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Ebroin



Ebroin (* ? - † 681) war fränkischer Hausmeier in Neustrien. Er wollte die Macht Neustriens auch auf Burgund und Austrasien ausdehnen.

Im Jahre 656, bei seinem Machtantritt, war Sigibert III, der austrasische König, gerade gestorben und der dortige Hausmeier Grimoald wollte die Macht usurpieren. Die Großen des Reiches jedoch riefen Chlodwig II, König von Neustrien auf, das geteilte fränkische Reich wieder zu vereinen. Doch trotz einer harten Politik war Ebroin nicht in der Lage, die Einheit zu erhalten. Während Chlothar III, der Sohn von Chlodwig II. in Neustrien und Burgund regierte, war er 660 gezwungen, den Austrasiern mit Childerich II (Bruder von Chlothar III) einen eigenen König sowie mit Wulfoald auch einen eigenen Hausmeier zuzugestehen.

Ebroin bemühte sich, wenigstens die Vereinigung von Burgund und Neustrien zu erhalten, aber die großen burgundischen Adligen wollten ihre Unabhängigkeit zurück erhalten. Sie erhoben sich unter Leodegar, dem Bischof von Autun, bezwangen Ebroin, und internierten ihn im Kloster von Luxeuil (670). Sie veröffentlichten eine Proklamation, dass jedes Königreich seine eigenen Gesetze und Gebräuche beibehalten solle, dass es keine Amtsträger in mehreren Reichen geben solle und dass niemand mehr eine Tyrannei wie die des Ebroin errichten dürfe. Bald darauf jedoch wurde Leodegar von den Austrasiern unter Wulfoald geschlagen und selbst ins Kloster Luxeuil verbannt (673).

Im selben Jahr nutzten beide Verbannten die allgemeine Anarchie, flüchteten aus dem Kloster und standen sich erneut gegenüber. Beide suchten Unterstützung durch merowingische Könige, Ebroin proklamierte sogar einen "falschen" Merowinger als Herrscher. Leodegar wurde bei Autun besiegt, zur Kapitulation gezwungen und geblendet. Am 2. Oktober 679 schließlich wurde er nach harten Foltern getötet. Die Kirche sprach ihn später heilig.

Nach dem Tod seines langjährigen Gegners wurde Ebroin der einzige und absolute Herrscher der Franken, breitete seine Macht über Burgund aus und schlug die Austrasier 678 bei Bois-du-Fay, in der Nähe von Laon. Sein Triumph war aber nur kurzlebig, er wurde 681 ermordet, Opfer einer Attacke seiner zahllosen Feinde. Er war ein Mann voller Energie, aber alle seine Taten waren lediglich von Machtgier getragen.

Literatur




     
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