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Epikur



Epikur (* um 341 v. Chr auf Samos, † um 270 v. Chr in Athen) war griechischer Philosoph. Er gilt als Begründer des nach ihm benannten Epikureismus.

Für Epikur lag das Ziel des Lebens in der Lust. Diese Lust darf nicht als Spaß oder Genuss als Ziel verstanden werden. Epikur meinte, dass alles, was man tut, mit und aus Lust als Motivation getan werden soll. Die Ethik Epikurs wird auch dem Eudämonismus zugerechnet. Der Weg zur Eudämonie (Glück, Glückseligkeit) war für ihn die durch Selbstdisziplin und Freiheit von Affekten erreichte Ataraxie (Unerschütterlichkeit, heitere Seelenruhe). Glück bedeutet für Epikur die Abwesenheit von Schmerz. In seiner Naturphilosophie erweiterte er die Atomlehre Demokrits, die der Beseitigung der Furcht vor den Göttern und vor dem Tod diente.

Der Tod, so lehrte Epikur, sei das Ende aller Empfindung; darum brauche der Mensch nicht zu befürchten, nach dem Tode etwas Unangenehmes zu erleben. Auch von den Göttern habe der Mensch nichts zu befürchten; sie seien selige Wesen, die sich nicht um die Welt der Menschen kümmerten. So war das "Theodizee-Problem" kein Problem für die Lehre Epikurs; er dürfte es als Einwand gegen andere Lehren formuliert haben.

Epikur unterscheidet zwischen kinetischer und katasematischer Lust/Freude. Wobei letztere (die Freude von Innen heraus, ohne fremde Einflüße) erstrebenswert ist. Die kinetische Lust (Grundbedürfnise, Sexualität, ..) ist hierbei Voraussetzung, darf aber nicht ekzensiv gelebt werden. Seine Lehre in einen Begriff zusammengefasst: "Carpe Diem".

Biographie

Epikur wurde 341 v. Chr auf der ägäischen Insel Samos als zweiter von vier Brüdern geboren. Sein Vater Neokles ist als Kolonist (Kleruch) von Athen nach Samos umgesiedelt worden, wo er als Elementarlehrer und Landwirt nur ein geringes Einkommen fand, so dass seine Frau Chairestrate von Haus zu Haus zog, um ein Zugeld zu verdienen, indem sie zur Vertreibung böser Geister mystische Sprüche hersagte.

Schon als 14-jähriger fand Epikur zur Philosophie. Es heißt, sein Lehrer habe ihm das Chaos bei Hesiod nicht erklären können und ihn auf die Philosophen verwiesen. Der Platoniker Pamphiles und der Demokriteer Nausiphanes waren seine ersten Lehrer. Jedoch machte Pamphiles keinen besonders guten Eindruck auf Epikur, da er sich vor allem durch seine sophistische Prahlerei hervortat. Seitdem lehnte Epikur die Rhetorik ab, da sie sich als Bildungsdünkel ausgab oder eben der sophistischen Prahlerei diente. Nachhaltiger sah sich Epikur allerdings auf den Atomismus des Demokrit verwiesen, den er sich aneignete. Von Nausiphanes wurde er vermutlich auch mit der Lebenseinstellung der aufkommenden hellenistischen Philosophie bekannt gemacht.

Mit 18 Jahren kam Epikur nach Athen, wo er als Ephebe eine zweijährige Übungszeit im Gymnasium zur militärischen Ausbildung absolvierte, die durch die Mündigkeitserklärung und Aufnahme in die Bürgerliste abgeschlossen wurde. In Athen herrschte damals die Philosophie Platons vor, der damals schon ein Greis war. Das bedeutet aber auch, dass eine mystisch-asketische Sittenlehre dominierte, wonach der Geist aus den Banden der Sinnlichkeit befreit werden müsse.

Epikur hatte gerade seine Zeit als Ephebe beendet, als 323 v. Chr Alexander der Große starb und die Athener versuchten, sich von der makedonischen Herrschaft zu befreien. Sie erlitten jedoch bei diesem Aufstand eine schwere Niederlage, in deren Folge auch Neokles, Epikurs Vater, als athenischer Kolonist seinen Besitz auf Samos an die makedonischen Besatzer unter Perdikkas verlor. Neokles floh nach Kolophon bei Ephesos ins Exil, wohin Epikur seinem Vater bald nachfolgte. Die Mutterstadt Athen wäre allerdings der eigentliche Zufluchtsort der Vertriebenen gewesen. Als 319 v. Chr Samos an Athen zurückgegeben wurde, erhielt Neokles eine finanzielle Entschädigung für den Verlust seines Grundstücks.

Über die nächsten Jahre fehlt uns jegliche Kunde über Epikur. Auf alle Fälle war er 311-306 v. Chr Lehrer der Philosophie zuerst in Mytilene auf Lesbos, später in Lampsakos am Hellespont. In dieser Zeit gewann er auch mit Metrodor, dessen Bruder Timokrates, Idomeneus, Leonteus und dessen Frau Themista, Kolotes und Polyainos seine treuesten Jünger. Im Jahre 306 v. Chr ging Epikur nach Athen, wo nach dem Sturz des Demetrius von Phaleron die Demokratie wieder aufzuleben schien, und erwarb für 80 Minen jenen Garten, der seinen aus Menschen aller Gesellschaftsschichten stammenden athenischen Anhängern sowohl als Schulzentrum als auch als Zufluchtsstätte diente. Er hielt auch Ausschau nach den Menschen, die in der Polis weder eine praktische noch eine geistige Lebensorientierung finden konnten. Frauen & Sklaven gehörten im Gegensatz zu anderen Schulen dem Garten ebenfalls an. Epikurs Lehrsätze über die Sicherheit vor den Menschen lassen erkennen, weshalb der epikuräische Freundschaftsbund jene Sicherheit versprach, die der einzelne sonst kaum erreichen konnte.

Ungefähr 40 Jahre lang blieb Epikur der geistige Mittelpunkt des Gartens. Seine Schule musste stets um ihre Existenz kämpfen, eine in finanzieller Hinsicht arme Gesellschaft ist sie immer geblieben. Denoch hilt sich seine Schule 700 Jahre! Zur vielfach nachgesagten Schwelgerei haben die Mittel nie gereicht. Doch man war schon mit einem kleinen Becher Wein zufrieden und vergnügt - aus einem Brief Epikurs ist die Stelle erhalten: "Schick mir etwas Käse, damit ich einmal gut essen kann." Das Um und Auf ist die Freundschaft: "Von dem, was die Weisheit für die Glückseligkeit des ganzen Lebens bereitstellt, ist das weitaus Größte der Erwerb der Freundschaft."

Der Epikureismus wurde Jahrhundertelang vom Islam/Christentum verfolgt. ("Verderber der Jugend") Von den ~300 verfassten Büchern Epikurs sind nurnoch folgende erhalten:

Auch sein Hauptwerk "Über die Natur" ist leider nicht mehr erhalten.

Siehe auch: Griechische Philosophie, Lukrez

Weblinks




     
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