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Freikirche



Eine Freikirche ist eine vom Staat unabhängige christliche Kirche. Sie ist gewöhnlich als Freiwilligkeitskirche organisiert und erwartet in der Regel eine persönliche Entscheidung für die Mitgliedschaft im religionsmündigen Alter.

Table of contents
1 Definition
2 Geschichtliches
3 Freikirchen heute
4 Die wichtigsten Freikirchen im deutschen Sprachraum
5 Ablehnung der Kirchensteuer
6 Literatur
7 Siehe auch
8 Weblinks

Definition

Man unterscheidet drei freikirchliche Grundtypen:

Geschichtliches

Freikirchen sind zu verschiedenen Zeiten aus verschiedenen Gründen entstanden.

Die Waldenser entstanden im 12. Jahrhundert aus einer Laienbewegung in Frankreich und Norditalien.

Die historischen Wurzeln der Mennoniten liegen im teilweise radikalen Täufertum des 16. Jahrhunderts, welches durch sein Ausbrechen aus den etablierten Kirchen heftige Reaktionen und Verfolgungen auslöste. So weisen die Baptisten nicht nur die Kindertaufe sondern auch die enge Verbindung von Kirche und Staat als unbiblisch zurück. Julius Köbners "Manifest des freien Urchristentums" von 1848 gilt als einer der deutlichsten Belege in diesem Zusammenhang.

Im England und Schottland kam es im 17. Jahrhundert zu betont calvinistischisch-reformierten Abspaltungen von der anglikanischen Kirche (Puritaner) aus denen sich Presbyterianer, Kongregationalisten und Baptisten entwickelten. 1843 spaltete sich die Free Church of Scotland von der ebenfalls calvinistisch-reformierten Church of Scotland ab. Ebenfalls in England bildeten sich unter George Fox die Quäker.

Im deutschen Sprachraum sind missionarische Gemeindegründungen aus dem Pietismus hervorgegangen, so die Herrnhuter Brüdergemeine unter Nikolaus Graf von Zinzendorf.

Im 18. Jahrhundert wurde in England von John Wesley der Methodismus in England als weit reichende Reformbewegung innerhalb der anglikanischen Kirche gegründet, die zuerst in den USA und im 19. Jahrhundert auch in England eine selbständige Kirche wurde.

Quasi als eine Spätfolge der revolutionären angelsächsischen Freikirchen-Bewegung zu Anfang des 19. Jahrhunderts und der damit einhergehenden Zersplitterung in mehrere baptistische Gruppen entstehen zuerst in Großbritannien und später auch in Deutschland die ersten so genannten Brüdergemeinden.

In dem Bestreben, soziales Handeln und missionarische Dienste als Ausdruck christlicher Überzeugung zusammen zu bringen, wird schließlich die Heilsarmee gegründet.

Im 19. Jahrhundert entstanden die Altlutheraner und Altreformierten als konservative Abspaltungen der Staatskirchen. Sie verstehen sich jedoch nicht als Freikirchen im eigentlichen Sinne und arbeiten deshalb auch nicht in der freikirchlichen Vereinigung mit.

Freikirchen heute

Viele von Einwanderern gegründete Länder wie die USA oder Kanada kennen keine Staatskirchen, dort haben alle Kirchen (einschließlich Katholiken) den Status einer Freikirche, ebenso viele afrikanische Länder. Auch in den traditionellen katholischen lateinamerikanischen Ländern sind die Freikirchen heute stark im Wachstum begriffen.

Viele Freikirchen, die im deutschen Sprachraum zahlenmäßig nicht von Bedeutung sind (Methodisten, Baptisten, Pfingstgemeinden) arbeiten Seite an Seite zusammen, und haben weltweit mehr Mitglieder als zum Beispiel die Lutheraner.

Die Freikirchen arbeiten zusammen auf der Ebene der Vereinigung evangelischer Freikirchen (VEF). Sie gehören zu den Mitgründern der Evangelischen Allianz, einem Zusammenschluss evangelikaler Christen aus Landes- und Freikirchen (siehe: Deutsche Evangelische Allianz).

Die wichtigsten Freikirchen im deutschen Sprachraum

(in alphabetischer Reihenfolge)

Viele Freikirchen haben sich der Vereinigung Evangelischer Freikirchen als Voll- bzw. Gastmitglieder angeschlossen. Daneben gibt es zahlreiche freie unabhängige Gemeinden, die keinem Bund angehören.

Ablehnung der Kirchensteuer

Ein Kritikpunkt an den Amtskirchen ( evangelischer und katholischer) ist deren Finanzierung über die vom Staat eingezogene Kirchensteuer. Freikirchliche Gemeinden fordern eine strikte Trennung von Kirche und Staat und lehnen den Einzug von Kirchensteuern durch staatliche Organe ab. Sie finanzieren sich aus Beiträgen und Spenden und erwarten in der Regel von ihren Mitgliedern den so genannten "Biblischen Zehnten" (10 % ihres persönlichen Einkommens). Sofern die Gemeinden nicht durch ehrenamtliche Laienpastoren betreut werden, werden die Pastoren von der Gemeinde oder der Kirche finanziert.

Literatur

Siehe auch

Weblinks




     
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