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Buschschwein



Buschschwein
'''Systematik '''
''berordnung '' Laurasiatheria
''Ordnung '' Paarhufer (Artiodactyla)
''Unterordnung '' Nichtwiederkäuer (Nonruminantia)
''Familie '' Echte Schweine (Suidae)
''Gattung '' Potamochoerus
''Art '' Buschschwein (P. porcus)

Das Buschschwein (Potamochoerus porcus) ist ein in Afrika südlich der Sahara verbreitetes wildes Schwein. Es ist auch unter anderen Namen wie Flussschwein oder Pinselohrschwein bekannt. Da Buschschweine in verschiedenen Regionen sehr unterschiedlich aussehen können, ist die Aufteilung des Buschschweins in Unterarten oder gar Arten umstritten (siehe Taxonomie).

Table of contents
1 Merkmale
2 Verbreitung
3 Lebensweise
4 Buschschweine und Menschen
5 Taxonomie

Merkmale

Es hat einen stark behaarten Körper, mit Haarbüscheln an den Ohrspitzen und einem langen Kopf. Die Schulterhöhe beträgt 55 bis 88 cm. In der Färbung bestehen starke regionale Unterschiede. Der in Zentralafrika verbreitete Flussschwein-Typ ist rotbraun gefärbt und hat einen weißen Aalstrich, der sich über den Rücken zieht. In Süd- und Ostafrika gibt es rötliche, braune, graue und schwarze Buschschweine. Oft gibt es eine weiße Gesichtszeichnung. Die in Kamerun verbreitete Unterart ist mit ihrer tiefroten Fellfarbe und dem schwarz-weiß gemusterten Gesicht eines der farbigsten Säugetiere überhaupt.

Beide Geschlechter haben Hauer. Diese verlängerten Eckzähne wachsen aus Ober- und Unterkiefer und schleifen sich gegenseitig aneinander ab. Die Männchen haben außerdem warzenartige Auswüchse des Nasenbeins unterhalb der Augen.

Die dunkelbraunen Frischlinge tragen helle Längsstreifen. Beim schnellen Laufen streckt das Buschschwein den Schwanz gerade nach unten.

Verbreitung

Obwohl das Warzenschwein bekannter ist, ist das Buschschwein das mit Abstand häufigste und am weitesten verbreitete wilde Schwein Afrikas. Es ist an alle möglichen Habitate angepasst und kommt in Regen- und Trockenwäldern ebenso vor wie in Sumpfregionen und Dornbuschsavannen. Mancherorts scheuen Buschschweine die Nähe des Menschen nicht und leben auf Feldern und in der Nähe von Dörfern. Ein geeigneter Lebensraum für Buschschweine muss Dickicht oder hohes Gras umfassen, in dem sich die Tiere vollständig verbergen können.

Wilde Buschschweine findet man auch auf Madagaskar und Mayotte. Da es dort für gewöhnlich keine Paarhufer gibt, glaubt man, dass sie vor Jahrhunderten durch Menschen auf diese Inseln verschleppt worden sind. Andere Theorien sagen, dass die Schweine auf Treibholz die Inseln in jüngerer Zeit auf natürlichem Wege erreicht haben.

Lebensweise

Das Buschschwein ist überwiegend nachts und nur regional auch während der kühlen Tagesstunden aktiv. Es schläft in selbst gegrabenen Bauen. Auf Nahrungssuche gräbt es Wurzeln und Knollen aus und sucht nach Früchten und Beeren, als Allesfresser nimmt es aber auch Eidechsen, Insekten und Vogeleier.

Die Rotte besteht aus vier bis zehn Tieren und wird von einem dominanten Keiler geführt. Wenn zwei Rotten einander begegnen, kommt es zu lauten Drohgebärden, aber selten zu ernsthaften Kämpfen.

Buschschweine und Menschen

Wegen ihrer verborgenen Lebensweise dauerte es lange, ehe es Berichte über das Verhalten der Buschschweine in freier Wildbahn gab. Erstmals zoologisch beschrieben wurde das Buschschwein 1648 von Georg Marcgrav, eigenartigerweise in einem Buch über die Naturgeschichte Brasiliens - möglicherweise waren Einzeltiere mit afrikanischen Sklaven nach Südamerika gelangt.

Es gibt Anzeichen dafür, dass das Buschschwein in den letzten Jahrzehnten konstant häufiger geworden ist, was mit dem Rückgang großer Raubtiere wie Leoparden im Zusammenhang stehen dürfte. Da die Rotten oft auf Plantagen einfallen und ganze Ernten zunichte machen, gelten sie vielerorts als Plage. Gejagt werden sie auch wegen ihres Fleisches.

In manchen Gegenden Afrikas, vor allem aber auf Madagaskar, sind Buschschweine gezähmt und als Nahrungsquelle gehalten worden. Eine wirkliche Domestikation ist aber nie erfolgt, da sich die Tiere in Gefangenschaft nicht vermehrt haben, sondern Nachschub immer aus Wildbeständen gekommen ist.

Taxonomie

Nachdem im 19. Jahrhundert fast zwanzig Arten von Buschschweinen beschrieben worden waren, kam man in der 20. Jahrhundert zu der Auffassung, dass es sich um Unterarten oder nur regionale Varianten ein und derselben Art handelte. Alle Busch-, Fluss- und Pinselohrschweine wurden nun in der Art Potamochoerus porcus vereint.

In den 1990ern gaben neue Untersuchungen Anlass zu der Annahme, dass es sich doch in Wahrheit um zwei Arten handelt. Bei den Anhängern dieser These werden die Tiere Zentral- und Westafrikas als Flussschwein (P. porcus) von denen Ost- und Südafrikas (Buschschwein, P. larvatus) abgetrennt.




     
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