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Doktor Schiwago (Film)



Doktor Schiwago ist ein Filmdrama aus dem Jahr 1965. Erzählt wird die Geschichte eines Arztes, der sich zwischen zwei Frauen hin- und hergezogen fühlt. Den zeitgeschichtlichen Hintergrund bildet dabei die Russische Revolution. Die Hauptrollen spielen Omar Sharif, Julie Christie, Geraldine Chaplin, Rod Steiger und Alec Guinness. Das Drehbuch wurde von Robert Bolt nach einem Roman von Boris Pasternak geschrieben. Regie führte David Lean. Der Film war an den Kinokassen außerordentlich erfolgreich und erhielt fünf Oscars.

Table of contents
1 Handlung
2 Kritiken
3 Daten zum Film
4 Auszeichnungen
5 Weblinks

Handlung

Das Hauptgeschehen des Films erstreckt sich über die Jahre vor, während und nach der Russsischen Revolution. Die Haltungen des Titelhelden, Doktor Schiwago, gegenüber den Umwälzungen in seinem Land bleiben dabei durchgängig im Hintergrund. In einer Zeit, in der viele Leute vorgeben, mit Blick auf das Allgemeinwohl zu agieren, behält er die einzelnen Menschen im Auge. Im Zentrum seiner Aufmerksamkeit (und damit auch im Zentrum des Films) stehen die beiden Liebesbeziehungen, die er pflegt.

Jurij Schiwago (Omar Sharif) wird im Alter von circa fünf Jahren zum Vollwaisen. Er wird von der Familie eines Onkels, Alexander Gromeko, aufgenommen und wächst in deren Haus in Moskau auf.

Noch in der Zeit seines Medizin-Studiums wird er aufmerksam auf Lara (Julie Christie). Als er sein Studium beendet hat, heiratet er jedoch Tonya, die Tochter seiner Pflegeeltern und hat später einen Sohn mit ihr.

Lara wird als eine Frau gezeigt, die sich im Einflussbereich zweier Männern befindet: dem rücksichtlosen opportunistischen Politiker Kamarovsky (Rod Steiger) und dem idealistischen Revolutionär Pawel ("Pascha").

Kamarovsky übt sowohl auf Lara als auch auf deren Mutter einen sehr ungünstigen Einfluss aus. Die Mutter hat ein Verhältnis mit ihm. Sie begeht einen Selbstmordversuch - offenbar aus Enttäuschung über sein Verhalten.

Kamarovsky braucht einen Arzt, um Laras Mutter aus der Lebensgefahr, in die sie sich gebracht hat, zu retten. Der Universitäts-Arzt, den er herbeiruft, wird begleitet durch Jurij. Dieser begegnet in diesem Zusamenhang der in einem Lehnstuhl schlafenden Lara und es ist erkennbar, dass er sehr von ihr angetan ist.

Am Ende von einem Rendezvous mit Lara beschimpft Kamarovsky sie als Prostituierte, fällt über sie her und vergewaltigt sie. Später spürt sie ihn bei einer Abendgesellschaft auf und schießt auf ihn. Ihr Freund Pascha holt sie nach der Tat dort ab. Auch bei diesen Ereignissen ist Schiwago anwesend.

Jurij begegnet Lara das nächste Mal bei einem Front-Einsatz im Ersten Weltkrieg. Er ist als Arzt tätig, sie als Krankenschwester. Sie hat in der Zwischenzeit den Revolutionär Pascha geheiratet. Sie arbeiten mehrere Wochen zusammen.

Als Jurij vom Fronteinsatz nach Moskau zurückkehrt, muss er sich damit arrangieren, dass die Revolution Auswirkungen bis in die persönlichsten Verhältnisse hat. Das Haus seiner Famile ist von den Revolutionären beschlagnahmt worden. Seine Frau, sein Sohn und sein Stiefvater haben für ihren Haushalt nur noch wenige Zimmer zur Verfügung.

Sein Hallbbruder, Yevgraf (Alec Guinness), drängt ihn dazu, mit seiner Familie Moskau zu verlassen, denn da er als Verfasser von Gedichten bekannt ist, gilt er den neuen Machthabern als verdächtig.

