WEB LEXIKON: Ein Blick zurück
Hauptseite | Aktueller Wikipedia-Artikel

Bahn (Verkehr)



Bahnen im Sinne eines Verkehrsmittels sind vor allem schienengebundene Transportsysteme. Die verbreitetste Form sind hierbei Fahrzeuge, die das Rad-und-Schiene-Prinzip nutzen und einen eigenen Fahrantrieb haben oder von einer Lokomotive gezogen werden. Desweiteren werden als ’’Bahnen’’ auch alle Transportsysteme bezeichnet, bei denen Fahrzeuge an mechanischen Trag- und Leitsystemen geführt werden, zum Beispiel Schwebebahn und auch solche, die dabei einen standortgebundenen Antrieb haben, beispielsweise Seilbahnen.

Eine Unterteilung unterschiedlicher Bahn-Systeme läßt sich sowohl nach technischen als auch nutzungsorientierten oder rechtlichen Kriterien durchführen. Siehe auch: Portal Bahn.

Table of contents
1 Einteilung von Bahnen
2 Rechtsgrundlagen des Bahnbetriebs
3 Bestandteile von Bahnen und Bahnanlagen
4 Geschichte der Eisenbahn
5 Weblinks

Einteilung von Bahnen

Eisenbahn, Vollbahn

Allgemein am verbreitetsten ist die
Eisenbahn als Verkehrsmittel und als Vollbahn im technischen und rechtlichen Sinne. Eine weitere Rolle spielt die Einteilung in öffentliche und nichtöffentliche Bahnen sowie die Unterscheidung nach bundeseigenen und nichtbundeseigenen Bahnen. Damit sind jeweils auch rechtliche Rahmenbedingungen gegeben, die auch auf den technischen Betrieb Einfluss haben.

Kleinbahnen, Inselbahnen und Schmalspurbahnen sind meist durch ihr begrenztes Schienennetz gekennzeichnet; die Fahrzeuge lassen sich meist auch nicht auf den Anlagen einer größeren Vollbahn weiterführen. Sowohl Kleinbahnen als auch Schmalspurbahnen können jedoch auch als Vollbahn definiert sein.

Werksbahnen, Bergbau-Bahnen und Grubenbahnen sind in aller Regel nichtöffentliche und nicht bundeseigene Bahnen. Sie dienen vor allem dem Gütertransport in großen Werks- oder Bergwerksanlagen.

Öffentlicher Nahverkehr

Im Stadt- und Regionalverkehr gibt es zahlreiche unterschiedliche Bahnen, wobei die Unterschiede sowohl die technischen als auch organisatorischen Betriebsbedingungen betreffen.

Straßenbahnen waren schon als Pferdebahn weit verbreitet bevor sie mit einem zumeist elektrischen Antrieb ausgestattet wurden. Der Straßenbahnbetrieb erfolgt im Unterschied zu anderen Bahnen vor allem im Fahren auf Sicht und in Anpassung an den Straßenverkehr. Straßenbahnschienen sind mit Rücksicht auf den Kraftfahrzeugverkehr anders gestaltet als Vollbahnschienen.

Eine Hochbahn war in vielen Städten neben der Straßenbahn eine der ersten Stadtschnellbahnen. Sie bestand aus elektrischen Triebzügen und fuhr getrennt vom Straßenverkehr auf Viadukten. Meist wurde die Hochbahn im Laufe der Zeit mit Untergrund-Linien erweitert und mehrheitlich eher als U-Bahn (Untergrundbahn) betrieben. Ein verbreiteter Name für U-Bahnen ist auch Metro, zum Beispiel in New York und Paris.

Die S-Bahn (Stadtschnellbahn) ist in Deutschland in der Regel eine Vollbahn, Teil der Deutschen Bahn und verkehrt meist auch auf deren Gleisen, teilweise auch auf Fernverkehrs-Gleisen. Zu Anfang wurde die S-Bahn beispielsweise in Berlin mit dampflokbespannten Zügen betrieben. Heute bestehen die Fahrzeuge der S-Bahn meist aus elektrischen Triebzügen, in Randbereichen von Städten gibt es jedoch auch heute noch S-Bahn-Linien mit lokomotivbespannten Wagenzügen.
Der Begriff Stadtbahn wird teilweise auch als Synonym für S-Bahn verwendet, ist jedoch nicht exakt festgelegt und folgt eher der lokalen Gewohnheit als der technischen Definition. Ein Jahrhuntert lang einzigartig als öffentliches Nahverkehrsmittel ist die seit 1901 im Betrieb befindliche Wuppertaler Schwebebahn, die über eine Streckenlänge von 13 Kilometern als Hängebahn großenteils über dem Flusstal der Wupper gebaut wurde. Diese Bahn hatte bemerkenswerterweise in dieser langen Zeit nur einen einzigen ernsthaften Betriebsunfall.

