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Bienen



Bienen
Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Fluginsekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
Unterordnung: Taillenwespen (Apocrita)
Überfamilie: Bienen (Apoidea)
---Sidenote START---
Die Bienen (Apoidea) sind eine Überfamilie aus der Ordnung der Hautflügler (Hymenoptera).

Table of contents
1 Systematik
2 Ernährung
3 Entwicklungsgeschichte
4 Sozialverbände und Staaten
5 Stachel
6 Umgang
7 Literatur
8 Siehe auch
9 Weblinks

Systematik

Weltweit schätzt man die Zahl der Bienenarten auf rund 20.000. Davon sind in Europa etwa 700 Arten heimisch, davon wiederum etwa 500 in Deutschland. Die über einen Wehrstachel verfügenden Bienen gehören zu den Stechimmen.

Die Bienen bilden nach allgemeiner Überzeugung eine monophyletische Gruppe, allerdings gibt es unterschiedliche Ansichten, ob dieser Gruppe der Rang einer Überfamilie (Apoidea) oder einer Familie (Apidae i.w.S.) zukommt. Für ersteres spricht die Möglichkeit der Unterteilung in die Familien (s.u.), die sich inzwischen etabliert haben, letzteres drückt besser die Verwandtschaftsverhältnisse zu den Familien der paraphyletischen Gruppe der Grabwespen aus. Die Systematiker sind sich auch über die Aufteilung in Untergruppen nicht ganz einig, aber nach weit gehender Übereinstimmung erkennt man neun Familien an:

Die Apidae unterteilen sich wiederum in folgende Unterfamilien und Gattungen:

Ernährung

Bienen ernähren sich rein vegetarisch. Ihre wichtigste Nahrungsquelle sind süße Planzensäfte, insbesondere der Nektar von Blüten. Für die Eiweißversorgung sind sie auf die deren Pollen angewiesen.

Entwicklungsgeschichte

Bienen sind in der Erdgeschichte ungefähr gemeinsam mit den Blütenpflanzen, den Angiospermen, vor knapp 100 Millionen Jahren aufgetreten. Die älteste fossile Biene ist 90 Millionen Jahre alt. Sie wurde eingebettet in Bernstein im amerikanischen Staat New Jersey gefunden.

Vermutlich haben sich Bienen und Blütenpflanzen gemeinschaftlich entwickelt und ihre Entwicklung gegenseitig gefördert: Vorläufer der heutigen Bienen könnten sich von den Pollen windbestäubender Pflanzen ernährt haben. Indem sie die Pollen von Pflanze zu Pflanze weiter trugen, verbesserten sie deren Fortpflanzungschancen. Die Pflanzen begannen sich darauf einzustellen und entwickelten süße Säfte, um die Tiere an sich zu binden. Mit der Zeit passten sich beide, Bienen und Blütenpflanzen, immer besser aneinander an: die Pflanzen entwickelten ihre heutigen Blütenformen mit tiefen Nektarkelchen und Staubfäden, die Bienen ihre langen Rüssel, um gut an den Nektar heranzukommen, und ihr speziell an den Pollentransport angepasstes Haarkleid.

Heute sind Bienen und Blütenpflanzen perfekt aufeinander abgestimmt und wechselseitig aufeinander angewiesen. Eine solche gemeinschaftliche Entwicklung bezeichnet man als Ko-Evolution.

Stammesgeschichtliche Vorläufer der Bienen sind wahrscheinlich wespenähnliche Tiere, beispielsweise Vorläufer der heutigen Grabwespen. Viele Grabwespenarten versorgen ihre Brut mit einem Nahrungsvorrat, indem sie ein Beutetier mit einem Stich lähmen und dann gemeinsam mit ihrem Ei oder ihren Eiern vergraben. Dieses Brutverhalten ähnelt dem der heutigen Solitärbienen, mit dem Unterschied, dass letztere kein Beutetier, sondern Pollen als Nahrungsvorrat für ihren Nachwuchs verwenden.

Sozialverbände und Staaten

Hochsoziale Gemeinschaftsformen, insbesondere Staaten wie bei der Honigbiene, sind unter den Bienenarten die Ausnahme. Solche Gemeinschaften konzentrieren sich fast ausschließlich auf die Familie der Apinae, nämlich auf Apis mit 7 Arten, Bombinae mit rund 200 und Meliponinae mit rund 300 Arten.

Die überwältigende Mehrzahl aller Bienenarten sind Solitärbienen und Kuckucksbienen, die keine Insektenstaaten bilden, sondern alleine leben und nur für die eigene Nachkommenschaft Brutpflege betreiben. Das Ei wird bei Solitärbienen zusammen mit einem Nahrungsvorrat abgelegt und der Ablageplatz fest verschlossen. Kuckucksbienen sind Brutschmarotzer, die ihre Eier in die Brutzellen anderer Bienenarten legen, wo diese die Larve töten und sich vom Nahrungsvorrat ernähren.

Zwischen solitärer Lebensweise und der Staatenbildung gibt es eine ganze Skala von Zwischenformen:

Solche mehr oder weniger ausgeprägten Formen sozialer Gemeinschaft wurden bei der Gattung Euglossa sowie innerhalb der Familien der Halictidae, der Anthophoridae, der Megachilidae und der Andrenidae beobachtet.

Stachel

Der Giftstachel, der Bienen, auch Wehrstachel genannt, ging in der Entwicklungsgeschichte aus einem Legestachel hervor. Die Pflanzenwespen benutzen den Stachel zum Anstechen von Pflanzen für die Eiablage, bei den Legimmen, wie etwa den Schlupfwespen, wird das Ei im Körper eines Wirtstieres abgelegt. Bei den Stechimmen wandelte sich die Funktion des Stachels, er dient zur Verabreichung von Gift um Beutetiere zu lähmen, die als Larvennahrung dienen. Schließlich hat bei den Bienen, die ihre Larven ausschließlich mit Blütenpollen versorgen, der Stachel eine reine Verteidigungsfunktion. Besondere Bedeutung hat dabei die Verteidigung des Staates bei den staatenbildenden Bienen (speziell Honigbiene).

Außer den staatenbildenden Arten können auch viele andere Bienenarten mit ihrem Stachel den Mensch stechen (z.B. Furchenbienen und Maskenbienen), die Folgen sind aber meist weit weniger dramatisch als beim Stich der Honigbiene.

Umgang

Wer einer Biene in der Nähe hat aber noch nicht von ihr gestochen wurde, sollte sich ganz ruhig verhalten, Bienen stechen nur wenn sie sich oder ihren Bau unmittelbar bedroht oder angegriffen sehen. Selbst eine Biene auf der eigenen Nase sondiert nur ihre Umgebung und beabsichtigt in der Regel keinen Übergriff, ganz im Gegensatz zu einer Mücke.

Eine einzelne Biene etwa eingeschlossen in einem Zimmer läßt sich mit bloßer Hand aus dem Zimmer tragen wenn man nicht versucht sie einzufangen, sondern stattdessen sich ihr langsam nährt und sie auf die Hand krabbeln läßt. Sollte die Biene dabei Anzeichen von Unruhe anzeigen, sollte man stehen bleiben, sich nicht bewegen und die Aktion kurzzeitig unterbrechen.

Diese Methode zum entfernen einer Biene ist jedoch nicht für psychisch labile Menschen geeignet, Kinder oder beim Summen einer Biene bereits in Stress ausbrechende Personen.

Literatur

Siehe auch

Weblinks




     
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