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Deutsche Gebärdensprache



Die Deutsche Gebärdensprache (abgekürzt DGS) ist das Kommunikationsmittel unter deutschen tauben und schwerhörigen Personen. Diese Sprachgemeinschaft umfasst ungefähr 100.000 Menschen.

DGS ist eine eigenständige Sprache, deren Grammatik von derjenigen der deutschen Lautsprache verschieden ist; z.B. werden adverbielle Bestimmungen der Zeit immer am Satzanfang, Verben dagegen stets am Ende des Satzes gebärdet. Es gibt ein eigenes System "Lautsprachbegleitende(r) Gebärden" (LBG), das ganz der Grammatik von Deutsch folgt, von vielen Gehörlosen aber als "falsch" empfunden wird - man stelle sich vor, deutsche Wörter plötzlich im englischen Satzbau zu verwenden. Siehe auch das Beispiel unter [1]

DGS ist wie andere Gebärdensprachen auch eine visuelle Sprache, die neben Körperhaltung und Mimik vor allem Gebärden verwendet, um Sachverhalte auszudrücken. Gebärden unterscheiden sich durch Handform, Handstellung, Ausführungsstelle und Bewegung voneinander. Auffallender Unterschied zu Lautsprachen ist, dass Gebärdensprachen räumlich sind: Personen und Orte können in einem Gespräch sozusagen in der Luft platziert werden, und je nach der Bewegungsrichtung von Gebärden zwischen diesen "Raumpunkten" ändert sich die Bedeutung. Als Hilfsmittel zum Buchstabieren von Eigennamen oder Vokabeln, deren Gebärden einer oder beide der Gesprächspartner (noch) nicht kennen, dient das Fingeralphabet.

Lange Zeit wurde die DGS unterdrückt, da man glaubte, sie isoliere taube Menschen von hörenden und schade ihnen dadurch beruflich und gesellschaftlich. (Siehe Geschichte der Gebärdensprachen) Erst allmählich wird sie in Deutschland als Sprache anerkannt (was bedeutet, dass Gehörlose früher z.B. kein Recht auf Dolmetscher hatten). Die rechtliche Anerkennung der DGS in Deutschland erfolgte 2002 mit dem Sozialgesetzbuch IX.

Aufgrund dieser Vergangenheit ist die DGS noch nicht standardisiert: es gibt verschiedene Notationssysteme wie die Deutsch-GebärdenSchrift ([1]) und HamNoSys ([1]); Wörterbücher verwenden entweder Fotos (meist mit eingezeichneten Pfeilen, um die Bewegungen wiederzugeben) oder Videos, um die Vokabeln darzustellen. Vor allem gibt es noch keine geschriebene Grammatik, die weite Verbreitung gefunden hat. Oft wird die eigene Gebärdensprachgrammatik mit der Grammatik der deutschen Lautsprache vermischt: eine Art Mischmasch von LBG und DGS.

Siehe auch

Weblinks




     
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