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Geschichte der Republik Kongo



Das Mündungsgebiet des Kongo wurde Ende des 15. Jahrhunderts von Portugal aus erstmals von Europäern erforscht. Damals existierte hier das einheimische Reich Kongo. Dieses trieb mit den Europäern Handel.

In den 1880er Jahren kam die Region unter französische Herrschaft. Pierre Savorgnan de Brazza (nach dem Brazzaville benannt ist) wetteiferte mit den Abgesandten des belgischen Königs Leopold II um die Kontrolle des Kongobeckens. 1885 legte die Kongokonferenz in Berlin den Kongo-Freistaat als Privatkolonie Leopolds fest. Zwischen 1882 und 1891 schloss Frankreich Schutzverträge mit den einheimischen Herrschern westlich des Kongo und Ubangi, so dass diese Flüsse schließlich zur Grenze wurden.

1908 organisierte Frankreich seine Kolonien im heutigen Kongo, Gabun, Zentralafrika und Tschad neu als Französisch-Äquatorialafrika. Brazzaville wurde Hauptstadt dieser Kolonie. 1911 wurde ein Teil dieser Kolonie gegen deutsche Zugeständnisse in Marokko an Deutschland abgetreten, so dass die deutsche Kolonie Kamerun einen Zugang zum Kongo erhielt. Im Ersten Weltkrieg wurde Kamerun erobert, der 1911 abgetretene Streifen wurde wieder Französisch-Äquatorialafrika zugeschlagen.

Da der untere Kongo nicht schiffbar ist, wurde 1924 bis 1934 eine Eisenbahn von Brazzaville bis zum Hafen Pointe Noir gebaut. Nach der französischen Niederlage 1940 schloss sich die Kolonialverwaltung dem freien Frankreich unter Charles de Gaulle an, Brazzaville wurde bis 1943 nominell Hauptstadt des Freien Frankreich.

1958 wurde die Kolonie in die vier heutigen Staaten (als Kolonien) aufgeteilt. Am 28. November wurde Mittelkongo in Republik Kongo umbenannt, am 15. August 1960 unabhängig. Der erste Präsident war Fulbert Youlou, ein ehemaliger katholischer Priester. Seine Amtszeit war durch ethnische und politische Unruhen gekennzeichnet. Im August 1963 wurde er gestürzt.

Nach einer kurzen Militärregierung wurde Alphonse Massamba-Debat Präsident, Pascal Lissouba wurde Ministerpräsident. Massamba-Debat wurde im August 1968 durch einen Putsch gestürzt, am 31. Dezember 1968 wurde Major Marien Ngouabi neuer Präsident. Er machte den Kongo zu einer Volksrepublik und lehnte sich politisch an die Sowjetunion an. Er wurde am 16. März 1977 ermordet.

Sein Nachfolger Oberst Joachim Yhomby-Opango wurde wegen Korruption und Abweichung von der Parteilinie am 5. Februar 1979 abgesetzt und durch den Vizepräsidenten und Verteidigungsminister Oberst Denis Sassou-Nguesso als Interimspräsident ersetzt.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion änderte die Einheitspartei ihre Politik und ließ schließlich Mehrparteienwahlen zu. Sassou-Nguesso wurde 1992 in freien Wahlen besiegt, sein Nachfolger wurde am 31. August 1992 Professor Pascal Lissouba.

Im November 1992 löste der Präsident die Nationalversammlung auf, die Neuwahlen im Mai 1993 waren umstritten. Dies führte zu gewalttätigen Unruhen, die bis Februar 1994 anhielten.

1997 kam es im Vorfeld der für Juli geplanten Präsidentschaftswahlen zu Spannungen zwischen Lissoubas und Sassous Anhängern. Als Lissoubas Regierungstruppen am 5. Juni Sassous Haus in Brazzaville umstellten, befahl dieser seinen Milizen, Widerstand zu leisten. In viermonatigen Kämpfen wurden große Teile der Hauptstadt zerstört. Anfang Oktober intervenierten angolanische Truppen auf Seiten des Ex-Präsidenten, Mitte Oktober wurde die Regierung gestürzt. Seitdem ist Denis Sassou-Nguesso wieder Präsident.

Neben der Republik Kongo, gibt es noch die Demokratische Republik Kongo ähnlichen Namens, das ehemalige Zaire.




     
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