Die H-Bahn in Dortmund bzw. der Sky-Train in Düsseldorf sind Hängebahnen ähnlich der Wuppertaler Schwebebahn. Im Unterschied zu dieser benötigt die H-Bahn allerdings keine Fahrer; sie fährt automatisch und wird von einer zentralen Leitstelle aus überwacht. Sie kann, je nach Auslastung, im Takt- oder im Rufbetrieb eingesetzt werden, wobei im letzteren der Fahrgast sich die Kabine per Knopfdruck "bestellt".

Eine Kabelbahn ist eine Straßenbahn, die von einem ortsfesten Antrieb an einem Kabel gezogen wird, beispielsweise in San Francisco.

Neue Konzepte versuchen abseits vom bekannten Betrieb neue Technologien im Nahverkehr zu verwenden.

Einschienenbahnen

Eine Einschienenbahn ist eine Bahn, die auf oder unter einer einzelnen Schiene fährt. Eine erste Entwicklung war 1957 die Alwegbahn in Köln-Fühlingen. Spätere Nachfolger wurden vor allem für Weltausstellungen, Messen oder Vergnügungsparks errichtet und großenteils wieder abgerissen. Einschienenbahnen sind technisch meist Insellösungen in dem Sinne, dass sie nicht mit anderen Bahnen und auch mit anderen Einschienenbahnen nicht kompatibel sind.

Der Begriff Schwebebahn wird einerseits für die schon erwähnte Wuppertaler Schwebebahn verwendet, andererseits wird damit auch im engeren Sinne ein echtes Schweben von Bahnfahrzeugen ohne gegenseitiger Berührung mechanischer Teile umschrieben.
Die neben der bewährten Wuppertaler Schwebebahn bislang am weitesten entwickelte Einschienenbahn ist der als Magnetschienenbahn ausgebildete Transrapid mit einer im öffentlichen Betrieb befindlichen Strecke vom chinesischen Flughafen Shanghai zu einer Station der Vorortbahn von Shanghai.

Eine Hängebahn fährt zumeist entlang einer Tragschiene auf Stützen, wobei die Wagen unterhalb des Fahrwerks hängend angebracht sind. Die Wuppertaler Schwebebahn entspricht diesem Bild, wobei der Name „Schwebebahn“ eher ungenau verwendet wird. Technisch nahestehend sind dem Modell der Hängebahn die in viel weiterem Umfang verwendeten Anlagen in Handwerks- und Industriebetrieben jeder Größenordnung mit denen Güter aller Art transportiert werden.

Bergbahnen

An steilen Streckenführungen können Bahnen mit Adhäsionsantrieb nicht verwendet werden. Eine Bahn wird dann als Seilbahn oder Zahnradbahn und dient damit in bergigem Gelände dem Transport von Fahrgästen und/oder Gütern. Standseilbahnen sind Fahrzeuge, die auf Schienen laufen und von einem Seil und einer ortsfesten Antriebsmaschine gezogen werden.

Vergnügungspark- und Modellbahnen

Rechtsgrundlagen des Bahnbetriebs

Deutschland:
In Deutschland gelten je nach Art einer Schienenbahn unterschiedliche Rechtsvorschriften für Bahnen. Die rechtliche Unterscheidung kann unter anderem von Eigentumsverhältnissen, von Merkmalen des Fahrbetriebs und von technischen Merkmalen abhängen. Je nach Zuordnung müssen die Bahngesellschaften mehr oder weniger stringente Maßnahmen befolgen.

Vom deutschen Recht werden zunächst Eisenbahnen definiert und gegenüber anderen Bahnen abgegrenzt im Allgemeinen Eisenbahngesetz (AEG). Öffentliche Eisenbahnen im Sinne des AEG werden weiter nach Bundeseigenen Unternehmen (mehr als 50% der Anteile) oder als nichtbundeseigene Eisenbahn (NE-Bahn) unterschieden. Bei Bundeseigenen Unternehmen übt das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) die Aufsicht aus. Für die nichtbundeseigenen Eisenbahnen liegt die Aufsicht bei den Bundesländern bei dem Landesbeauftragten für das Bahnwesen (LfB)
Der Betrieb regelspuriger öffentlicher Eisenbahnen unterliegt nach dem AEG den Bestimmungen der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO). S-Bahnen gelten als Vollbahnen und werden demgemäß ebenfalls nach EBO betrieben.
Schmalspurbahnen unterliegen der ESBO Eisenbahn Bau- und Betriebsordnung für Schmalspurbahnen.
Weitere Eisenbahn-Gesetze:
ESO Eisenbahn Signalordnung
EVO Eisenbahn-Verkehrsordnung
DBGrG Deutsche Bahn Gründungsgesetz

Nichtöffentliche Eisenbahnen unterliegen der Verordnung über den Bau und Betrieb von Anschlußbahnen BOA der Länder. Es gibt verschiedene Landeseisenbahngesetze LEG.

