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Friedrich III. (HRR)



Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Als Nachfolger von Albrecht II, wurde Friedrich III. (* 21. September 1415 Innsbruck, † 19. August 1493 Linz) im Jahr 1440 zum deutschen König gewählt. Er ist der Sohn von Herzog Ernst dem Eisernen aus der Leopoldinisch-Innerösterreichischen Linie der Habsburger und seiner Frau Cimburga von Masowien. Als Herzog von Österreich Friedrich V., wurde er als König Friedrich IV.; Friedrich III. hieß er erst seit seiner Kaiserkrönung.

Er schloss mit dem Papst und Kurie 1446 das Wiener Konkordat ab, das bis 1806 seine Gültigkeit behielt und die Verbindungen der Habsburger mit dem Papsttum regelte.

Friedrich war der letzte römisch-deutsche Kaiser, der vom Papst in Rom gekrönt wurde (Krönung 1452 durch den Papst Nikolaus V zum Kaiser des Heiligen römischen Reich der deutschen Nation). Friedrich lehnte in dieser Funktion die damals geplante Reichsreform ab und konnte nur knapp seine Abwahl und die Wahl eines Gegenkönigs durch die deutschen Kurfürsten verhindern.

Seine Politik war wenig spektakulär und doch erfolgreich. Seine Gegner waren zahlreich, sogar sein eigener Bruder Albrecht VI machte ihm die Herrschaft streitig. Militärisch konnte er keinen einzigen Konflikt gewinnen, daher verlegte er sich mehr aufs intrigieren. Seinen 1440 geborenen Neffen Ladislaus Postumus etwa hielt er gefangen und wollte seine Vormundschaft bis ins Unendliche verlängern, um die Kontrolle über Niederösterreich zu behalten. 1452 konnte dieser von den niederösterreichischen Ständen befreit werden. Ebenso verfuhr er mit seinem Neffen Siegmund aus der Tiroler Linie. Ungarn und Böhmen konnte er trotz vielfacher Anstrengungen nicht gewinnen, er wurde sogar vom Ungarnkönig Matthias Corvinus 1490 besiegt, der fünf Jahre bis zu seinem Tod ungestört in Wien residieren konnte. In all diesen Konflikten behielt er trotzdem die Oberhand: er überlebte einfach alle seine Gegner und beerbte sie, so wie Ladislaus Postumus, von dem er 1457 Niederösterreich erbte und Albrecht VI., dem er 1463 als Landesherr in Oberösterreich nachfolgte.

Die Glanzlosigkeit und Mühseligkeit seiner Politik wurde schon von Zeitgenossen mit einer Mischung aus Verachtung und verhaltenem Erstaunen über seine rätselhafte "Unbesiegbarkeit" kommentiert: er bekam Spottnamen wie "des Römischen Reiches Erzschlafmütze". Da er seinen Untertanen keinerlei politische oder wirtschaftliche Sicherheit bieten konnte, waren die Bürger der Städte, vor allem Wiens immer auf der Seite seiner Gegner: zuerst Albrechts VI., später Matthias Corvinus'. Dies verurteilte ihn auch zu einem (zu seiner Zeit bereits anachronistischen) Wanderleben: er residierte abwechselnd in Graz, Linz und Wiener Neustadt.

Unter dieser Oberfläche ist jedoch eine erstaunliche Zähigkeit zu bemerken: sein Sendungsbewußtsein für das Haus Habsburg war echt und tiefgehend. Ausdruck dafür ist sein geheimnisvolles Motto AEIOU, für das es eine Reihe von Deutungen gibt, etwa "Alles Erdreich ist Oesterreich untertan" oder "Austria est imperare in omni universo". Es war daher er, der den Habsburgischen Machtbereich zum Großreich erweiterte. Durch die Verheiratung seines Sohnes Maximilian I 1477 an Maria von Burgund erwarb er 1482 die reichen Niederlande für Österreich und die Habsburger, die so zum Haus Österreich und Burgund aufstiegen. "Mögen andere Kriege führen, Du glückliches Österreich heirate" wurde zum Motto der Dynastie. Kriege führten die Habsburger zwar trotzdem reichlich, Friedrichs Abscheu vor dem Krieg war allerdings echt.

Der Figur Friedrichs III. verleiht diese Zweischneidigkeit jedenfalls eine seltsame Anti-Faszination in den Augen der Nachwelt.

Sein Sohn Maximilian I. setzte die Politik seines Vaters erfolgreich durch: Durch die Vermählung seines Sohnes Philips des Schönen mit der spanischen Infantin Johanna der Wahnsinnigen ist Österreich bis nach Spanien und seinen überseeischen Eroberungen gewachsen.

Er starb bei einem misslungenen Amputationsversuch seines linken Beines. Sein Grabmal im Wiener Stephansdom von Niclaes Gerhaert van Leyden ist eines der bedeutendsten plastischen Kunstwerke des Spätmittelalters.

siehe auch: Liste der Markgrafen und Herzöge von Österreich im Mittelalter

Vorgänger:
Albrecht II
Herrscher des Heiligen Römischen Reichs Nachfolger:
Maximilian I




     
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