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Chinesische Mauer



Die Chinesische Mauer ist mit 6350 Kilometern Länge (Hauptmauer 2400 km) das größte Bauwerk der Welt. Dabei besteht die Mauer aus einem System mehrerer teilweise auch nicht miteinander verbundener Abschnitte unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Bauweise.

Erste mauerartige Grenzbefestigungen entstanden wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts v. Chr. in der Zeit der Streitenden Reiche als Schutz gegen die sich unter einander befehdenden Chinesen. Diese einzelnen Mauerabschnitte bestanden aus festgeklopftem Lehm, der zur besseren Haltbarkeit mit Stroh- und Reisigschichten vermischt wurde.

214 v. Chr ließ der erste chinesische Kaiser, Qin Shi Huangdi, Schutzwälle errichten, die das chinesische Kaiserreich nach der Expansion über den Gelben Fluss gegen die Völker aus dem Norden, vor allem die Xiongnu, schützen sollte. Im Unterschied zu schon vorhandenen alten Mauerresten wurde die Mauer nicht in den Tälern, sondern unterhalb der Kammlinie der Gebirge an den Nordabhängen errichtet. Sie bestand wegen des Fehlens von Lehm großen Teils aus aufeinander geschichteten Natursteinplatten.

Seitdem wurde die Mauer immer wieder aus- und umgebaut, die heute bekannte Form (s. Bild) erhielt sie in der Zeit der Ming-Dynastie, der letzten großen Ausbauphase. 1473 begann der Bau der Ming-Mauer, die dem Schutz gegen die Mongolen dienen sollte. Ihr Verlauf folgte den Bergkämmen; eine besonders aufwändige und teure Bauweise. Sie wurde weitgehend aus gebrannten Ziegeln und zum Teil auch aus Natursteinen errichtet. Der verwendete Mörtel bestand aus Kalk und Klebreis. Das Innere des Mauerwerks verfüllte man mit Lehm, Sand und Schotter. Die Maße der Mauer sind recht unterschiedlich; im Gebiet von Peking sind 7 bis 8 m an der Basis und 5 m auf der Krone sowie eine Höhe von 6 bis 9 m üblich. Im Abstand von einigen hundert Metern wurden ungefähr 12 m hohe Türme errichtet, die als Waffenlager und Signaltürme dienten. Daneben boten sie bei Angriffen Schutz für die Verteidiger. Es wird geschätzt, dass bis zu 25.000 solcher Türme in der Mauer integriert waren und dass 15.000 weitere Signaltürme die Kommunikation mit der Hauptstadt sichern sollten.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Mauern nur in seltenen Fällen ihre eigentliche Funktion, den Schutz gegen Nomadeneinfälle an den Nordgrenzen, erfüllte. Ein wesentlicher Grund dafür war, dass es sich eben nicht um eine zusammenhängende Mauer handelt, sondern um einzelne nicht miteinander verbundene Abschnitte. Die bestehenden Lücken konnten von Angreifern genutzt werden oder die Mauerabschnitte konnten umgangen werden.

Entgegen einer weitverbreiteten Meinung ist die Mauer nicht mit bloßem Auge vom Mond (oder einer Erdumlaufbahn im Weltraum) aus sichtbar, weil sie nicht breit genug ist. Dies musste 2004 selbst in chinesischen Schulbüchern korrigiert werden, nachdem der erste chinesische Taikonaut Yang Liwei im Oktober 2003 nach seiner Rückkehr aus dem Weltraum sagte:
„Die Aussicht war wunderschön. Aber ich konnte die Große Mauer nicht sehen.“

Die Chinesische Mauer wurde 1987 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Der auf dem oberen Bild dargestellte Abschnitt der Mauer liegt etwa 60 km nördlich von Peking.

Weblinks

Literatur

Hans Wilm Schütte: Chinas Große Mauer. Die Wiederentdeckung eines Weltwunders. München Orbis-Verlag, 2002. ISBN 3-572-01318-6




     
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