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Generallandschulreglement



Das Generallandschulreglement vom 12. August 1763 wurde unter Friedrich dem Großen verabschiedet und bildete die Grundlage für die Entwicklung des preußischen Volksschulwesens.

Nachdem das Schulwesen in Deutschland nach der Reformation einen deutlichen Aufschwung erfahren hatte, trat die anschließende Entwicklung bis weit in das 18. Jahrhundert hinein auf der Stelle; bei Staat und Kirche stand die Bildung hintenan und es fehlte an Geld, um Lehrer bezahlen zu können. Erste Lehrerseminare und kirchliche Initiativen bereiteten den Boden für das Generallandschulreglement, das überwiegend von dem reformorientierten Theologen und Pädagogen Johann Julius Hecker erarbeitet wurde. Hecker stand in der Tradition des Halleschen Pietismus. Nach seinen Gründungen der ersten praxisorientierten Realschule im Jahr 1748 und des ersten preußischen Lehrerseminars im Jahr 1749 fand Hecker großes Gehör bei Friedrich Wilhelm I und dann auch bei Friedrich dem Großen.

Entgegen vielen Darstellungen beinhaltete das Reglement noch nicht die konsequente Schulpflicht, war aber mit der Aufforderung zum Schulbesuch eine der letzten Vorstufen zur Pflicht. Die Lehrergehälter blieben bei allen Fortschritten der Regelung in den folgenden Jahren weiterhin spärlich, die staatliche Förderung des Bildungswesens stieg nur unwesentlich und Fortschritte im Schulwesen beruhten weiterhin in der Regel auf privater Initiative von kirchlichen Würdenträgern wie Hecker, Adeligen, Kaufleuten oder auch Gutsherren wie dem Brandenburgischen Eberhard von Rochow, der Musterschulen einrichtete. Erst in den folgenden Jahrzehnten erfuhr die Entwicklung des Schulwesens einen deutlich staatlich geprägten Fortschritt, der – je nach politischer Grundhaltung – auch kritisch gesehen wird, da beispielsweise die Durchsetzung der Schulpflicht das Erziehungsmonopol (principa regulativa) des Staates festschrieb.

Auszug aus dem Generallandschulreglement:

Zuvörderst wollen Wir, dass alle Unsere Untertanen, es mögen sein Eltern, Vormünder oder Herrschaften, denen die Erziehung der Jugend obliegt, ihre eigenen sowohl als ihrer Pflege anvertrauten Kinder, Knaben oder Mädchen, wo nicht eher, doch höchstens vom fünften Jahre ihres Alters in die Schule schicken, auch damit ordentlich bis ins dreizehnte und vierzehnte Jahr kontinuieren und sie so lange zur Schule halten sollen, bis sie nicht nur das Nötigste vom Christentum gefasst haben und fertig lesen und schreiben, sondern auch von demjenigen Rede und Antwort geben können, was ihnen nach den von Unsern Konsistorien verordneten und approbierten Lehrbüchern beigebracht werden soll.

Siehe auch: Schule, Pädagogik, Humanistische Pädagogik, Liste bedeutender Pädagogen

Quellen, Weblinks




     
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