte

Aus der Altsteinzeit gibt es Funde, die auf bewohnte Höhlen (Wildkirchli) hinweisen. Über weite Abschnitte dieser Zeit war das Gebiet der heutigen Schweiz jedoch von den Alpengletschern bedeckt. Die heutige Stadt Chur ist nach gegenwärtigen Erkentnissen seit 11'000 Jahren (Ende der Altsteinzeit) besiedelt.

In der Jungsteinzeit war die Schweiz dicht besiedelt. Es gibt zahlreiche Fundstellen. Viele der bekannten Pfahlbauten, deren Überreste man an den Uferzonen der Schweizer Seen findet, stammen aus der Stein-, Kupfer- und Bronzezeit.

Vor Eroberung durch die Römer leben auf dem Territorium der heutigen Schweiz die verschiedensten keltischen Stämme und Völker: Helvetier, Lepontier, Seduner, Raetier, usw.

Weiterführende Literatur Alt- und Mittelsteinzeit (Paläolithikum und Mesolithikum): J.-M. LeTensorer / U. Niffeler Hrsg.), Paläolithikum und Mesolithikum. SPM I (Basel 1993).

Weiterführende Literatur Jungsteinzeit (Neolithikum): A. Furger / C. Fischer / M. Höneisen (Hrsg.), Die ersten Jahrtausende. Die Schweiz von den Anfängen bis zur Eisenzeit (Zürich 1998). - E. Stöckli / U. Niffeler / E. Gross-Klee (Hrsg.), Neolithikum. SMP II (Basel 1995).

Weiterführende Literatur Bronzezeit: S. Hochuli u.a. (Hrsg.), Bronzezeit. SPM III: Die Schweiz vom Paläolithikum bis zum frühen Mittelalter 3 (Basel 1998). - Goldene Jahrhunderte. Die Bronzezeit in Südwestdeutschland. Almanach 2 (Stuttgart 1997). - U. Seidel, Bronzezeit. Sammlungen des Württembergischen Landesmuseums Stuttgart 2 (Stuttgart 1995)

Weiterführende Literatur Eisenzeit (Hallstatt- und Latènezeit): A. Furger-Gunti, Die Helvetier. Kulturgeschichte eines Keltenvolkes (Zürich 1984). - F. Müller / G. Kaenel / G. Lüscher (Hrsg.), Eisenzeit. SPM IV (Basel 1999). - K. Spindler, Die frühen Kelten (Stuttgart 3.Aufl. 1996).

Allgemein: J. Ewald / J. Tauber (Hrsg.), Tatort Vergangenheit. Ergebnisse aus der Archäologie heute (Basel 1998).

Römerzeit

Im 1. Jahrhundert v. Chr wollten die Helvetier ins Rhonetal auswandern, wurden aber bei Bibracte von Gaius Julius Cäsar aufgehalten und zurückgeschickt. Noch in der republikanischen Zeit wurden Colonia Julia Equestris (Nyon) und Augusta Raurica (Kaiseraugst) gegründet.

Im 1. Jahrhundert wurde das Gebiet der heutigen Schweiz ins Römische Reich integriert. Zuerst gehörte die Schweiz zur römischen Provinz Gallia Belgica, dann zur Provinz Germania Superior, der Osten zur Provinz Raetia. Die Zentralalpen (Wallis und Hochsavoyen) gehörten zur Provinz Vallis Poenina und Alpes Graiae. Das Zentrum der Schweiz war Aventicum (Avenches).

Die Römer bauten Verkehrswege, an denen sich Siedlungen (vici) entwickelten, hauptsächlich auf einer Linie zwischen Genf und Arbon: Arbor Felix (Arbon), Basilia (Basel), Curia (Chur), Genava (Genf), Lousanna (Lausanne), Octodurus oder Forum Claudii Vallensium (Martigny), Salodurum (Solothurn), Drusomagnus (?) (Sion), Turicum (Zürich), Urba (Orbe), Vitudurum (Winterthur). Römische Legionslager (lat: Castra) gab es in Tenedo (Zurzach) und Vindonissa (Windisch).

Nach dem Fall des Limes konnte das Weströmische Reich die Provinzen Rhätien und Helvetien nicht mehr halten und zog sich zurück. Die gallo-romanischen Stämme zogen sich in die Alpen zurück, während Alemannen das Flachland besiedelten.

Weiterführende Literatur: W. Drack / R. Fellmann, Die Römer in der Schweiz (Stuttgart 1988). - L. Flutsch / U. Niffeler / F. Rossi (Hrsg.), Römische Zeit. SPM V (Basel 2002). - A. Furger u.a., Die Schweiz zwischen Antike und Mittelalter (Zürich 1996).

Christianisierung

Eine Christianisierung ist in der Schweiz erst ab dem 3. Jahrhundert nachgewiesen, allerdings bis zum Beginn des 4. Jahrhunderts nur in spärlichen Funden. Das Christentum verbreitete sich entlang der römischen Strukturen. Die anfänglichen Schwerpunkte lagen dabei in der Westschweiz.

