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Bemannte Raumfahrt



Table of contents
1 Einleitung
2 Geschichte
3 Derzeitiger Stand
4 Zukünftige Entwicklungen
5 Siehe auch
6 Weblinks

Einleitung

Bemannte Raumfahrt ist der Sammelbegriff für alle Weltraummissionen, bei der Menschen in Raumschiffen in den Weltraum vorstoßen und nach Ende der Mission unversehrt zur Erde zurückkehren. Zur bemannten Raumfahrt zählen auch die Langzeitaufhalte der Astronauten auf der russischen Mir-Raumstation und der Internationalen Raumstation (ISS). Seit dem Jahr 2001 können Weltraumtouristen mit zur Internationalen Raumstation (ISS) fliegen. Müssen Astronauten außerhalb der schützenden Hülle ihres Raumschiffs oder Raumstation arbeiten (Weltraumspaziergang), so müssen sie aufwendige Raumanzüge tragen.

Derzeit gibt es nur drei Länder, deren Raumfahrtbehörden bemannte Raumfahrtmissionen durchführen können: Russland (RAKA), die USA (NASA) und China (CNSA). Darüber hinaus sind erste Aktivitäten privater Unternehmen zu beobachten.

Fehlende Geschlechtsneutralität des Begriffs

Auf Grund der historischen Sprachentwicklung hat sich der Begriff "Bemannt" in der deutschen Sprache so verfestigt, dass kein anderes Wort mehr dafür verwendet wird. Im englischen Sprachraum hingegen benutzt man oft die geschlechtsneutrale Bezeichnung human spaceflight, oder auch crewed space mission.

Stellenwert in der Berichterstattung

Bemannte Raumfahrtmissionen haben einen relativ hohen Stellenwert in den Medien und es wird daher im Vergleich zu unbemannten Missionen öfters darüber berichtet. Nichtsdestotrotz haben bemannte Missionen heutzutage nur eine gering höhere wissenschaftliche Bedeutung als unbemannte, ferngesteuerte Missionen. Fehlschläge und Unfälle, bei der Astronauten gefährdet oder gar getötet wurden, bleiben der Öffentlichkeit lange im Gedächtnis und sorgen für einen langanhaltenden Imageverlust der Beteiligten.

Notwendigkeit bemannter Missionen

Aufgrund der enormen technischen Aufwands wird diskutiert, ob und wann bemannte Missionen sinnvoll sind. Notwendige Lebenserhaltungssysteme und Rettungssysteme, die das Risiko für die Astronauten minimieren sollen, verursachen nicht unerhebliche Kosten. Viele Tätigkeiten, die ein Astronaut vollbringen könnte, wären mit einer teilweise ferngesteuerten Sonde ebenso möglich. Zukünftige Fortschritte in der Robotik und der autonomen Steuerung würden beispielsweise eine weiter ausgedehnte, wissenschaftliche Erforschung des Mars erlauben, ohne dass ein Mensch die Erde verlassen müsste. Andererseits können Menschen im Gegensatz zu Maschinen intelligent und intuitiv handeln. Je nach Missionsart und Missionsziel ist das wiederum ein Vorteil.

Geschichte

Erster bemannter Raketenflug

Der erste bemannte Raketenflug, allerdings mit tödlichem Ausgang, fand in Deutschland am 1. März 1945 auf der Schwäbischen Alb mit einer von Erich Bachem entwickelten Kleinrakete (Ba 349, Natter) statt. Dieser Raketenflug war die Vorstufe zu allen späteren bemannten Weltraummissionen. Der senkrecht startende Düsenjäger wurde vom 23-jährigen Luftwaffenleutnant Lothar Sieber gesteuert. Die Absturzursache ist unklar, vermutlich war Sieber aber beim Aufschlag schon bewußtlos gewesen. Weitere 22 Starts, davon vier bemannte, wurden durchgeführt. Beendet wurde dieses Programm, welches durch Hast und schlechte Vorbereitung geprägt war, durch das Eintreffen allierter Kampfverbände.

Kalter Krieg - Wettlauf ins All

Im Zeitalter des kalten Krieges wurde die Entwicklung von den verfeindeten Großmächten USA und der Sowjetunion wieder aufgenommen: Am 12. April 1961 umkreiste Juri Gagarin mit der Wostok-Raumkapsel als erster Mensch die Erde. Die USA konnten wenige Wochen später, am 5. Mai 1961, im Rahmen des Mercury-Programms einen 16-minütigen suborbitalen Flug von Alan Shepard vorweisen.

