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Dracostandarte



Eine Dracostandarte ist ein antikes und mittelalterliches Feldzeichen in Form einer Schlange mit Drachen- oder Wolfskopf, die ursprünglich auf die iranischen Parther und Sarmaten zurückgeht.

Die Dracostandarte besteht aus einer langen Windsocke aus rotem oder vielfarbigem Tuch, die an einem metallenen Tierkopf mit offenem Maul befestigt ist. Sie kann auf einem separaten Holzstab angebracht sein, wurde aber meist an einer Contus-Lanze befestigt.
Man vermutet dass sie ursprünglich zur Windstärke- und Windrichtungsbestimmung eingeführt worden war, um den zahlreichen berittenen Bogenschützen der iranischen Steppenvölker dienlich zu sein.

Die Form eines Drachen begründet sich in der Mythologie der Iranier (speziell der Sarmaten), in der der Drache eine herausragende Stellung einnahm. Die Sarmaten in ihren Schuppenpanzern und durch Schuppenrüstungen geschützen Pferden wurden von antiken Autoren oft mit Drachen verglichen.

In der Spätantike übernahmen die Römer von den Sarmaten zusammen mit dem Konzept des Kataphrakts auch den Spangenhelm, die Contus-Lanze und die Dracostandarte. Im römischen Reich wurden Kavalleristen die eine Dracostandarte führen Draconarius genannt.

Ab dem 4. Jahrhundert n. Chr. wurde die Dracostandarte auch von römischen Infanteristen geführt.

Außer den Römern (und späteren Byzantinern) übernahmen auch Daker, Goten, Slawen, Hunnen, Angelsachsen, britische Kelten, Awaren, Langobarden, Bulgaren, Franken, Rus, Petschenegen, Polowzer die Dracostandarte.

Manche Historiker vermuten dass der Drache im Wappen von Wessex, Wales und anderen britannischen Herrschaften von der Dracostandarte herrührt.

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