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Blauwal



Blauwal
Systematik
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Wale (Cetacea)
Unterordnung: Bartenwale (Mysticeti)
Familie: Furchenwale (Balaenopteridae)
Gattung: Balaenoptera
Art: Blauwal (B. musculus)

Der Blauwal (Balaenoptera musculus) ist eine Art der Furchenwale. Er ist ein Säugetier und das größte lebende Tier überhaupt.

Merkmale

Blauwale werden im Schnitt 26 m lang, wobei die Exemplare der Südhalbkugel in der Regel größer als die der Nordhalbkugel sind. Oft werden einzelne Tiere 30 m lang, und der größte nach wissenschaftlichen Methoden vermessene Blauwal kam auf 33,58 m. Blauwale können bis zu 150 Tonnen wiegen.

Der Blauwal besitzt einen stromlinienförmigen und schlanken Körper, der dunkel blau-grau gefärbt ist. Die Rückenflosse ist geradezu winzig und erreicht gerade einmal eine Höhe von 30 cm. Im Maul trägt ein Blauwal auf jeder Seite 300-400 Barten, die schwarz gefärbt und jeweils 50-100 cm lang sind.

1966 wurde der Zwergblauwal (B. m. brevicauda) als Unterart des Blauwals beschrieben. Er soll eine maximale Länge von 24 m erreichen, da der Körperabschnitt hinter der Rückenflosse relativ kürzer ist. Allerdings bezweifeln einige Zoologen die Gültigkeit dieser Unterart und halten die Exemplare für relativ junge Tiere.

Verbreitung

Der Blauwal kommt in allen Weltmeeren vor, wobei er zwischen hohen und niedrigen Breiten wandert. Den Winter verbringt er in gemäßigten und (selten) subtropischen Meeren, den Sommer in polaren Gewässern. Dabei lebten einst 90 % aller Blauwale in der Südhemisphäre.

Lebensweise

Wie alle Bartenwale ernährt sich der Blauwal von Plankton, das er mit Hilfe seiner Barten aus dem Meerwasser filtert. Dabei bevorzugt er Kleinstkrebse (Krill), in der Antarktis spezialisierte er sich auf Leuchtkrebse. Bevorzugt sucht er in Tiefen von 100 m nach Nahrung. In den Sommermonaten vertilgt ein Blauwal schätzungsweise 40 Millionen Kleinkrebse pro Tag mit einem Gesamtgewicht von dreieinhalb Tonnen. In den Wintermonaten frisst er gar nicht und lebt von seinen Fettreserven.

Das Blauwalkalb wird nach einer Tragzeit von ca. 11 Monaten mit einer Länge von ca. 7 m und einem Gewicht von ca. 2,5 t geboren. Vor der Geburt wandert das Weibchen in warm gemäßigte bzw. subtropische Gewässer. 6 bis 7 Monate lang wird das Kalb gesäugt, es hat dann eine Länge von ungefähr 12,8 m erreicht. Die Lebensdauer eines Blauwals kann 110 Jahre betragen.

Walfang und Schutz

Während das Erjagen von Blauwalen in früheren Jahrhunderten wegen der Größe und Geschwindigkeit der Tiere zu schwierig war, wurden sie ab der Mitte des 19. Jahrhunderts regelmäßig bejagt. Im 20. Jahrhundert wurden etwa 350.000 Blauwale erlegt. Nach 1930 wurden die Fangzahlen beständig geringer, da es kaum noch Blauwale gab. Doch erst 1966 traten internationale Schutzbestimmungen in Kraft.

Vor dem Zeitalter des Walfangs gab es etwa 215.000 Blauwale, davon 200.000 in den südlichen und 15.000 in den nördlichen Meeren. Heute gibt es auf der Südhalbkugel noch etwa 500 Blauwale, etwa 1800 auf der Nordhalbkugel. Da keine Erholung der Bestände stattfindet, befürchten Experten, dass die Populationszahlen zu gering sind, um wieder anzuwachsen (siehe Genetischer Flaschenhals).




     
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