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Formel-1-Saison 1952



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1 Formel 1-Weltmeisterschaft 1952

Formel 1-Weltmeisterschaft 1952

GP Schweiz - Bremgarten (27. Mai 1952)

Platz Fahrer Team Zeit
1 Piero Taruffi Ferrari 3:01.46,100
2 Rudolf Fischer Ferrari -2.37,200
3 Jean Behra Gordini -1 Runde
4 Ken Wharton Frazer-Nash-Bristol -2 Runden
5 Alan Brown Cooper-Bristol -3 Runden

Da Ascari hier zugunsten des Rennens in den USA auf einen Start verzichtet, ist für Taruffi der Weg zum Sieg frei. Auf dem zweiten Platz landet überraschend der Lokalmatador Fischer mit einem privat eingesetzten Ferrari. Durch einen schweren Rennunfall im Rahmenrennen findet die aktive Karriere Rudolf Caracciolas ein Ende.


GP USA - Indianapolis (30. Mai 1952)

Platz Fahrer Team Zeit
1 Troy Ruttman Kuzma-Offenhauser 3:52,41,880
2 Jim Rathmann Kurtis-Offenhauser -4.02,329
3 S. Hanks Kurtis-Offenhauser
4 D. Carter Lesovsky-Offenhauser
5 A. Cross Kurtis-Offenhauser

Aus Public Relation-Gründen wünscht Ferrari den Start mit dem alten 4,5-Liter-Boliden des Vorjahres. Doch das Unternehmen wird zum Fiasko: Ascari kann sich nur mit Mühe qualifizieren, liegt zwar zu Beginn auf dem achten Platz, um jedoch nach 41. Runden aufgeben zu müssen, da eines seiner hinteren Speichenräder bricht. Die amerikanische Konkurrenz fährt mit ihren 6,7-Liter-Boliden bereits mit modernen Magnesium-Rädern. Enzo Ferrari nimmt die Niederlage persönlich und bedauert selbst kurz vor seinem Tode, das Rennen nie gewonnen zu haben.



GP Belgien - Spa-Francorchamps (22. Juni 1952)

Platz Fahrer Team Zeit
1 Alberto Ascari Ferrari 3:03.46,300
2 Giuseppe Farina Ferrari -1.55,200
3 Robert Manzon Gordini -4.28,400
4 Mike Hawthorn Cooper-Bristol -1 Runde
5 Paul Frère HWM-Alta -2 Runden


GP Frankreich Rouen (6. Juli 1952)

Platz Fahrer Team Zeit
1 Alberto Ascari Ferrari 3:02.42,638
2 Giuseppe Farina Ferrari -1 Runde
3 Piero Taruffi Ferrari -2 Runden
4 Robert Manzon Gordini -3 Runden
5 Maurice Trintignant Gordini -5 Runden

Erstmals findet der Grand Prix von Frankreich in Rouen statt.


GP England - Silverstone (19. Juli 1952)

Platz Fahrer Team Zeit
1 Alberto Ascari Ferrari 2:44.11,000
2 Piero Taruffi Ferrari -1 Runde
3 Mike Hawthorn Cooper-Bristol -2 Runden
4 Dennis Poore Connaught -2 Runden
5 Eric Thompson Connaught -3 Runden

Zwar gelingt Ferrari erneut ein Doppelsieg - aber alle anderen Platzierungen werden bemerkenswerterweise von englischen Piloten bei ihrem Heim-Grand-Prix errungen.


GP Deutschland - Nürburgring (3. August 1952)

Platz Fahrer Team Zeit
1 Alberto Ascari Ferrari 3:06.13,300
2 Giuseppe Farina Ferrari -14,100
3 Rudolf Fischer Ferrari -7.10,100
4 Piero Taruffi Ferrari -1 Runde
5 Jean Behra Gordini -1 Runde

Zwölf der 30 Starter kommen aus Deutschland und fahren auf BMW oder Veritas unterlegen hinterher. Fritz Rieß, der Le Mans-Sieger des gleichen Jahres, ist mit seinem Veritas als bestplatzierter Deutscher gerade mal auf einem siebten Platz gelandet. Mit seinem Sieg, der aufgrund eines zusätzlichen Boxenstopps durch Ölmangel nur vorübergehend gefährdet ist, kann Ascari bereits vorzeitig Weltmeister werden.


GP Niederlande - Zandvoort (16. September 1952)

Platz Fahrer Team Zeit
1 Alberto Ascari Ferrari 2:53.28,500
2 Giuseppe Farina Ferrari -40,100
3 Luigi Villoresi Ferrari -1,34,400
4 Mike Hawthorn Cooper-Bristol -2 Runden
5 Robert Manzon Gordini -3 Runden

Erstmals findet ein GP der Niederlande statt. Die "neue" Piste von Zandvoort verwendet unter anderem gesprengte deutsche Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg als Fundament.


GP Italien - Monza (7. September 1952)

Platz Fahrer Team Zeit
1 Juan Manuel Fangio Alfa Romeo 2:50.45,600
2 José Froilán González Maserati -1.01,800
3 Luigi Villoresi Ferrari -2.03,200
4 Giuseppe Farina Ferrari -2.11,400
5 Felice Bonetto Maserati -1 Runde


Endstand Fahrer-WM

Die ersten fünf jedes Rennens bekamen 8, 6, 4, 3 bzw. 2 Punkte, einen weiteren Punkt gab es für die schnellste Rennrunde. Die besten vier Resultate wurden gewertet.

