WEB LEXIKON: Ein Blick zurück
Hauptseite | Aktueller Wikipedia-Artikel

Dualismus



Table of contents
1 Definition
2 Zur Geschichte des Dualismus
3 Zum Auftreten in der Neuzeit
4 Zum Charakter der Philosophien des Dualismus
5 Zum Auftreten des Dualimus in der Entwicklung der physikalischen Vorstellungen

Definition

Der Dualismus (lat dualis : zwei enthaltend) eigentlich: die Zweiheitslehre, bezeichnet eine Klasse von idealistischen Weltanschauungen, die die Einheit der Welt negieren und statt dessen eine Zweiheit zu einer grundlegenden Bestimmung der Wirklichkeit postulieren. Dazu gehören auch die verschiedensten Formen der Religion wie z.B. im Zoroastrismus.

Diese Zweiheit besteht für den Dualismus aus entgegengesetzten oder einander gleichgestellten Seinsbereichen (da sich beide Teilbereiche gegenseitig bedingen, sind sie auch gleichwertig, d.h. kein Teil ragt in der Bedeutung über das andere hinaus) oder Prinzipien wie z.B.

Erstes Auftreten des Begriffs 'Dualismus'

Erstmals tritt der Begriff 'Dualismus' bei Christian Wolff in seiner Schrift Psychologia rationalis (1734) zur Bezeichnung derjenigen Philosophien auf, die zur Erklärung der Welt die Existenz sowohl materieller wie immatrieller Substanzen annehmen.

Zum Wesen des Dualismus

Seinem Wesen nach ist der philosophische Dualismus eine säkularisierte Form des religiösen Dualismus, insbesondere durch die Zweiteilung der Welt in eine diesseitige und jenseitige Sphäre.

Zur Geschichte des Dualismus

Zum Auftreten in der Antike

In der griechsichen Antike tritt der Dualismus in mannigfaltiger Erscheinung auf, z.B.

In Persien tritt der Dualismus in der altpersischen religiös-moralischen Lehre des Zoroaster (6. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung) sowie in der alten chinesischen und indischen Naturphilosophie auf.

Überhaupt wird ein reiner und konsequenter Dualismus selten angetroffen. Er kann sich auf einen psychologischen, kosmologischen, logischen, erkenntnistheoretischen, religlösen, ethischen und sozialen u.a. Bereich beschränken.

In einigen Volksbewegungen, die auf religiös-moralischen Prinzipien vom ewigen Gegensatz von Gutem und Bösem basierten, wirkte der Dualismus revolutionär. Da die Manichäer (3. Jahrhundert bis 8. Jahrhundert), Paulikianer (9. Jahrhundert, Katharer (11. Jahrhundert bis 13. Jahrhundert),Bogomilen (10. Jahrhundert bis 14. Jahrhundert) und die russischen Strigolniki (14. Jahrhundert) die bestehende Kirche bzw. Hierarchie und die bestehende weltliche Herrschaft mit dem bösen Prinzip identifizierten und somit dagegen kämpften, brachten sie eine bestimmte Form des antifeudfalen Widerstandes zum Ausdruck.

Zum Auftreten in der Neuzeit

Bei René Descartes als

Sie stellen für ihn übergreifend und verbindend betrachtet die mit Gott identische unendliche Substanz dar.
 
Bei Immanuel Kant als

Somit trennt Kant die Erscheinungen und das Ding an sich. Der menschlichen Erkenntnis zugänglich sind nur die Erscheinungen von Dingen; die Dinge, wie sie an sich selber sind, bleiben der Erkenntnis des Menschen dagegen unzugänglich. Diese und andere dualistische Auffassungen Kants haben im Neukantianismus und in späteren philosophsichen Strömungen die Grundlage für konsequent weltanschaulich-idealistische Auffassungen bereitet.

Schließlich in der gesamten Scholastik und Neuscholastik in der Form von Gott und der Welt.

Zum Charakter der Philosophien des Dualismus

In der Regel tragen alle mit dualistischen Momenten durchzogenen Philosophien, besonders die der neueren Zeit, Kompromißcharakter und sind in sich widersprüchlich, weil sie eine eindeutige Beantwortung der Grundfrage der Philosophie, der Frage des Verhältnisses von Denken und Sein, umgehen.

Daraus erklären sich die in der Geschichte der Philosophie im Anschluss an jeden Dualismus unternommenen Versuche, diesen in Richtung des Monismus zu überwinden, wobei entsprechend den beiden Grundrichtungen der Philosophie eine materialistisch-monistische oder eine idealistisch-monistische Überwindung angestrebt wurde.

Zum Auftreten des Dualimus in der Entwicklung der physikalischen Vorstellungen

In der Physik spricht man von einem Dualismus, wenn ein Phänomen mit zwei unterschiedlichen Modellen erklärt werden kann/muss. So gibt es z.B. den Welle-Teilchen-Dualismus bei Quantenobjekten. Er besagt, dass Quantenobjekte je nach Betrachtungsweise Wellen- oder Teilchen-Charakter zeigen.

Ziel der Physik ist es, diese Theorien zu vereinheitlichen (siehe auch GUT Great United Theories). Im Falle des Welle-Teilchen-Dualismus wurde dies durch Louis Victor de Broglie geleistet.




     
Das Web Lexikon "Ein Blick zurück" bietet die Moeglichkeit auf einfache Art und Weise in den "alten" Wikipedia-Beiträgen zu blättern. Das Lexikon spiegelt den Stand der freien Wikipedia-Enzyklopädie vom August 2004 wider. Sie finden hier in rund 120.000 Artikel aus dieser Zeit Informationen, Erklärungen, Definitionen, Empfehlungen, Beschreibungen, Auskünfte und Bilder. Ebenso kommen Begriffserklärung, Zusammenfassung, Theorie, Information, Beschreibung, Erklärung, Definition und Geschichte nicht zu kurz. Ein Lexikon das Auskunft, Bericht, Hinweis, Bedeutung, Bild, Aufklärung, Darstellung und Schilderung zu unterschiedlichsten Themen kompakt auf einer Seite bietet.
Impressum ^ nach oben ^