Es gibt Legenden von Märtyrern während der Christenverfolgung von Diokletian (Mauritius in St. Maurice, Ursus und Viktor in Solothurn, Felix und Regula in Zürich), die vermutlich auf die historischen Säuberungen des römischen Heers von Christen 298 zurückgehen.

In Genf, Sion und Basel entstanden im 4. Jahrhundert Kirchen und Bischofssitze. In Genf und Martigny gibt es Überreste von sakralen Bauten aus dieser Zeit. In Kirchendokumenten ist 381 ein Bischof Theodul von Martigny bezeugt, um 400 ein Bischof Isaak von Genf, 451 ein Bischof Asinio von Chur.

In Graubünden und im Tessin entstanden im 5. Jahrhundert zahlreiche Kirchen und einige Klöster. In der Westschweiz wurde die Christianisierung durch die Burgunderkkönige gefördert, die z.B. in Saint-Maurice und Romainmôtier Klöster gründeten. Als die Franken im 6. Jahrhundert die Burgunder ablösten, war die Westschweiz bereits christlich.

In der Ostschweiz gab es vereinzelte christliche Gemeinschaften aus der Römerzeit (z.B. Arbon), aber es dominierten die mehrheitlich heidnischen Alemannen. Als die irischen Wandermönche Columban, Gallus, und Fridolin im 7. Jahrhundert an den Bodensee kamen, fanden sie starken Widerstand, weil die Einwohner dort Wodan verehrten. Die ersten Kirchen auf alemannischem Gebiet waren Säckingen und die Einsiedelei von Gallus an der Steinach, das spätere Kloster St. Gallen.

Die Wandermönche waren jedoch in ihrer Mission recht erfolgreich, und die zahlreichen Klostergründungen im 8. Jahrhundert in der Ostschweiz (z.B. St. Gallen, Disentis, Pfäfers, Luzern) fanden in einem christianisierten Land statt. Wie andernorts hielten sich jedoch heidnische Volksbräuche noch lange Zeit parallel zum Christentum.

Frühmittelalter

534 wurde die burgundische Westschweiz, 536 das Herzogtum Alemannien ein Teil des Frankenreiches.

Durch den Vertrag von Verdun im Jahre 843 kam das Gebiet der Westschweiz zu Lothringen (ab 888 Westschweiz zum Herzogtum Burgund), das übrige Gebiet zum deutschen Reich.

Die Königspfalz Zürich, seit 800 die südlichste Königspfalz in Schwaben, wird von den Karolingern häufiger besucht. Ludwig der Fromme gründet für seine Töchter das Fraumünster, das zu einem der reichsten Grundbesitze in der Zentral- und Ostschweiz wird, auch Karl der Dicke ist mehrfach in Zürich.

Hochmittelalter

Auch die Ottonen und Salier reisen öfters via Zürich, wahrscheinlich auf dem Weg nach Italien.

Die Zähringer gründen im 12. Jahrhundert im Mittelland einige Städte: Bern, Murten, Freiburg im Üchtland, Thun, eine Zeitlang gehört ihnen auch Zürich.

Die Habsburger haben in der Schweiz ihr Stammschloss, die Habsburg und in der nahen Brückenstadt Brugg (unweit von den Ruinen des römischen Kastells Vindonissa) ihre erste städtische Residenz im 11. Jahrhundert. Der Aargau gehört zu ihren Stammlanden.

Durch das Aussterben einiger lokaler Grafengeschlechter im 13. Jahrhundert, konzentriert sich der Grundbesitz beim Adel - die Habsburger erben durch geschickte Heiratspolitik ausgedehnte Ländereien der Zähringer, Lenzburger und Kyburger auf dem Gebiet der heutigen Kantone Schwyz, Nidwalden, Glarus, Zürich.

Städte wie Zürich, Bern, Basel und Freiburg werden im 13. Jahrhundert reichsfrei.

Beginn der Eidgenossenschaft

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Im 13. Jahrhundert wird der Gotthardpass durch den Bau der Teufelsbrücke zu einer Handelsstrasse, und zu einem wichtigen politischen Faktor. Besonders die Habsburger, die bereits mit Zürich und Aargau die wesentlichen Zugänge beherrschen, sind an der Kontrolle dieses Übergangs sehr interessiert.

Die Waldstätte Uri und Schwyz holen sich aber im 13. Jahrhundert Freiheitsbriefe von Friedrich II, die ihnen die Reichsunmittelbarkeit mit weitgehender Selbstverwaltung durch einen Landammann zusichern. 1273 wird Rudolf I von Habsburg deutscher König. Er setzt in den Waldstätten Vögte ein, offiziell als Gerichtsvertreter für den Kaiser, de facto als Interessenvertreter für das Haus Habsburg. Er plante auch, seinem Sohn Albrecht das Herzogtum Schwaben (einschließlich dem Gotthard) als erbliches Herzogtum zu übertragen - womit die reichsfreien Gebiete dort natürlich nicht mehr reichsfrei gewesen wären.

