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Country-Musik



Geschichte der Country-Musik
14. Juni 1923 Erste Schallplattenaufnahme eines Country-Sängers
28. Nov. 1925 Die Grand Ole Opry Show geht erstmalig auf Sendung
August 1927 Jimmie Rodgers, der erste große Star, wird entdeckt
1933 Key Maynard stellt den ersten "Singing Cowboy" im Film dar
um 1934 Bob Wills nimmt den ersten Western Swing Titel auf
um 1935 In Texas entsteht der Honky Tonk
1940 Bill Monroe entwickelt den Bluegrass
11. Juni 1949 Hank Williams singt erstmalig in der Grand Ole Opry
1953 In Memphis, Tennessee entsteht der Rockabilly
um 1955 Als Antwort auf den Rock'n'Roll wird der Nashville Sound kreiert
um 1968 Von Kalifornien ausgehend entwickelt sich der Country-Rock
ab 1970 Die Outlaw-Bewegung dominiert
ab 1980 Urban Cowbow - Die Country-Musik nähert sich der Popmusik an
um 1985 Die „Neuen Traditionalisten“ leiten eine Gegenbewegung ein
ab 1990 Mit New Country werden gewaltige Verkaufszahlen erreicht

Country beziehungsweise Country & Western (C&W), sind aus den USA stammende Musikrichtungen, die sich Anfang des 20. Jahrhunderts aus der Verbindung traditioneller Elemente der Volksmusik aus den europäischen Zuwanderervölkern, insbesondere Irland, mit anderen, bereits in Nordamerika bestehenden Musikformen, wie dem Blues und den Spirituals, entwickelten.

Beim traditionellen Country werden hauptsächlich Saiteninstrumente, wie Gitarre, Banjo, Bass oder Fiddle (eine einfache Geige), aber auch Akkordeon oder Mundharmonika verwendet. Im zeitgenössischen Country kommen Schlagzeug, sowie die elektronischen Arten von Gitarre, Bass und Klavier hinzu.

Der heutige Country nahm seinen Ursprung in den 20erer Jahren im mittleren Westen der Vereinigten Staaten. Die Carter Family soll die erste Gruppe gewesen sein, von der Aufnahmen dieser Musikrichtung gemacht wurden. In den 40ernern waren es vor allem Musiker wie Pete Seeger oder Hank Williams, die den Country populär machten. Die 50erer Jahre wurden von der Berührung des Countrys mit dem Rock'n'Roll geprägt, was zu stärkeren und eingängigeren Rhythmen führte. Diese Art des Countrys hat sich bis heute immer weiterentwickelt und in den letzten Jahren auch der Pop-Musik angenähert.

Typisches Merkmal von Countrymusik sind sinnige Texte, einfache Arrangements gepaart mit hochwertigen solistischen Einlagen. Countrytexte beschreiben im allgemeinen amerikanische Lebensverhältnisse, Ereignisse und sind nicht selten auch sehr humorvoll. Viele Popstars von heute haben ihren Ursprung in der Country-Musik, wie zum Beispiel LeAnn Rimes, Faith Hill und Shania Twain.

Bis heute hat sich Country in unzählige Unterarten differenziert. Traditionelle Musik wird im Bluegrass und Dixie gepflegt, wogegen etwa der Country-Rock modernere Elemente aufnimmt. Weiterhin gibt es den Alternative Country.

Table of contents
1 Stilrichtungen von Country
2 Country-Interpreten (USA, Kanada)
3 Country-Interpreten (Deutschland, Österreich, Schweiz)
4 Preise und Auszeichnungen
5 Literatur

Stilrichtungen von Country

Country ist das Hauptgenre dieser Musikrichtung, welche sich grob in weitere Unterbereiche unterteilen lässt, von denen einige hier kurz beschrieben werden:

Bakersfield Sound

Ist stark vom Rock'n'Roll beeinflusst. Die Instrumentierung ist hauptsächlich elektrisch. Gegenüber dem weichen Nashville Sound klangen die Gitarren hart und höhenbetont. Der Bakersfield Sound war besonders ausgeprägt in den 60er Jahren vertreten. Die bekanntesten Vertreter sind Buck Owens und Dwight Yoakam, welcher in den 90er Jahren diese Richtung neu belebt hat.

Bluegrass Musik

Wird hauptsächlich mit akustischen Instrumenten im 2/4 Takt gespielt. Charakteristisch sind die Virtuosität der Musiker, der Harmoniegesang (mehrstimmiger Satzgesang) und die flotten Instrumentalstücke. Die typische Instrumentalisierung dieser Richtung ist Fiddle (=Violine, Geige), Mandoline, Upright-Bass (=Kontrabass, Steh-Bass) und akustische Stahlsaitengitarre (=Westerngitarre).

Newgrass Musik

Prinzipiell wie Bluegrass, nur etwas moderner intrumentalisiert und arrangiert. Elektrobass, Schlagzeug aber auch elektrische Gitarren sind keine Ausnahme.

