WEB LEXIKON: Ein Blick zurück
Hauptseite | Aktueller Wikipedia-Artikel

Ende der Geschichte



Der Begriff Ende Der Geschichte (engl: End of History) wurde vom Politikwissenschafter Francis Fukuyama durch einen Artikel und ein Buch mit diesem Titel (The End of History and the Last Man (1992) geprägt.

Fukuyamas vertritt die These, dass sich nach dem Zusammenbruch des Realsozialismus bald die Prinzipen des Liberalismus in Form von Demokratie und Marktwirtschaft endgültig und überall durchsetzen würde.

Die These Fukuyamas baut ironischerweise auf den Überlegungen von Marx und Hegel auf. Für Marx ist die Geschichte nicht bloß eine zufällige Aneinanderreihung von Ereignissen, sondern wird durch eine innere Dynamik geleitet. Er sieht vor allem Interessensgegensätze (Widersprüche), die als Motor der Geschichte dienen (vergl.: Dialektischer Materialismus, Historischer Materialismus). Sind alle Widersprüche beseitigt, so gibt es nach dieser Vorstellung auch keine Motivation für Veränderung mehr: Die Geschichte hat ihr Ende.

Das Pikante an Fukuyamas Buch ist, dass er mit den Methoden des Marxismus dessen Untergang begründet. Mit dieser Vermischung zweier gegensätzlicher Weltanschauungen stieß er allerdings in beiden Lagern auf vehemente Kritik.

Table of contents
1 Kritik
2 Andere Theoretiker
3 Links

Kritik

Fukuyamas Thesen gehen von einer Zwangsläufigkeit im historischen Ablauf aus. Daher wurde sein Buch von all jenen liberalen Kritikern abgelehnt, die - etwa im Geiste von Karl Popper dem Menschen die Freiheit zugestehen, Geschichte nach eigenem Willen zu gestalten. Nach dieser Vorstellung ist es unmöglich, kommende geschichtliche Entwicklungen vorherzusagen - daher ist auch das Ausrufen des "Endes der Geschichte" verfehlt.

Kritiker in der Tradition von des Historischen Materialismus stimmen zwar mit Fukuyamas Vorstellung einer historischen Zwangsläufigkeit überein, sie teilen aber nicht seine Meinung, dass neoliberale Marktwirtschaft die Gegensätze zu aller Zufriedenheit auflösen wird.

Vielmehr treten die Widerspüche im Kapitalismus, die vorher durch die Systemkonkurrenz überdeckt wurden, jetzt um so offensichtlicher hervortreten: Überall werden lang erkämpfte soziale Sicherungsysteme zerschlagen, es wird wieder offen über Arbeitszeitverlängerungen diskutiert, ein Grossteil der Weltbevölkerung ist gänzlich vom Wohlstand augeschlossen, ... (vergl: Globalisierungskritik)

Andere Theoretiker

Links




     
Das Web Lexikon "Ein Blick zurück" bietet die Moeglichkeit auf einfache Art und Weise in den "alten" Wikipedia-Beiträgen zu blättern. Das Lexikon spiegelt den Stand der freien Wikipedia-Enzyklopädie vom August 2004 wider. Sie finden hier in rund 120.000 Artikel aus dieser Zeit Informationen, Erklärungen, Definitionen, Empfehlungen, Beschreibungen, Auskünfte und Bilder. Ebenso kommen Begriffserklärung, Zusammenfassung, Theorie, Information, Beschreibung, Erklärung, Definition und Geschichte nicht zu kurz. Ein Lexikon das Auskunft, Bericht, Hinweis, Bedeutung, Bild, Aufklärung, Darstellung und Schilderung zu unterschiedlichsten Themen kompakt auf einer Seite bietet.
Impressum ^ nach oben ^