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Erzieher



Mit Erzieher bezeichnet man Personen, die in der Regel mit der Erziehung von Kindern im vor- und außerschulischen Bereich beschäftigt sind. Darüber hinaus sind sie auch bei der Betreuung Jugendlicher und älterer Personen im Einsatz. Insbesondere ist Erzieher die Berufsbezeichnung der Absolventen einer staatlich anerkannten Ausbildung an einer Fachschule für Sozialpädagogik oder einem Berufskolleg. Kindergärtner ist die veraltete Berufsbezeichnung. Die überwiegende Zahl der ErzieherInnen sind Frauen.

Ausbildung

Die Ausbildung wird in Deutschland von den Bundesländern gestaltet. Voraussetzung ist in der Regel ein Realschulabschluss bzw. die Fachschulreife. Die Ausbildung findet an Berufsfachschulen (z:B. 'Fachschulen für Sozialpädagogik') statt und dauert 3 Jahre. Davon sind zwei Jahre schulische Ausbildung (möglicherweise BAFÖG gefördert) und anschließend folgt ein einjähriges Berufspraktikum (Berufsanerkennungsjahr). Die bisherige Zulassungsvoraussetzung zur Ausbildung als Erzieher bzw. Jugend- und Heimerzieher ist im Jahr 2003 reformiert worden. Das heißt das ein Vorpraktikum vor Beginn der schulischen Ausbildung nicht mehr verlangt wird. Das Berufsanerkennungsjahr wurde in die Schulische Ausbildung integriert. Die Ausbildungsdauer hat sich durch den Wegfahl des Vorpraktikums somit um ein Jahr verkürzt. Anzumerken gilt das die Integration des Berufsanerkennungsjahres nur aus Kostengründen der Länder in die schulische Ausbildungszeit integriert bzw. migriert wurde. Das heißt für alle Fachschüler das es keine Vergütung wie bisher im Anerkennungsjahr für ihre Arbeit vom Arbeitgeber Staat gibt.

Die Ausbildung kann auch berufsbegleitend erfolgen (dann in der Regel mit zwei Tagen Schule und drei Tagen Arbeit wöchentlich sowie mehreren schulischen Ausbildungsblöcken).

Inhalte der Ausbildung können sein: Pädagogik, Psychologie, Soziologie, Religionslehre, rechtliche Fragen, Medienpädagogik sowie praktische Anleitung z.B. in Gesprächsführung oder Formen der Betreuung. In der Ausbildung soll eine Spezialisierung auf ein bestimmtes Praxisfeld bzw. Klientel stattfinden (Wahlpflichtfach).

Die Ausbildung endet mit der Anerkennung durch die entsprechende Landesschulbehörde. Unter Umständen ist mit dem Abschluss auch der Fachhochschul- oder allgemeine Hochschulzugang möglich.

Nach den Ergebnissen der PISA-Studie wurde in einigen Bundesländern die Ausbildung reformiert: Die Zugangsvoraussetzungen wurden teilweise erhöht und die Ausbildungszeit auf 4 Jahre verlängert. In Rheinland-Pfalz wurde die Ausbildung zur SozialassistentIn vorgeschaltet.

Teilweise gibt es auch spezielle Ausbildungen wie beispielsweise "Jugend- und Heimerzieher" im Bundesland Baden-Württemberg. Die Ausbildung zum Jugend- u. Heimerzieher ist eine dem Sozialpädagogik Studium vergleichbare Ausbildung.

Die an Fachschulen für Kinderpflege angebotenen Ausbildungsgänge zum Kinderpfleger sind ein relikt aus der Vergangenheit. Sie entsprechen heute nicht mehr dem Qualitätsanspruch an eine Berufsausbildung. Daher sind sie nicht vergleichbar mit dem Ausbildungsniveau für Erzieher bzw. Jugend- u. Heimerzieher.

Berufsfelder

Berufsfelder in denen Erzieher traditionell arbeiten sind: Kinderkrippen, Kindergärten, Schulhorte, Ganztagesschulen, Behinderteneinrichtungen sowie Einrichtungen der Jugendhilfe (Heime) und Freizeiteinrichtungen. Hinzu kommen Einsatzstellen in Krankenhäusern und in der Altenarbeit.

Die Tätigkeitsfelder von Erziehern sind sehr vielfältig. Sie umfassen die Aufsicht, Betreuung und Pflege der Klienten (i.d.R. von Kindern), das Organisieren und Durchführen von Freizeitaktivitäten uvm. Hinzu kommt die Zusammenarbeit mit Eltern, Lehrkräften sowie anderen Kontaktpersonen der Klienten und Ämtern (insbesondere dem Jugendamt).

Geschichte

Erziehungseinrichtungen sind mit die ältesten gesellschaftlichen Institutionen, z.B. in Form von Waisenhäusern. Später kommen 'Besserungsanstalten' und 'Arbeitshäuser' hinzu; diese dienen in erster Linie der Verwahrung und Bestrafung. In bürgerlichen Häusern werden auch ErzieherInnen zur Bertreuung und Beschulung der Kinder beschäftigt. Mit der bürgerlichen Aufklärung wird ein verklärtes Bild von Kindheit vertreten und die Einstellung mit Erziehung aus einem Mensch praktisch alles machen zu können. Aus diesem Gedanken wird der Kindergarten als neue Institution entwickelt.

Bis ins 20. Jahrhundert ist öffentliche Erziehung oftmals so grausam, daß sie heute als Mißhandlung unter Strafe gestellt würde. Mit der Reformpädagogik des späten 19. Jahrhunderts tritt allmählich eine neue Blickrichtung auf: die Erziehung sollte vom Kind aus geschehen. Später werden antiautoritäre und demokratische Erziehungsansätze entwickelt.

Bis in die 60er Jahre werden Erzieher fast ausschließlich in Kindergärten und -horten beschäftigt. In der Folgezeit wurde die Ausbildung mit dem Abschluss 'staatlich anerkannter Erzieher' bundesweit eingeführt und die möglichen Einsatzgebiete haben sich wesentlich erweitert.

Weblinks

siehe auch: Pädagogik - Erziehung - Kindergarten - Hort - Kinderkrippe - Jugendhilfe




     
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