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Computerlinguistik



In der Computerlinguistik (kurz CL oder NLP für engl. Natural Language Processing) wird untersucht, wie natürliche Sprache mit dem Computer verarbeitet werden kann. Sie ist Teilbereich der Künstlichen Intelligenz und gleichzeitig Schnittstelle zwischen Sprachwissenschaft, Kognitionswissenschaft und Informatik.

Table of contents
1 Anwendungen in der Praxis
2 Probleme der Computerlinguistik
3 Studium
4 Literatur
5 Weblinks

Anwendungen in der Praxis

Die praktische Aufgabe der Computerlinguistik besteht darin, Computerprogramme zu entwickeln, die bestimmte, an Sprache geknüpfte Leistungen erbringen. Dazu gehören zum Beispiel:

Probleme der Computerlinguistik

Einige der Probleme, die man dabei lösen muss, sind:

Beispiel: "Peter sah Maria mit dem Fernglas" - hier ist für einen Computer nicht zwangsläufig klar, ob Peter Maria gesehen hat, die ein Fernglas in der Hand hielt, oder ob Peter Maria mit Hilfe des Fernglases sehen konnte. Ob und wie sich diese Aufgaben maschinell lösen lassen, ist nicht nur vom Stand der Computertechnologie her vorgegeben, sondern hängt natürlich sehr von den Eigenschaften der Sprache ab. Mehr noch: Man wird zwar nach Verfahren streben, die auf alle Sprachen anwendbar sind, die Details müssen aber für jede einzelne Sprache gesondert ausgearbeitet werden. Ein Trennprogramm, das gut ist für das Englische, wird kaum für das Deutsche taugen, weil hier die Prinzipien der Worttrennung andere sind. Im Unterschied zur Informatik, die sich allgemein mit dem Programmieren von Computern befasst, liegt das Anwendungsfeld der Computerlinguistik also in den sprachspezifischen Teilen von Computerprogrammen.

Eine Wissenschaft definiert sich freilich nicht nur durch ein Anwendungsfeld sondern, auch durch ein theoretisches Interesse. Computer sind Automaten, die Symbole (im Grunde lauter Nullen und Einsen) nach bestimmten Regeln manipulieren. Ebenso wie die Zahlen sind aber auch Sprachen - freilich sehr vielschichtige - Symbolsysteme. Es liegt daher nahe, Computerprogramme zu entwerfen, welche die Operationen, die der Mensch mit den Wörtern einer Sprache vollzieht, zumindest teilweise, simulieren. Man kann so sprachwissenschaftliche Hypothesen mit dem Computer prüfen. Die Computerlinguistik ist in diesem Sinne eine Linguistik, welche die Computersimulation als methodisches Mittel einsetzt, um unser Wissen über menschliche Sprachen zu vertiefen.

Letztlich wirft dieser Ansatz allerdings mancherlei psychologische und philosophische Fragen auf. Der Computer ist eine Maschine; die Sprache ist etwas Geistiges. Wie weit kann man das Rechnen mit Sprache treiben? Werden Computer eines Tages denken bzw. funktioniert der menschliche Geist wie eine Symbolmaschine? Das Faszinierende an der Computersimulation von Sprachverhalten ist gerade das Ausloten ihrer Grenzen. Ein Erkenntnisinteresse, aus dem heraus man auch Computerlinguistik studieren kann, ist es herauszufinden, was menschliche Kommunikation von Computerprogrammen unterscheidet. Diese Erkenntnis ist sehr wichtig für den Platz, den wir Computern in der Gesellschaft einräumen wollen.

Siehe auch: Maschinelles Lernen, Sprachverarbeitung, Spracherkennung

Studium

Computerlinguistik kann man unter anderem an folgenden Hochschulen studieren:

Ähnliche Fächer bieten folgende Universitäten an:

Literatur

Weblinks




     
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