Straßenbahnen fahren in der Regel auf Sicht und werden nach BOStrab betrieben. Nach dem Personenbeförderungsgesetz PbefG werden U-Bahnen und Schwebebahnen den Straßenbahnen zugeordnet und unterliegen ebenfalls der BOStrab.

Für Magnetschwebebahnen gilt das Allgemeine Magnetschwebebahngesetz (AMbG)

Bestandteile von Bahnen und Bahnanlagen

Fahrzeuge

Der Fahrzeugpark von Eisenbahnen bzw. Vollbahnen untergliedert sich meist in Lokomotiven und
Eisenbahnwagen. Bei S-Bahnen, U-Bahnen und Straßenbahnen sind dagegen Triebwagen und Triebzüge vorherrschend.

Bei den Lokomotiven ist nach der primären Antriebsenergie nach Dampflokomotiven, Diesellokomotiven und Elektrolokomotiven zu unterscheiden.

Der Wagenpark einer Eisenbahn besteht meist aus Personenwagen oder Reisezugwagen und Güterwagen.
Bei den Personenwagen gibt es besondere Ausformungen als Doppelstockwagen, Schlafwagen, Salonwagen oder Speisewagen.

Fahrwegsausführung

zweispuriger Schienenbetrieb

Gleise sind die Fahrbahnen für Schienenfahrzeuge. Sie bestehen in der Regel aus hintereinanderliegenden Schwellen, auf die paarweise und parallel angeordnete stählerne Schienen befestigt sind.

Die Schwellen aus Holz, Stahl oder Beton halten die Schienen im vorgesehenen Abstand zueinander, der sogenannten Spurweite. Die vorherrschende Spurweite eines Landes wird als Regelspur bezeichnet, die davon nach unten oder oben abweichenden Maße als Schmalspur oder Breitspur. Aus mitteleuropäischer Sicht gilt jedoch die meistverbreitete Spurweite von 1435 mm als Regelspur. Breitspur-Bahnen gibt es in landesweiter Verbreitung zum Beispiel in Russland und Spanien.
Die Schwellen liegen in einem Bett, das meist aus Schotter oder Kies besteht. Es gibt auch Beton-Fahrbahnen, auf denen die Schienen ohne Schwellen mit Schrauben oder Klammerfedern befestigt werden.

Die Schienen, üblicherweise Vignolschienen, bestehen aus Stahlprofilen, die fortlaufend an den Enden miteinander verschraubt oder verschweißt sind. Auf den Schienen laufen die Räder der Eisenbahnfahrzeuge. Ein seitliches Abrutschen vom Gleis wird durch Spurkränze an den Rädern verhindert.

Bei Straßenbahnen werden Schienen verwendet, die den Einbau in das Straßenpflaster zulassen. Die beiden parallelen Schienestränge sind dann durch stählerne Stege verbunden, die die Einhaltung der Spurweite gewährleisten. Ein eigener Oberbau und Unterbau entfällt normalerweise bei der Straßenbahn.

Gleis und Bettung werden mit dem Begriff Oberbau zusammengefasst.
Dämme, An-, Einschnitte sowie Brücken gehören zum Unterbau von Gleisen, mit dem Unebenheiten des Geländes ausgeglichen werden.
Das Gleis mit der Gesamtheit seiner Bauteile nimmt die Kräfte auf, die durch das Gewicht und die Geschwindigkeit der Fahrzeuge entstehen. Vom Ober- wie vom Unterbau hängt die Höchstgeschwindigkeit einer Strecke ab.

Abzweigungen von Gleisen werden mit Eisenbahnweichen und Kreuzungen realisiert.

Betriebseinrichtungen

Zugleit- und -sicherungssysteme

Bahngesellschaften

Bahnstrecken

Geschichte der Eisenbahn

Weblinks




     
Das Web Lexikon "Ein Blick zurück" bietet die Moeglichkeit auf einfache Art und Weise in den "alten" Wikipedia-Beiträgen zu blättern. Das Lexikon spiegelt den Stand der freien Wikipedia-Enzyklopädie vom August 2004 wider. Sie finden hier in rund 120.000 Artikel aus dieser Zeit Informationen, Erklärungen, Definitionen, Empfehlungen, Beschreibungen, Auskünfte und Bilder. Ebenso kommen Begriffserklärung, Zusammenfassung, Theorie, Information, Beschreibung, Erklärung, Definition und Geschichte nicht zu kurz. Ein Lexikon das Auskunft, Bericht, Hinweis, Bedeutung, Bild, Aufklärung, Darstellung und Schilderung zu unterschiedlichsten Themen kompakt auf einer Seite bietet.
Impressum ^ nach oben ^