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Córdoba (Argentinien)



Córdoba ist eine Stadt in Zentralargentinien, inmitten des produktivsten Landwirtschaftsgebietes und Hauptstadt der Provinz Córdoba. Die Stadt liegt in den Vorhügeln zur Sierra Chica. Sie ist ein wichtiges Industriezentrum, hat in der Innensstadt aber einige Gebäude im Kolonialstil. Mit 1,35 Millionen Einwohnern ist sie nach Buenos Aires die zweitgrößte Stadt des Landes.

Table of contents
1 Geografisches
2 Geschichte
3 Sehenswürdigkeiten
4 Bevölkerung
5 Wirtschaft
6 Soziale Situation
7 Kriminalität
8 Medien
9 Tourismus
10 Feste und Veranstaltungen
11 Kultur
12 Verkehr
13 Weblinks

Geografisches

Lage

Córdoba liegt im Tal des Río Suquía, der früher auch Río Primero (erster Fluss) genannt wurde. Dies liegt daran, das die Spanier das Land im 16. Jahrhundert von Norden her das Land kolonisierten und die Flüsse, die sie dabei überqueren mussten, einfach durchnummerierten. Der Westen der Stadt zieht sich bis in die ersten Ausläufer der Sierras de Córdoba, der Sierras Chicas, hin.

Das "offizielle" Stadtgebiet ist das Departamento Capital, das die Form eines Quadrats mit einer Kantenlänge von 22 km hat. Im Nordwesten und Norden wächst das bebaute Gebiet allerdings teilweise weit über die Grenze dieses Departamentos hinaus.

Umland

Das Umland gehört zu drei verschiedenen Naturräumen. Südlich der Stadt liegt die Pampa-Grasebene, die etwa auf der Höhe des Río Suquía in die Savannenlandschaft des Gran Chaco übergeht. Der Westen gehört zu den Sierras Pampeanas. Die die Stadt umgebenen Flächen sind fruchtbar und werden vor allem landwirtschaftlich genutzt, während der bergige Westen weitgehend Weide- oder Ödland ist.

Ökologische Probleme

Im Zentrum und einigen Stadtvierteln ist die Luftverschmutzung nach wie vor hoch, auch wenn Modernisierungen im Automobilverkehr und in der Industrie sowie der Verzicht auf krebserregende Stoffe im Stromnetz auf Besserung hoffen lassen. Ein größeres Problem dürfte die Zersiedelung des Stadtraums vor allem an der nordwestlichen Peripherie sowie im Valle de Punilla sein, wo weite Räume von Wochenendhauskolonien und Country Clubs zugebaut sind und der Bestand an mehreren Tierarten wie etwa des noch vor kurzem weit verbreiteten Puma stark dezimiert wurde. Eine weiträumige Fläche zwischen Córdoba und Villa Carlos Paz gehört dem Militär und wird nur von spärlicher Viehzucht genutzt. Es gibt Bestrebungen, das Gebiet in ein Naturreservat umzuwandeln, um zu verhindern, dass die Stadt sich in diese wichtige Pufferzone ausdehnt.

Klima

Das Klima der Gegend ist warmgemäßigt. Die Sommer sind meist heiss und feucht (mittlere Tagesextreme im Januar: 31°/17°), während die Winter trocken-mild und sehr sonnig sind (Tagesextreme im Juli: 19°/4°). Besonders in den Übergangszeiten Frühling und Herbst kommt es häufig zu starken Temperaturschwankungen, die von den Winden aus verschiedenen Richtungen herrühren. Besonders nachts ist die Temperatur im Talkessel des Zentrums bis zu 5° Grad höher als in den höhergelegenen Aussenbezirken. Daran und am Smog liegt es auch, dass die reicheren Stadtviertel vornehmlich auf den Hügeln der Nordweststadt liegen.

