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Bundespräsident (Schweiz)



Der Bundespräsident der Schweiz ist derjenige Minister, der als Primus inter pares den Vorsitz bei den Sitzungen der Schweizer Regierung, des Bundesrats führt.

Zusätzlich zur Leitung seines "Departements" (Ministeriums) übernimmt der Bundespräsident noch die Repräsentationsaufgaben eines Staatsoberhaupts. Zunächst war dies nur im Inland der Fall (Ansprachen zu Neujahr bzw. zum Nationalfeiertag am 1. August). In einer Zeit vermehrter Auslandskontakte gilt dies auch im Ausland.

Tatsächlich kennt die Schweizer Bundesverfassung aber weder ein Staatsoberhaupt noch einen Regierungschef. Aus diesem Grund pflegt die Schweiz auch keine Staatsbesuche zu erwidern.

Der Bundespräsident wird von der Vereinigten Bundesversammlung jeweils für ein Jahr aus dem Kreis der Bundesräte gewählt.

Im 19. Jahrhundert war die Wahl zum Bundespräsidenten eine Auszeichnung für besonders geschätzte Bundesräte. Weniger einflussreiche Regierungsmitglieder wurden hingegen regelmäßig übergangen. So war der St. Galler Wilhelm Matthias Naeff, der 27 Jahre lang der Landesregierung angehörte, nur einmal (1853) Bundespräsident.

Seit dem 20. Jahrhundert ist die Wahl gewöhnlich unbestritten. Es gilt die ungeschriebene Regel, dass derjenige Bundesrat Bundespräsident wird, der das Amt schon am längsten nicht mehr bekleidet hat. So kommt jeder Bundesrat in sieben Jahren mindestens einmal zum Zuge. Für eine geringe Spannung bei der Wahl sorgt einzig noch die Frage, wieviele Stimmen in der Bundesversammlung der zu wählende erzielt, was als inoffizieller Popularitätstest gewertet wird. Dabei galten lange Zeit 200 Stimmen (von 246 möglichen) als ausgezeichnetes Resultat. In einer Epoche wachsender interner Konflikte sind heute jedoch schon 180 Stimmen ein respektables Ergebnis.

Bis 1920 war es - mit Unterbrechungen - üblich, dass der jeweilige Bundespräsident auch das Außenministerium übernahm. Es kam also jedes Jahr zu einer wenigstens kleineren Rochade, wenn der abtretende Bundespräsident in sein altes Departement zurückkehrte und der neue ins Außenministerium wechselte. Ebenfalls war es Brauch, dass der Bundespräsident, selbst als Außenminister, während seines Amtsjahres die Schweiz nicht verliess.

Der Bundespräsident der Schweiz für 2004 heisst Joseph Deiss.

Siehe auch: Liste der Schweizer Bundespräsidenten




     
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