Das führt zum Bundesschluss vom 1. August 1291: Die Waldstätte (Orte) Uri, Schwyz und Unterwalden schließen, der Legende nach auf dem Rütli, einen Ewigen Bund. Der schriftliche Bundesbrief ist erhalten und befindet sich im Bundesbriefarchiv in Schwyz. Etwa zur gleichen Zeit werden die habsburgischen Vögte vertrieben.

1292 Rudolfs Sohn Albrecht bestätigt die Freiheitsbriefe nicht.

1315 will Leopold I. von Österreich Habsburgischen Machtanspruch in der Innerschweiz durchsetzen. Sein gepanzertes Ritterheer gerät jedoch in einen Hinterhalt der Eidgenossen und wird in der Schlacht bei Morgarten fast vollständig vernichtet.

Die Acht Alten Orte

Um seine Selbständigkeit gegenüber Habsburg zu wahren, schließt sich Luzern 1332 dem Bund der Waldstätte an.

In Zürich bekommt Bürgermeister Rudolf Brun nach der Zunftrevolution Schwierigkeiten mit dem Habsburgischen Rapperswil, wo sich die vertriebenen Adligen und Handelsherren festgesetzt haben und löst sie 1351 durch ein Bündnis mit den Waldstätten.

Auch Glarus suchte den Beitritt zur Eidgenossenschaft, um dem Habsburger Druck zu widerstehen, bekam jedoch 1352 nur einen Beitritt als Zweitklass-Eidgenosse.

Zug war der Habsburgische Handelsumschlagsplatz auf der Gotthardroute und nach dem Beitritt Zürichs zur Eidgenossenschaft ein ziemliches Hindernis. Die Stadt Zug war habsburgisch gesinnt, das Amt Zug (die Umgebung) hatte starke Sympathien für die Eidgenossen. Nach einer Belagerung wurde Zug eingenommen, und dann 1352 Stadt und Amt in den Bund der Eidgenossen aufgenommen.

1353 schloss auch Bern einen "ewigen Bund" mit den Waldstätten.

Das resultierende Gebilde wird als die Acht Alten Orte bezeichnet. Es handelt sich allerdings nicht einen Staatenbund sondern eher um ein Konglomerat von Bündnissen der einzelnen Partner untereinander.

Die nächste Auseinandersetzung mit den Habsburgern erfolgte 1386: Leopold III. von Österreich wird bei Sempach in offener Feldschlacht (Schlacht von Sempach) von den Eidgenossen besiegt.

Innerhalb der Eidgenossenschaft kommt es 1449-1450 zum Alten Zürichkrieg, weil sich Zürich und Schwyz um die vom letzten Grafen von Toggenburg hinterlassenen Ländereien am oberen Zürichsee streiten. Bei Sankt Jakob an der Birs wird eine Minderheit von Schweizern durch das französische Heer aufgerieben, jedoch nach so starker Gegenwehr, dass die Franzosen auf einen Weitermarsch verzichten.

Von 1474-1478 setzten sich die Eidgenossen in den Burgunderkriegen mit Herzog Karl dem Kühnen von Burgund auseinander.
Kurzfassung: Karl der Kühne verlor bei Grandson das Gut, bei Murten den Mut, bei Nancy das Blut.

Nachdem die Berner die savoyische Waadt, die zu Burgund gehörte, erobert hatten, unternahm Karl der Kühne einen Feldzug. Nach der Belagerung von Grandson wird er am 2. März 1476 in der Schlacht bei Grandson am Neuenburgersee in die Flucht geschlagen. Die Eidgenossen erbeuten nicht nur Hunderte von Geschützen sondern auch das Lager des Herzogs, der als damals reichster europäischer Fürst auch im Feld nicht auf prunkvolle Hofhaltung verzichtete. Die für Schweizer Verhältnisse unermesslich große Burgunderbeute brachte in der Folge die sozialen Verhältnisse ins Wanken. Wenige Monate später belagerte Karl die Stadt Murten, wo sein Söldnerheer 22. Juni 1476 in der Schlacht bei Murten von den Eidgenossen aufgerieben wurde. Im nächsten Jahr kamen die Eidgenossen dem befreundeten Herzog von Lothringen zu Hilfe. Karl der Kühne fällt am 5. Januar 1477 in der Schlacht bei Nancy.

Eine wesentliche Folge der Burgunderkriege war, dass die Siege von Grandson und Murten gegen eine militärische Großmacht die Fürsten Europas veranlassten, die erfolgreichen Eidgenossen als Söldner zu werben. Gleichzeitig verschob sich das Kräftegleichgewicht zugunsten der Städte. Eine schwere Krise entstand, als die zwei Städte Freiburg im Üchtland und Solothurn, die in den Burgunderkriegen auf der Seite der Eidgenossen gekämpft hatten, ebenfalls Aufnahme in den Bund forderten. Beim Stanser Verkommnis kam es durch die Vermittlung von Nikolaus von Flüe in letzter Minute zu einer Einigung.

Die Dreizehn Alten Orte

Reformation und Gegenreformation

Ancien Régime

Helvetik, Mediation, Restauration

Der Schweizer Bundesstaat

20. Jahrhundert

21. Jahrhundert

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