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Che Guevara



Ernesto Rafael Guevara Lynch de la Serna, genannt Che Guevara (* 14. Juni 1928 in Rosario/Argentinien; † 9. Oktober 1967 in La Higuera/Bolivien - Als Geburtsdatum wird offiziell oft auch der 15. Juni 1928 angegeben. Durch die falsche Angabe wollten die Eltern, Celia de la Serna und Ernesto Guevara (sen.) verhindern, dass die Oligarchie das tätsächliche Geburtsdatum herausfindet) war ein argentinischer Arzt und kubanischer Revolutionär, Politiker und Guerillaführer. Er begründete theoretisch die Methodik, Strategie und Taktik des modernen Guerillakampfes, und versuchte mit wechselndem Erfolg bzw. auch Mißerfolg, seine Thesen in die revolutionäre Praxis umzusetzen.

Table of contents
1 Leben
2 Nach Guevaras Tod
3 Werke
4 Literatur
5 Weblinks

Leben

Kindheit und Jugend

Ernesto "Che"(Argnt. Hey) Guevara entstammte einer großbürgerlichen Familie aus der argentinischen Oligarchie. Anders als viele andere oligarchische Familien grenzten sich die Eltern des jungen Ernesto nicht gegen sozial schwächere Schichten ab. Sie vertraten fortschrittliche, freiheitliche und tolerante sozialliberale Positionen, die für manche andere Angehörige der Oligarchie auch eine Provokation darstellten.

Der junge Ernesto erlitt im Alter von 2 Jahren seinen ersten Asthma-Anfall, nachdem er mit seiner Mutter bei nasskaltem Wetter beim Schwimmen gewesen war. Das Asthma blieb eine lebenslange Krankheit Guevaras, die sich auch prägend auf seine Persönlichkeit und Entwicklung auswirkte. Statt sich zu schonen, versuchte er sich durch sportliche Aktivitäten abzuhärten. In seiner Kindheit war Ernesto schon Wortführer einer Kinderclique, die sich aus den verschiednen sozialen Schichten seiner Umgebung zusammen setzte. Die soziale und charismatische Ader Ernestos wurde von seinen Eltern gefördert. Im Elternhaus Ernestos war es Alltag, dass viele Kinder aus der Umgebung dort ein- und ausgingen. Andererseits war Ernesto ein oft in sich gekehrter und ernster Junge, der sich schon früh für Literatur interessierte. Dieses Interesse verlor er auch nicht, als er, wohl bedingt durch seine Asthma-Krankheit, Medizin studierte. Während und nach dem Studium unternahm Ernesto viele Reisen durch Süd- und Mittelamerika, bei denen er stärkeren Einblick in die sozialen Zustände der lateinamerikanischen Länder gewann. Er näherte sich auf diesen Reisen immer stärker marxistischen Positionen an.

Kubanische Revolution

Er wurde schließlich Mitglied in Fidel Castros Bewegung 26. Juli, die am 1.1. 1959 nach über zweijährigem Guerillakampf gegen die Armee des von den USA unterstützten Diktators Batista die Macht in Kuba übernahm und ein kommunistisch geprägtes System etablierte. Dieses wurde vor allem von US-amerikanischer Seite als Diktatur boykottiert und zeitweise auch in verdeckten militärischen Operationen bekämpft (siehe auch: Schweinebucht). Andere lateinamerikanische Befreiungsbewegungen betrachteten ihn zumindest teilweise als Vorbild für ihren eigenen Befreiungskampf; einem Befreiungskampf, der sich gegen die, vor allem von den USA unterstützten, oft als rechte Diktaturen eingeschätzten Systeme sowie gegen Regierungen richtete, die nach Ansicht solcher Bewegungen von US-Konzernen wirtschaftlich dominiert und abhängig waren.

Guevara war, neben Fidel Castro, Raul Castro und einigen anderen nach dem Erfolg der Revolution wichtiges Mitglied in der neuen kubanischen Regierung, die schnell wesentliche Reformen, die vor allem den ärmeren Schichten der Bevölkerung zugute kamen, durchführte - so zum Beispiel der Ausbau eines unentgeltlichen Gesundheitswesens und eine Alphabetisierungskampagne. In der Regierung nahm Che Guevara eher kommunistisch geprägte Positionen ein, stärker noch als der vorrangig pragmatisch und realpolitisch geprägte Fidel Castro. Auf dem Höhepunkt seiner politischen Aktivität in Kuba war Guevara Leiter der Nationalbank Kubas und darauf Industrieminister. In den 1960er Jahren bestimmten seine Ideen, besonders seine wirtschaftspolitische Konzeption einer Planwirtschaft, die den moralischen Anreiz in den Vordergrund stellte, die Entwicklung Kubas. Unter anderem aufgrund der Konfrontation mit den USA, die nach der Revolution eine Wirtschaftsblockade gegen Kuba aufbaute, richtete sich die kubanische Regierung in dieser Zeit mehr oder weniger zwangsläufig an der UdSSR aus, was Guevara zunächst befürwortete.

