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Geisteswissenschaftliche Pädagogik



Die Geisteswissenschaften werden durch ihre Methoden und durch ihren Gegenstandsbereich von den Naturwissenschaften unterschieden. Die Geisteswissenschaften befassen sich, anders als die Naturwissenschaften, mit dem Verstehen des Klienten, während die Naturwissenschaften Zusammenhänge erklären wollen.

Dieses Verstehen kann als das Verstehen des Sinns und der Bedeutung menschlichen Handelns, als Verstehen des menschlichen Seelenlebensbeschrieben werden. Einige Elemente dieser pädagogischen Theorie sind die Lebensweltorientierung, die hermeneutische Methode sowie das Verständnis von Pädagogik als pragmatische Wissenschaft.

Die Hauptthesen der geisteswissenschaftlichen Pädagogik sind folgende:

  1. Der Ausgangspunkt für die pädagogische Theorie ist die Erziehungswirklichkeit, das heißt, dass der pädagogischen Theorie konkrete pädagogische Situationen zu Grunde liegen.
  2. Die Erziehungswirklichkeit besitzt eine bestimmte Bedeutung für die betroffenen Personen, sie handeln auf der Basis dieser Wirklichkeit.
  3. Die Aufgabe der Pädagogik ist es, die Bedeutung der Erziehungswirklichkeit zu erfassen, also die Bedeutung der Situation zu verstehen, die sie für den Zögling hat.
  4. Die Erziehungswirklichkeit ist das Ergebnis einer geschichtlichen Entwicklung, man kann die Bedeutung einer Erziehungssituation nur verstehen, wenn man die Geschichte des Zöglings und die Geschichte seines Umfelds mit einbezieht.
  5. Aus der historischen Betrachtung der Erziehungswirklichkeit werden Entwicklungsmöglichkeiten und Bildungsideale deutlich, das bedeutet, dass aus der bisherigen Entwicklung kommende Aufgaben, Orientierungen und Möglichkeiten für die Umwelt und für den Zögling entstehen.

Verständnis für die Situation und die Handlungen des Klienten kann also nur mit Blick auf dessen Werte und Ideale, sowie sein gesellschaftliches, kulturelles und historisches Umfeld erreicht werden. Daraus ergeben sich dann Möglichkeiten für seine Zukunft und die Zukunft seiner Umgebung. Verstehen ist also ein Hineinversetzen, wobei das Einzelne immer als Teil des Ganzen und das Ganze wiederum mit all seinen Einzelheiten gesehen werden muss. Der Prozess beinhaltet also eine gegenseitige Beeinflussung und Reflexion von Subjekt und Objekt. Da das Ganze seinerseits wieder Teil eines größeren Sinn-zusammenhangs ist, wiederholt sich der Vorgang. Das Verstehen wird also immer weiter verstärkt, indem dieser zirkuläre Vorgang mehrmals durchlaufen wird, da es so immer wieder zu Vertiefungen und Erweiterungen des ersten Verständnisses kommt. Diese Methode nennt sich hermeneutischer Zirkel. Unter Hermeneutik wird die Lehre der Interpretation von Texten und anderen Kulturäußerungen verstanden. Im Zuge der hermeneutischen Zirkelbewegung verringert sich zusehends die Distanz zwischen dem Erzieher und dem Zögling.

Als Methoden wissenschaftlicher Forschung in der geisteswissenschaftlichen Pädagogik sind die Beobachtung der konkreten Erziehungssituation, der Rückgriff auf eigene Erfahrungen und der Rückgriff auf Erfahrungen in Bezug auf das Umfeld zu nennen.




     
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