Platz Fahrer Team Punke
1 Alberto Ascari Ferrari 36 (53,5)
2 Giuseppe Farina Ferrari 24 (27)
3 Piero Taruffi Ferrari 22
4 Rudolf Fischer Ferrari 10
- Mike Hawthorn Cooper-Bristol 10
6 Robert Manzon Gordini 9
7 Troy Ruttman Kuzma-Offenhauser 8
- Luigi Villoresi Ferrari 8
9 José Froilán González Maserati 6,5
10 Jim Rathmann Kurtis-Offenhauser 6
- Jean Behra Gordini 6
12 Sam Hanks Kurtis-Offenhauser 4
13 Ken Wharton Fraser-Nash 3
- Dennis Poore Connaught 3
- Duane Carter Lesovsky-Offenhauser 3
16 Felice Bonetto Maserati 2
- Alan Brown Cooper-Bristol 2
- Paul Frère HWM-Alta 2
- Maurice Trintignant Gordini 2
- Eric Thompson Connaught 2
- Art Cross Kurtis-Offenhauser 2
22 Bill Vukovich Kurtis-Offenhauser 1

Aufgrund des Rückzuges von Alfa Romeo werden die Funktionäre der Formel 1 ziemlich überrascht. Um das Starterfeld aufzufüllen, schreiben sie die Konkurrenz für die Jahre 1952 und 1953 nach dem bisherigen Formel 2-Reglement aus: Dadurch sind nur noch Fahrzeuge mit reinen Saugmotoren bis 2000 ccm erlaubt. Das Gewicht ist für heutige Verhältnisse undenkbar freigestellt. Zwar ist der Einsatz von Kompressoren noch erlaubt, bei lediglich 500 ccm entscheidet sich jedoch kein Rennstall für diese Alternative.

Bei den PS-Zahlen sind folgerichtig erhebliche Einbußen zu verzeichnen. Der Alfa Romeo 159 des Vorjahres war noch mit imposanten 425 PS ausgestattet - das Weltmeisterschaftsfahrzeug von 1951, Ferrari, kam gerade einmal auf 180 PS! Dennoch erlaubte diese Ausweitung des Regelwerks nun auch wieder den kleinen Marken wie Gordini sich besser zu platzieren. Mit Cooper, Connaught und Fraser Nash traten nun auch drei neue britische "Garagen-Teams", wie sie Enzo Ferrari gerne verspottete, die zuvor nur in der niedrigeren Klasse gestartet waren, relativ beachtenswert an. Insgesamt 80 Piloten schreiben sich für die Saison ein, sind aber bis auf Hawthorn, Behra, Manzon und Fischer gegen die überlegenen Ferraris chancenlos. Der junge Mike Hawthorn rangierte zum Ende der Saison auf einem hervorragenden vierten Platz, um sogleich vom Commendatore für die kommende Saison zu den roten Rennern hin verpflichtet zu werden.

Die so genannten "Formel 2"-Jahre der Formel 1 sind eine reine Domäne des Ferrari-Rennstalls, da sie in den beiden Jahren 14 von 15 Rennen gewinnen und sogar 15 Doppelsiege feiern können. Erst mit dieser Saison gibt es eine Helmpflicht für Autorennen.

Währenddessen ist der Titelverteidiger Juan Manuel Fangio ohne konkurrenzfähiges Material, da Maseratis neuer Wagen zum Grand Prix von Bremgarten noch nicht fertig gestellt ist. Ohne großes Fortune nimmt der Argentinier mit einem BRM an zwei Grands Prix in Albi und in Drandrod bei Belfast außerhalb der Weltmeisterschaftskonkurrenz teil und scheidet jedesmal aus. Da Fangio aber von den Erfolgserlebnissen zehrt, fährt er wider alle Vernunft mit einem Rennwagen des Kollegen Louis Rosier von Le Bourget nach Monza, wo ein freier Grand Prix stattfindet und ein vorbereiteter Maserati auf ihn wartet, da der Flug zu spät stattgefunden hätte. Nach einer langen Nachfahrt kommt der übermüdete Argentinier gerade einmal zwei Stunden vor Startbeginn an, um daraufhin aus der letzten Startreihe starten zu müssen. Bereits in der zweiten Runde verliert unkonzentriert die Kontrolle über den Wagen und verunfallt schwer. Fünf Monate muss er daraufhin seine Wirbelsäulen-Verletzung auskurieren, ohne in die WM eingreifen zu können.

Ferraris erster Weltmeister Ascari fehlt dadurch ein gleichwertiger Gegner außerhalb seines eigenen Teams: Lediglich Giuseppe Farina bringt ihm beim Grand Prix auf dem Nürburgring in Bedrängnis. Wenn Alberto nicht die alte Rechnung mit Indianapolis hätte begleichen wollen, wäre ihm vielleicht auch in der Schweiz, wo er daher auf den Start verzichten mußte, ein Sieg geglückt. Dennoch ist er ein würdiger Weltmeister, weil er sich auch konditionsmäßig auf die Rennen versucht vorzubereiten, was man angesichts seines Bierbauches gar nicht annehmen wollte, und besser als seine Teamkollegen mit den kleineren monoposti zurechtkommt.





     
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