Geschichte

Córdoba wurde 1573 von Jeronimo Luis de Cabera gegründet und nach Córdoba in Spanien benannt. Es war das ursprüngliche Verwaltungszentrum des heutigen Argentinien. Die 1613 von den Jesuiten gegründete Universität (Universidad Nacional de Córdoba, UNC) ist die zweitälteste Südamerikas, sowie heute die zweitgrößte Argentiniens (ca. 105.000 Studenten).

Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg es zum Zentrum der Luftfahrt- und Automobilindustrie auf, so dass die Einwohnerzahl schnell anstieg. Seit den 1990er Jahren hat sich das Wachstum wieder etwas verlangsamt, stattdessen wachsen nun vor allem die Vororte der Stadt.

Seit dem 21. Juni 1978 ist Córdoba in Österreich berühmt: hier wurde anlässlich der Fußballweltmeisterschaft die deutsche Nationalmannschaft von der österreichischen 3:2 besiegt. Dies war für den Ausgang der Weltmeisterschaft bedeutungslos, brachte dem österreichischen Fußball aber einen Schub an Selbstvertrauen. "Córdoba" wird in Österreich geradezu als Synonym für "Erfolg im Fußball" verwendet. In Deutschland gilt die Schmach von Córdoba dagegen als eine der schlimmsten Niederlagen aller Zeiten.

Sehenswürdigkeiten

Im Zentrum der Stadt sind zahlreiche Bauten aus der Kolonialzeit zu finden. Zu nennen sind die Kathedrale und der Cabildo an der Plaza San Martín, weiterhin die Manzana Jesuítica, ein Block, der mehrere von den Jesuiten im 17. Jahrhundert erbaute Gebäude enthält und 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde. Eine Kuriosität ist das erste drehende Haus Amerikas, das in den 1950er Jahren im Stadtviertel Nueva Córdoba erbaut wurde und heute im Industriemuseum zu besichtigen ist.

Bevölkerung

Die Einwohner der Stadt sind zum größten Teil Nachkommen von Italienern, Spaniern und Deutschen, es gibt jedoch auch einen hohen Anteil Zuwanderer aus dem Norden und Nordosten des Landes, von denen viele indianischer Abstammung sind. Die Ureinwohner der Provinz, die Comechingones, wurden dagegen schon im frühen 19. Jahrhundert von den Spaniern deportiert und ausgerottet. 1,35 Millionen der Einwohner wohnen im direkten Stadtgebiet. Im Grossraum des Gran Cordoba wohnen weitere 450.000 Menschen. Hierzu gehören Teile der Departamentos Colón, Punilla, Santa Maria, Río Primero und Río Segundo.

Wirtschaft

Seit den 1940er Jahren hat sich in Córdoba eine vielfältige Industrie angesiedelt. Die größten Zweige sind der Automobilbau (Renault, VW, Fiat), der Eisenbahnbau (Materfer) und der Flugzeugbau (Fábrica Militar de Aviones, inzwischen aufgeteilt zwischen Staat und Lockheed Martin). Zudem gibt es Textil-, Schwer-, und etwas Chemie- und Agroindustrie.

Córdoba galt immer schon als das Technologiezentrum Argentiniens. So liegt hier das argentinische Raumfahrtzentrum (Centro Espacial Teófilo Tabanera) im Vorort Falda del Cañete, wo Satelliten gebaut und von einer Bodenstation aus gesteuert werden. Die Softwareindustrie (Motorola, Vates) sowie die Elektronikindustrie sind auf dem Vormarsch und wenden sich zunehmend auch dem Export zu.

In den 1980er und 1990er Jahren bekam wegen der neoliberalen Politik vor allem der Dienstleistungssektor Zulauf, die Bedeutung der Industrie sank etwas ab.

