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Blasmusik



Blasmusik wird üblicherweise unter Volkstümliche Musik eingereiht weil dies bis vor wenigen Jahren dem einhelligen Selbstverständnis von Vereinen und Blasmusikverbänden entsprach. Seit den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts erfolgte aber sowohl eine stärkere Zuwendung zur Populären Musik als auch zur "Symphonischen Blasmusik" mit Originalkompositionen für Blasorchester. Diese wird vor allem von Militärmusikkapellen und Profi-Orchestern, aber auch engagierten Laienorchestern (oft auf Verbandsebene), gepflegt.

=Entstehung= Die Blasmusikbewegung beginnt in der Mitte des 19. Jahrhunderts durch das Zusammentreffen mehrerer Faktoren:

1. Technisch: Die Entwicklung der Ventile für Blechblasinstrumente (Riedl in Wien 1832 und Périnet in Paris 1839). Damit war Melodiespiel auch für Laien möglich.

2. Politisch: Wichtige Adelsprivilegien werden endgültig abgeschafft (Leibeigenschaft), gewisse Verbote (z.B. Trompeten auf Tanzveranstaltungen) geraten in Vergessenheit oder werden aufgehoben.

3. Wirtschaftlich: Die Industrialisierung bringt das notwendige Geld für die Anschaffung von Instrumenten.

Ein wichtiger Vorläufer waren die Anfang des 19. Jahrhunderts in Österreich unter dem Einfluss der türkischen Janitscharenmusik entstandenen Türkischen Banden.

=Verbreitung= Im deutschsprachigen Raum sind meist als Verein organisierte Blaskapellen besonders in katholischen Gebieten konzentriert, also in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz. In protestantischen Gegenden übernehmen oft Posaunenchöre einen Teil der Aufgaben der Musikvereine.

=Besetzungen=

Instrumentarium des Blasorchesters (Harmoniebesetzung)

"Harmoniebesetzung" bedeutet eigentlich nur, dass Holz- und Blechbläser gemeinsam spielen. Schon Mozart hat eigene Werke auch "auf Harmonie" gesetzt, die damals jedoch nur aus Flöten, Oboen, Klarinetten, Fagott und Hörnern bestand.

(Die Instrumente in Klammern finden sich in der Regel nur in symphonischen Blasorchestern.)

In der bayerischen Blasmusik gibt es keine Piccoloflöte, deren Part wird durch die Es-Klarinette übernommen ("picksiaßes Hölzl").

Instrumentarium des Spielmannszugs

=Literatur=
Berg, Hans-Walter, Hermann X. Egner, Albert Häberling, Peter Hudec, Volker Landtag, Jürgen Maahn, Hilger Schallehn und Fritz Thelen (1986): Handbuch der Blasmusik. 233 S. Schott, Mainz.

  • Ruhr, Peter und Wolfgang Blass (1987): Eine Strukturanalyse des Badischen Blasmusiklebens. In: ALTA MUSICA 7 : 201-222. Tutzing.

  • Ruhr, Peter (1987): Die Blasmusik in der Provinz, deren Aufgaben und Funktion. In: ALTA MUSICA 4 : 165-173. Tutzing.

  • Ruhr, Peter (1982): Der Blasmusiker. Studien zur Geschichte und heutigen Struktur der Blasmusik im südbadischen Raum. 345 S. Hochschulsammlung Philosophie Musikwissenschaft Band 3.

  • Suppan, Wolfgang (1983): Blasmusik in Baden. Geschichte und Gegenwart einer traditionsreichen Blasmusiklandschaft. 704 S. Schulz Verlag Freiburg.

  • Suppan,Wolfgang (1988): Das neue Lexikon des Blasmusikwesens. 385 S. 3. Aufl. Schulz Verlag Freiburg.

  • =Weblinks= http://members.chello.at/jeller/tirolgs.htm – Geschichte der Blasmusik in Tirol von Erich Egg



         
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