1968 flogen dann mit Apollo 7 die ersten Menschen im Rahmen des Apollo-Programms ins Weltall, was schließlich in der ersten bemannten Mondlandung 1969 mit Apollo 11 gipfelte. Danach konzentrierte man sich auf den erdnaheen Weltraum die Raumstation Saljut, Mir und Skylab boten den Menschen ím All ein sehr bescheidenes Zuhause.

Siehe auch: Geschichte der Raumfahrt, Liste der bemannten Raumfahrtmissionen

Derzeitiger Stand

Internationale Raumstation ISS

Außer in China ist die Basis für alle gegenwärtigen Aktivitäten der staatlichen Raumfahrtagenturen die Internationale Raumstation (ISS). Bis zum Unglück der US-Raumfähre Columbia wurde die ISS von den US-Raumfähren und den russischen Sojus-Raumschiffen angeflogen. Seit dem Unglück im Februar 2003 startet kein Space Shuttle mehr. Somit ist Russland bis vorraussichtlich 2005 das einzige Land, das Astronauten zur ISS schicken kann.

Das veraltete Shuttle-Konzept für kommende Aufgaben

Zuvor folgte bereits in der 1970er Jahren die Entwicklung der US-Raumfähren, die aber in der Zwischenzeit vom technischen Konzept her als veraltet gelten. Derzeit wird die Flotte der verbliebenen drei Raumfähren überholt und gewartet. Zwar kommen sie nach dem Unglück der Columbia nochmal zum Einsatz, ein Nachfolgesystem ist aber bereits im Planungs- und Entwicklungsstadium. Im Zuge der strategischen und organisatorischen Neuausrichtung der NASA Anfang 2004 werden für die geplanten Mond- und Marsflüge andere Raumfahrzeuge benötigt, außerdem ist die weitere Zukunft der ISS ungewiss.

Sonderweg China

Eine Sonderweg beschreitet momentan China, indem sie eine eigene Infrastruktur im Weltall aufbaut. Der 2003 durchgeführte, bemannte Raumflug wurde zwar größtenteils durch Verwendung eines modifizierten Nachbaus der russischen Sojus-Kapsel ermöglicht, die eigenen Entwicklungen und Programme stehen aber in der Zwischenzeit im Vordergrund.

Weitere Informationen zur chinesischen Raumfahrt: Shenzhou, Langer Marsch (Rakete), Taikonaut, Chinesische Weltraumbehörde

Privat finanzierte bemannte Raumfahrt

Suborbitale Flüge einzelner Länder oder privater Firmen zählen streng genommen nicht zur bemannten Raumfahrt, da keine stabile Umlaufbahn erreicht wird und es somit keine Weltraummissionen im eigentlichen Sinn sind. Privat finanzierte und entwickelte Raumfahrt jeglicher Art steht erst am Anfang ihrer Entwicklung, wenn auch erste Erfolge, etwa der Flug von SpaceShipOne am 21. Juni 2004, vorzuweisen sind.

Zukünftige Entwicklungen

Da Russland mit seinen Sojus-Raumkapseln nur begrenzte Transportkapazitäten anbieten kann denkt man in Europa über einen eigenen Raumtransporter nach, der der ESA mehr Unabhängigkeit verleihen würde. Die Entwicklung des anspruchsvollen Hermes-Konzepts wurde aus finanziellen und technischen Schwierigkeiten abgebrochen. Ein neuer Versuch ist der Hopper, eine Raumfähre, die ohne Zuhilfenahme zusätzlicher Raketen eine erdnahe Umlaufbahn erreichen soll. Der maßstabsgetreu verkleinerte Prototyp (Phoenix) wurde in Nordschweden im Mai 2004 erfolgreich getestet. Jedoch wird erst in Zukunft entschieden, ob der Hopper tatsächlich gebaut wird.

Siehe auch: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, EADS

Für den Ausbau der ISS oder den Anflug von Zielen, die über die erdnahe Umlaufbahn hinausgehen, sind jedoch zwingend neue Raumschiffe und Konzepte erforderlich.

Ein von US-Präsident George W. Bush im Januar 2004 verkündetes, strategisches Programm soll Menschen auf den Mond und später bis auf den Mars befördern. Allerdings wären für eine bemannte Marsmission völlig neue Raumschiffe erforderlich, die zunächst zu entwickeln sind. Kritiker halten George W. Bushs Rede für einen strategischen Schachzug in seinem Wahlkampf, sodass mitunter eine Realisierung dieser Pläne stark bezweifelt werden darf.

Die ESA entwickelt ebenfalls ein eigenes Programm für einen bemannten Flug zum Mars, Das Aurora-Programm hat zum Ziel, möglichst bis zum Jahr 2030 einen solchen Flug durchzuführen.

Siehe auch

Weblinks




     
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