Guerilla-Praxis

Um die Revolution weltweit zu verbreiten ("Schaffen wir zwei, drei, viele Vietnam", siehe [1] und [1]), und weil er mit der an der Sowjetunion ausgerichteten Politik Castros später nicht mehr vollständig übereinstimmte, verließ Guevara Kuba und widmete sich in verschiedenen Entwicklungsländern dem revolutionären Guerillakampf. Er versuchte seine theoretischen Ansätze im Kongo und in Bolivien praktisch umzusetzen.

In Bolivien führte er eine Guerillagruppe an, die besonders in den Bergen aktiv war, wo sie immer wieder in Scharmützel mit regulären Armeeeinheiten verwickelt wurde. Guevaras auch persönliche Erfahrungen während der bolivianischen Zeit sind in seinem "bolivianischen Tagebuch", das später veröffentlicht wurde, dokumentiert. Guevara und seinen Mitstreitern gelang es letztlich nicht, die verarmten Bauern im bolivianischen Hochland auf ihre Seite zu bringen. Sein Versuch, die Revolution in Bolivien durchzusetzen, scheiterte nicht zuletzt auch wegen der fehlenden Unterstützung durch die kommunistische Partei Boliviens. Im Oktober 1967 wurde Guevara nach einem Gefecht mit Regierungstruppen bei La Higuera verwundet und gefangen genommen. Nach einigen Vernehmungen in einem dörflichen Schulhaus, in dem er inhaftiert war, wurde der Gefangene Guevara am 9. Oktober 1967 vor Ort von einem CIA-Agenten erschossen.

Nach Guevaras Tod

Sein bis dahin verschollener Leichnam wurde 1997 in Vallegrande entdeckt, nach Kuba überführt und mit einem Staatsbegräbnis in einem Mausoleum in Santa Clara beigesetzt. Santa Clara ist die Stadt, deren Fall Ende 1958 nach einem von Che Guevara geführten Angriff den kubanischen Diktator Fulgencio Batista zur Flucht zwang, womit der Sieg der Revolutionäre faktisch besiegelt wurde.

Guevaras Engagement für die kubanische und andere revolutionäre Bewegungen, seine Radikalität und der Mord an dem Guerillaführer in Bolivien machten ihn zum Märtyrer von linken Unabhängigkeits- und Befreiungsbewegungen in der ganzen Welt. "Che" wurde zu einem Idol vieler Menschen: In den lateinamerikanischen Ländern gilt er teilweise bis heute vielerorts als Volksheld, aber auch in den Industriestaaten des Westen wurde er vor allem von großen Teilen der jungen Protestgeneration, die sich gegen die herrschende politische Ordnung des Kapitalismus und der ihm vorgeworfenen Ausbeutung der "Dritten Welt" wandte, zu einem revolutionärem Vorbild erhoben. In manchen kommunistischen Staaten Osteuropas wurde zeitweilig von staatlicher Seite eine Art Kult um ihn betrieben, mit dem die entsprechenden Regierungen vor allem die Jugend für den Kommunismus und Internationalismus begeistern wollte, auch wenn dabei Guevaras Kritik an der Verkrustung und dem Bürokratismus der realsozialistischen Länder größtenteils verschwiegen wurde. In der vor allem von Studenten getragenen APO Westeuropas während der 1960er Jahre beriefen sich viele auf Guevaras revolutionäre Thesen des Guerillakampfes oder diskutierten diese kritisch-positiv. Bei verschiedenen Demonstrationen der "68er-Bewegung" wurde oft neben dem Porträt des führenden Nordvietnamesischen Revolutionärs Ho Chi Minh auch das des "Che" auf Transparenten mitgeführt. Der kubanische Fotograf Alberto Korda hatte es am 5. März 1960 aufgenommen und der Verleger Giangiacomo Feltrinelli nach dem Tode Guevaras weltweit vermarktet. Bis heute ist dieses in vielen Variationen verbreitete Bild nahezu zu einer Art Pop-Ikone geworden und ist damit Ausdruck einer gewissen Verklärung der Person Che Guevaras.

Zum Hintergrund seines Rufnamens siehe auch: Che (Füllwort)

Werke

Literatur

Weblinks




     
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