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Gamelan



Gamelan ist ein sowohl der Name für eine indonesischen Musikrichtung, als auch für das verwendete Instrumentarium.

Es gibt verschieden Stile in Java und Bali mit jeweils eigenen Instrumenten und Stimmungen.

Die Instrumente besteht hauptsächlich aus Metallophonen mit Bronzeklangplatte, Gongs, und Trommel. Dazu kommen je nach Stil auch Flöte, Spießgeige, Xylophon und Sängerinnen und Sänger.

Die Stimmung ist je nach Musikrichtung unterschiedlich und variiert auch von Ensemble zu Ensemble. Es gibt Gamelans mit 4, 5 und 7 Tönen pro Oktave.

Gamelanmusik erklingt zu verschiedenen Anlässen - etwa zu religiösen Feiern, zu sozialen Anlässen wie Hochzeiten, als Begleitung zu Tanz, Puppentheater und Schattenspiel, oder auch im Konzert.

Einige zum teil sehr alte Ensembles findet man noch heute in den Füstenhöfen (Kraton) von Yogyakarta und Surakarta in Zentraljava.

Gamelan in Zentraljava

Ein Gamelan aus Zentraljava besteht aus vier Gruppen von Instrumenten:

1. Instrumenten, die die Kernmelodie (Balungan) spielen. Dazu gehören Metallophone mit Bronzeplatten über einem Holzkasten (Saron) in drei verschiedenen Größen mit jeweils einer Oktave Abstand und das Slenthem, das noch eine Oktave tiefer erklingt und dünne Klangplatten mit einzelnen Resonatoren aus Bambus oder Aluminiumröhren besitzt.

2. Die paraphrasierenden Instrumente. Sie kennzeichnen bestimmte Abschnitte eines Stücks und geben dabei die Struktur an. Der größte hängende Gong (Gong ageng) markiert Anfang und Ende eines Stücks und längere Abschnitte. Der Kenong ist ein Kesselgong mit Holzresonator. Er spielt kürzere Unterteilungen. Die kleineren Kesselgongs Kethuk und Kempyang füllen die Grundschläge der anderen weiter auf.

3. Instrumente die die Grundmelodie verzieren. Dazu gehören

Auch die Solo-Sängerinnen (Pesidhen) und eine Gruppe von Männerstimmen (Gerong) verzieren die Melodie.

Jedes Instrument hat seine eigenen Muster und Regeln, nach denen es die Kernmelodie ausschmückt und intepretiert. Auch der Geschmack und die Fähigkeiten der Spieler bestimmen die Ausführung.

4. Die Trommel (Kendhang) gibt Signale um das Stück und seine Teile zu beenden und das Tempo zu variieren. Der Trommelspieler ist der unsichtbare Leiter der Gruppe.

In einem kompletten Gamelan können bis zu 40 Spieler vereint sein. Es gibt keine eigentlichen Solisten. Jedes Instrument ist für den Gesamtklang wichtig und nur im Zusammenspiel aller Instrumente ergibt sich der gewünschte Klang. Insofern stellt ein Gamelan ein soziales Ideal da, in dem jeder auf den anderen hört und seinen Teil zum Gesamtergebnis beiträgt, ohne selbst im Vordergrund zu stehen.

In Zentraljava werde zwei verschieden Stimmungen benutzt:

Die Abstände der Töne im Slendro sind nahezu gleich. Die Stufen im Pelog weisen deutliche Unterschiede auf. Keine der beiden Stimmungen enthält reine Intervalle außer der Oktave.

Jedes Gamelan hat seine eigene, etwas von den anderen abweichende Stimmung. Für Slendro und Pelog gibt es jeweils einen eigenen Satz Intrumente.

Jedes Stück ist für eine Stimmung komponiert. Beim Spiel werden gleiche Intrumente "über Eck" aufgestellt, und der Spieler dreht sich jeweils zu dem Instrument, das gebraucht wird.




     
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