Blues

Den "Blues" zu haben heißt eigentlich, traurig zu sein und mit dem momentanen Leben nicht fertig zu werden. Country-Sänger wie Jimmie Rogers und Hank Williams machten sich die Grundzüge des schwarzen Blues zu eigen und entwickelten den "White Country Blues", eine Mischung aus Negro Blues, Liedern der Berge des Südens und Cowboy Songs. Der Blues ist als eine eigene, autonome Hauptstilrichtung anzusehen, beeinflusste jedoch auch die Country-Musik.

Cajun Music

Französische Siedler, die im 18ten Jahrhundert von den Briten aus Kanada in den Süden der USA deportiert worden waren, entwickelten einen eigenen Musikstil, die Cajun Music (Aussprache: käidschn) . Das dominierende Instrument war die Fiddle. Dazu kam die Concertina, eine einfache Zieharmonica, besser bekannt als Cajun-Akkordeon. Dieses Instrument ist diatonisch (ziehen/drücken des Balgs ergeben unterschiedliche Töne), sehr klein und relativ laut, und besitzt Knöpfe anstatt Tasten. Die Ursprünge der Melodien waren französische Volksweisen.

Conjunto

Conjunto heißt eigentlich einfach "Gruppe" oder "Band". Dieser Stil, ein entfernter Verwandter der Country-Musik, ist nur in bestimmten Regionen in Mexico und in Süd-Texas, entlang der mexikanischen und US-Grenze verbreitet. Meist spielt ein Akkordeon die Melodie und der Rhythmus ist oft Polka oder Walzer.

Country-Musik

Nennt man die kommerzielle amerikanische Musik mit ihren Wurzeln im Süden und Westen der USA. Im Laufe der Jahre wurde Country Musik eine der beständigsten Musikformen Amerikas. Heute findet man leider nicht mehr viele Musiker mit großer Persönlichkeit. Zwischen 1950 und 1980 gab es noch viele Künstler, die man an ihren unverkennbaren Stimmen identifizieren konnte. Als Hauptstadt der Countrymusik konnte sich Nashville (Tennessee) etablieren, aber auch Branson und interessanterweise auch New York sind weitere heimliche Hauptstädte der Country-Musik geworden.

Country-Pop

Durch den Riesenerfolg der Country-Musik in den 70ern wurden Country-Songs immer mehr auch in den Pop-Charts gespielt. So entstand der Begriff Country-Pop. Beispiele dafür sind Kenny Rogers und Don Williams. Gegen Ende der 90er Jahren wurden die Interpreten immer mehr zur Umpolung in Richtung Country-Pop bewogen, was eine massive Abwanderung der verwöhnten Zielgruppe zur Folge hatte. Inzwischen werden ehemalige Country-Interpreten nur mehr unter dem Genre Pop verkauft.

Country Rock

Die Kombination der einfachen Country-Musik-Instrumentierung mit dem Rock Beat entwickelte sich zum Country Rock. Diesen gibt es hauptsächlich an der Westküste der USA.

Cowboy Songs

In den 20er und 30er Jahren waren die Cowboys und Landstreicher (Hobos) zwei wichtige Figuren in der Country Musik. Viele Lieder handeln daher auch von ihrem Leben und der so sprichwörtlichen Freiheit.

Folk Musik

Hier müsste man unterscheiden zwischen Urban Folk Musik und Country Folk. Es sind meist Lieder, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Country Folk Songs basieren oft auf Geschichten und werden mit wenig Instrumentation gesungen. Urban Folk Musik befasst sich oft mit politischen Themen. Folk Songs waren immer schon ein wichtiger Teil der Country Musik.

Hawaiian Musik

Ist ebenfalls eine Stilrichtung der Country-Musik, zumindest seit 1959, als Hawaii zu den USA stieß. Die Steel Guitar (Pedal-Steel, Lap-Steel,...), die aus der Country-Musik nicht mehr wegzudenken ist, hat dort ihren Ursprung.

Hillbilly Musik

Musik des einfachen, bodenständigen, weißen Amerikaners, der nichts hat, redet wie er will, trinkt, wann er will und schießt, wenn er Lust dazu hat.

Honky Tonk Songs

Behandeln Alkohol-, Arbeitsprobleme, das gegenseitige Betrügen durch den Ehepartner, Sex und das tägliche Leben. Der Sound und die Stilrichtung kommen aus dem rauhen Texas. Die Instrumente waren die Pedal Steel Guitar, elektrische Gitarren und das Schlagzeug. Viele glauben, das Honky Tonk die echte Country-Musik war und noch ist. Honky-Tonk sind meist einfache und langsame 2/4-Takte, welche durch ein spezielles Timing den typischen Groove erreichen.