Jurij zieht mit seiner Familie in den Ural. Sein Stiefvater besitzt dort ein Anwesen. Dort wollen sie jetzt leben. Jurij macht dort die Entdeckung, dass Lara in einer nahe gelegenen Stadt lebt. Er besucht Lara und sie verlieben sich ineinander. Eines Tages kommt er von einem Ausflug bei ihr zurück und wird von bolschewistischen Partisanen aufgegriffen, verschleppt und zum Dienst als Arzt gezwungen.

Es gelingt ihm zu fliehen, und strebt zurück zu dem Haus, in dem er seine Familie zurückgelassen hatte. Er muss jedoch erfahren, dass seine Familie die Gegend verlassen hat. Lara jedoch ist für ihn da, und die beiden nehmen ihre Beziehung wieder auf. Durch einen Brief seiner Frau erfährt er von ihrer Flucht nach Paris.

Komarovsky erscheint bei Lara und kann sie dazu bringen, mit ihm zusammen ins Ausland zu fliehen. Ihr Ehemann, Pascha, ist parteiintern in Ungnade gefallen und damit ist auch ihre eigene Position in der Gesellschaft nicht mehr sicher.

Jurij gibt vor, dass er Lara auf ihrer Reise mit Kamarovsky begleiten wird, folgt ihr aber in Wirklichkeit nicht. Er kehrt allein nach Moskau zurück. Seinen letzten Auftritt in dem Film hat er in einer Moskauer Straße. Er glaubt dort in einer Frau Lara zu erkennen. Er läuft ihr hinterher, bricht zusammen und stirbt.

Den ganzen Film hindurch wird die Handlung durch die Stimme eines Erzählers begleitet. Der Erzähler ist Jurijs Halbbruder Yevgraf, der in der russischen Armee Karriere gemacht hat.

In einer Rahmenhandlung zu dem Film ist Yevgraf auf der Suche nach der lange vermissten Tochter von Jurij und Lara und glaubt, sie in einer jungen Arbeiterin gefunden zu haben. Er zeigt ihr ein Buch mit Gedichten von Jurij und schaut, ob der Anblick Erinnerungen bei ihr auslöst. Sie reagiert zunächst eher unbeteiligt. Gegen Ende des Films ist jedoch klar, dass sie tatsächlich die Tochter von Jurij und Lara ist.

Kritiken

Der Film ist in erster Linie ein Liebesmelodram, liefert daneben allerdings auch Anschauungsmaterial zu den Geschehnissen in Russland während des Ersten Weltkriegs und während der Russischen Revolution.

Es gibt in dem Film eine Häufung von außergeöhnlichen Zufällen: An der Kriegfront im Ersten Weltkrieg begegnet dem Titelhelden zufällig Lara. Als er sich mit seiner Familie an einen entfernten Ort im Ural zurückgezogen hat, gibt es erneut einen erstaunlichen Zufall. Er erfährt, dass Lara in einer Nachbarstadt lebt. Die Hersteller des Films haben offenbar auf ein Publikum gesetzt, das über Plausibilitäts-Lücken großzügig hinwegsieht.

Für Doktor Schiwago gilt ansonsten, was auch für "Lawrence von Arabien" gilt: Es handelt sich um Filme, die David Lean für das Breitwand-Kino geschaffen hat. Der visuelle Reichtum der Filme und die filmtechnische Meisterschaft von Lean erschließen sich nur einem Zuschauer, der sie auf einer großen Leinwand erleben kann.

Dass "Doktor Schiwago" außerordentlich erfolgreich wurde, hängt sicher auch mit der Musik von Maurice Jarre zusammen. Das "Lara-Thema", das er für den Film komponierte, wurde weltberühmt. Im Film taucht es in Variationen auf - immer wenn sich eine Begegnung von Schiwago mit Lara ankündigt.

Daten zum Film

Auszeichnungen

Doktor Schiwago erhielt 1965 fünf Oscars:

Weblinks




     
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