Soziale Situation

Córdoba ist eine im innerargentinischen Vergleich reiche Stadt. Die relativ hohe Wachstumsrate infolge von Zuwanderung und Binnenwanderung hat dennoch an der Peripherie teils ausgedehnte Elendsviertel (so genannte villas miserias) entstehen lassen, in denen 8% (2001) der Stadtbevölkerung leben. Mit sozialen Bauprogrammen und Infrastrukturverbesserungen versucht die Regierung dieses Problem anzugehen. Im Rahmen des 2001 begonnenen 11.000 Wohnungen-Programm soll etwa die Hälfte der Elendsviertel in weiträumig angelegte Sozialwohnungsviertel umgesiedelt werden. Kritisiert wird an diesem Programm, dass die neuen Stadtviertel oft sehr weit vom Zentrum entfernt liegen, und dass die grössten Elendsviertel nicht in das Programm aufgenommen wurden (z.B. Villa La Tela mit 15.000 Einwohnern).

Kriminalität

Die Kriminalitätsrate in Córdoba ist im Vergleich zu Buenos Aires und Rosario relativ niedrig. Es kommen etwa 8 Morde auf 100.000 Einwohner (2002), während es in Buenos Aires und in Rosario etwa 15 sind. Dennoch sind etwa 40% der Stadtbevölkerung nach eigenen Angaben in den letzten Jahren Opfer von kriminellen Delikten geworden.

Medien

Printmedien

Die bedeutendste Zeitung der Stadt ist La Voz del Interior, eine politisch uneinheitlich positionierte, mit teilweise hochwertigem Journalismus versehene Zeitung, gefolgt von La Mañana de Córdoba, Día a Día, Reporte 15 und Hoy Día Córdoba, die eher das Niedrigpreis-Segment abdecken. Zusätzlich erscheint die Wirtschaftszeitung Comercio y Justicia sowie das kostenlose Infoblatt El Diario del Bolsillo.

Zeitschriften, die in der Stadt herausgegeben werden, sind u.a. das Veranstaltungsblatt Aquí, das Politikmagazin Orillas, die Boulevardzeitschrift Las Rosas und die Musikzeitschrift Todo Cuarteto.

Radio

Es gibt in der Stadt eine Vielzahl von privaten und staatlichen Radiosendern. Der bei weitem bekannteste ist der landesweit auf UKW und MW sendende Cadena 3 (LV3), gefolgt von LV2 und dem anspruchsvolleren Radio Universidad.

Fernsehen

Die nationalen Fernsehsender Telefé und Canal 13 senden in Córdoba ein Regionalprogramm mit eigenen Produktionen (unter den Namen Teleocho und Canal 12). Der universitätseigene Canal 10 sendet neben eigenen Produktionen auch Formate der Sender América TV, Canal 7 und Canal 9 aus Buenos Aires. Zudem gibt es den Kabelsender Suquía, der sich größtenteils aufs Ausstrahlen von Cuarteto-Musik beschränkt.

Tourismus

Die Stadt wird jährlich von mehreren Hunderttausend Touristen besucht. Ziel sind vor allem die kolonialen Bauwerke im Zentrum, sowie die Museen und kulturellen Institutionen. Das westliche Umland der Stadt um Villa Carlos Paz, aber auch in den Vororten Río Ceballos und Alta Gracia gehört zu den bekanntesten Touristengebieten des Landes, nach der Atlantikküste und den Südanden.

Feste und Veranstaltungen

Kultur

Córdoba hat eine grosse und vielfältige Kulturszene, die sich vor allem wegen der 150.000 Studenten, die hier leben, ständig erneuert. Es gibt etwa 20 offizielle und 50 nichtoffizielle Theater, das grösste davon ist das Opernhaus Teatro del Libertador. In der Musik findet man ebenfalls eine grosse Vielfalt von Klassik (Konservatorium, mehrere bedeutende Orchester und Kammerensembles) bis Techno. Besonders bekannt wurde die Stadt jedoch durch das Cuarteto, einem fröhlich-leichten, dem karibischen Merengue ähnlichen Tanz, der seit den 1960er Jahren nicht nur in Argentinien, sondern in ganz Südamerika Diskotheken füllt und den Gegenpol zum melancholischen Tango der Landeshauptstadt Buenos Aires darstellt.

Verkehr

Weblinks




     
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