Nashville Sound

Durch die rasante Entwicklung des Rock'n'Roll kam die Country Musik in Schwierigkeiten. Man musste sich etwas neues einfallen lassen. Man kam dann auf die Idee, nicht mehr die Jugend, sondern die etwas ältere Generation anzusprechen. Man entwickelte einen weicheren Stil. Einer der erfolgreichsten Interpreten dieser Stilrichtung war Chet Atkins.

Old Time

Bezieht sich auf die Country Musik, bevor sie kommerzialisiert wurde.

Outlaw Country

Entstand in den 70er Jahren, als Nashville immer mehr vom typischen Honky Tonk zu weicheren Sounds überging. Einige wollten sich dem nicht beugen und kreierten ihren eigenen Stil. Zu diesen Stars zählen Willie Nelson und Waylon Jennings.

Progressive Country

Entstand Ende der 60er Jahre. Die Country Musik hatte sich immer mehr in Richtung Pop Musik gewandt. Der Mittelpunkt dieser Kommerzialisierung war Nashville. Dies bewirkte, dass sich Stars aus Bakerfield und Texas auflehnten. So entstand Progressive Country, wobei man nicht so sehr auf Hits aus war, sondern versuchte, neue Wege zu gehen. Aus Progressive Country wurde Mitte der 70er Jahre die Outlaw Country Bewegung.

Rockabilly

Rockabilly war die erste rein weiße Spielart des Rock'n'Roll und entstand, als junge weiße Musiker den schwarzen Rhythm & Blues interpretierten und mit Countryelementen vermischten. Der Boom dieser Musik beschränkte sich auf die amerikanischen Südstaaten und auf die Zeit etwa zwischen 1954 und 1957. Merkmale sind sparsame Besetzung mit Kontrabass, der percussiv gespielt wird (geslappt), elektrische Leadgitarre, nervöser Schluckaufgesang. Häufig wird ein Bandecho verwendet, was dem Rockabilly einen blubbernden Groove verleiht. Vergl.: Elvis Presley Baby let's play house Typische Vertreter dieser Stilrichtung waren neben dem frühen Elvis Presley auch Carl Perkins, Eddy Cochran und Gene Vincent.

Tex Mex Musik

In den USA wenig verbreitet. Man hört ihn manchmal in Städten wie Texas. Die Bands benutzen hauptsächlich Akkordeons und "Bajo-Sextos", wie der 6-saitige Bass bezeichnet wird. In den USA gibt es nur sehr wenige Tex Mex Stars wie Freddy Fender, Flaco, und dessen Bruder, Santiago Jimenez.

Western Songs

Der Cowboy dominierte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Thema der Country Musik. Auffällig gekleidete Künstler sangen in den Westernfilmen. Die Songs waren so populär, das sogar der Begriff "Country & Western" entstand.

Western Swing

Ist eine Mischung aus Country Musik und Swing Jazz. Western Swing ist teils Jive, Bierhallen Stomp, Polka, Blues, Old Time-Fiddling, Mexican-American und teils singender Hollywood Cowboy. Die Swingbands waren und sind oft so groß wie Bigbands. Auch heute noch gibt es einige Interpreten, die diesen Stil spielen, wie zum Beispiel Shelby Lynne.

Zydeco

Ist das Gegenstück zur Cajun Musik. Cajun ist die Musik der Weißen, Zydeco die der Schwarzen. Zydeco Musik stellt die Instrumente Akkordeon, Saxophon (statt Fiddle) und das Waschbrett in den Vordergrund.


Country-Interpreten (USA, Kanada)

A

B C D E F G H I

J

K L M 'N'\ O P Q

R

S T U V W X

Y

Z

Country-Interpreten (Deutschland, Österreich, Schweiz)

Preise und Auszeichnungen

Literatur

Aufgelistet sind hier nur Bücher, die sich allgemein mit dem Thema Country-Musik befassen. Biographien sind in den Artikeln zu den einzelnen Interpreten aufgeführt.

Das neue große Buch der Country Musik von Walter Fuchs - Heel Verlag, Königswinter
- Erscheinungstermin Dezember 2004 -

Das Buch der Country Musik von Walter Fuchs - Heel Verlag, Königswinter
Das umfassendste deutschsprachige Werk - behandelt auch die europäische Country-Szene

All Music Guide to Country - Miller Freeman Books, San Franzisko
Englischsprachiges Standardwerk der Country-Musik mit zahlreichen Biographien und einem hervorragenden Index - sehr umfangreich

The Harmony Illustrated Encyclopedia of Country Music von Alan Cracket - Salamander Books Ltd.
Liebevoll aufgemachte, gut lesbare Enzyklopädie mit zahlreichen Bildern - englischsprachig

The Nashville Sound von Paul Hemphill - Reiner Wunderlich Verlag, Tübingen und Stuttgart
Kritische Auseinandersetzung mit dem Musikgeschäft
Nashvilles - deutschsprachig - erschien Ende der sechziger Jahre




     
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