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Geschichte der Republik Mazedonien



Der heutige Staat Mazedonien umfasst den nördlichen Teil der historischen Region Makedonien, aber auch Teile der ehemaligen römischen Provinz Moesien bzw. des osmanischen Kosovo.

Bis 1918

Bis zu den Balkankriegen von 1912/1913 gehörte Mazedonien zum Osmanischen Reich, danach zu Serbien.

Zur älteren Geschichte siehe Makedonien#Geschichte.

1918-1945

Innerhalb des ab 1918 bestehenden jugoslawischen Staates blieb es unter serbischer Kontrolle, die slawischen Bewohner des Landes wurden offiziell als Serben angesehen. Ab 1929 bildete das Gebiet des heutigen Mazedonien zusammen mit Teilen des südlichen Serbiens administrativ die Provinz Vardarska banovina.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde 1941 der größte Teil des Landes von dem mit den Achsenmächten verbündeten Bulgarien annektiert.

1945-1991

Die jugoslawischen Kommunisten unter Josip Broz Tito anerkannten während des Zweiten Weltkrieges eine eigenständige "(slawo-)mazedonische" Nation. Ab 1945 existierte eine Volksrepublik Mazedonien bzw. Sozialistische Republik Mazedonien innerhalb Jugoslawiens.

Seit 1991

Nach der Unabhängigkeitserklärung Mazedoniens (1991, Umsetzung 1992) kam es zu Unstimmigkeiten mit Griechenland über den Namen Mazedonien - im Hinblick auf die gleichnamige griechische Provinz Makedonien - und Symbole wie den Stern von Vergina. Die damalige Flagge Stern von Vergina wurde nicht als Staatssymbol anerkannt. Erst seit 1995 ist die jetzige Fahne als Staatssymbol bei der UNO anerkannt. Siehe auch: Griechenland sah den Namen Mazedonien als historisch nicht gerechtfertigt an, da die alten Makedoner angeblich Dorer und damit im weiteren Sinne Griechen gewesen seien, die slawischen Mazedonier hingegen keine direkte Abstammung von diesen aufweisen könnten. Zusätzlich wurde argumeniert, dass ein großer Teil des heutigen Mazedoniens nie Teil der historischen Region Makedonien gewesen sei, und die Bezeichnung Mazedonien in diesem Sinne wird als kommunistische Erfindung betrachtet.

Außerdem spielte Furcht vor einem eventuellen territorialen Anspruch auf die griechische Provinz Makedonien eine Rolle. Mazedonien argumentiert, dass die Bezeichnung Makedonien mindestens seit dem 19. Jahrhundert für die ganze Region inklusive der heutigen Republik Mazedonien sowohl lokal als auch darüber hinaus üblich sei, und dass sich die slawischen Bewohner der Region auch mindestens ebensolang als Makedonci bezeichnen.

International ist die Republik deshalb vorläufig als Ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien (engl. Former Yugoslav Republik of Makedonia - FYROM) anerkannt und wurde unter dieser Bezeichnung auch 1993 in die UNO aufgenommen. Die meisten Staaten verwenden jedoch auch offiziell den Begriff Republik Mazedonien. Die UNO forderte Griechenland und Mazedonien auf, zu einer friedlichen Einigung im Namenskonflikt zu finden. Die Verhandlungen wurden jedoch unterbrochen, da keine der Seiten besonderes Interesse daran zeigte.

Im Zuge dieses Konfliktes belegte Griechenland Mazedonien mit einem 18monatigen Handelsembargo. Das Land, welches sich gerade im Umbruch befand und traditionell wirtschaftlich stark von Serbien und Griechenland abhängig ist, wurde dadurch massiv getroffen. Der Europäische Gerichtshof entschied jedoch, dass diese Aktion Griechenlands nicht den EU-Richtlinien widerspreche.

Um das Jahr 2000 herum kam es in Mazedonien erneut zu Spannungen, weil innerhalb der großen albanischen Minderheit Separationstendenzen ausbrachen. Ein Bürgerkrieg konnte bisher durch ausländische Truppenpräsenz verhindert werden (Operation Amber Fox).

Der junge Staat hat seit der formellen Unabhängigkeit vor allem unter dem Gegensatz des zwei Volksgruppen zu leiden. Die Albaner, die nach eigenen Angaben ein Drittel der Bevölkerung ausmachen (die Volkszählung von 2003 ergab genau 25 Prozent, wird aber teilweise angezweifelt), wünschen mehr Autonomie, die ihnen die slawisch-mazedonische Mehrheit nur schwer zugestehen kann. Dies führte zu bürgerkriegsähnlichen Kampfhandlungen im Westen des Landes, die teilweise auf die Hauptstadt übergriffen und nur durch internationale Vermittlung beendet werden konnten.

Das 2001 abgeschlossene Rahmenabkommen von Ohrid kam vor allem durch die Haltung von Präsident Boris Trajkovski zustande, der auch die Annäherung an die EU in Bewegung brachte.

Am 26. Februar 2004 stürzte das Flugzeug des Präsidenten Boris Trajkovski über Stolac in Bosnien-Herzegowina ab. Er war gerade auf dem Weg zu einer Geldgeberkonferenz in Mostar. Da Trajkovski im allgemeinen als sehr offen und als Garant für den Frieden im Land galt, wird dieser Unfall als schwerer Rückschlag gesehen. Ministerpräsident Branko Crvenkovski will diese Politik zwar weiterführen, doch die notwendig gewordenen Präsidentenwahlen am 14. April 2004 stellen das Land erneut vor einen Scheideweg. Ministerpräsident Branko Crvenkovski, der sich für eine Annäherung Mazedoniens an die NATO und EU einsetzt, hat in der ersten Wahlrunde gewonnen, es kommt zu einer Stichwahl zwischen Crvenkovski und Kedev.

(Fast) endgültige Wahlergebnisse vom Abend des 15. April sagen bei 99,75% ausgezählter Stimmen einen klaren Wahlsieg des Regierungskandidaten Crvenkovski voraus. Die Ergebnisse: Crvenkovski 42,49%, Saško Kedev von der Oppositionspartei VMRO DPMNE 34,09%, Gzim Ostreni von der Demokratischen Union für Integration (albanische Partei) 14,78% und Zudi Djelili von der Demokratischen Partei der Albaner 8,63%. Die Wahlbeteiligung war 55,14%. Es muss noch ein zweiter Wahlgang abgehalten werden. (Quelle: B92).

Siehe auch:

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