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Aymara (Sprache)



Das Aymara (auch Aimara) gehört zusammen mit dem Quechua und dem Guaraní zu den heute am meisten gesprochenen indigenen Sprachen Südamerikas.

Der Language code für Aymara nach ISO 639 lautet aym bzw. ay.

Verbreitung

Aymara wird heute von etwa 2.200.000 Menschen gesprochen, die zum Volke der Aymara gehören. Die Mehrzahl der Sprecher lebt auf dem Altiplano in den bolivianischen Departamentos La Paz und Oruro sowie im peruanischen Departamento Puno. Daneben gibt es weitere Sprecher in anderen Teilen Boliviens und Perus sowie im Norden Chiles. Im Laufe der letzten Jahrzehnte ist das Aymara allerdings vor allem in den städtischen Gebieten in zunehmendem Maße vom Spanischen verdrängt worden. Dort spricht heute ein großer Teil der Angehörigen des Volkes der Aymara Spanisch als Zweitsprache oder gar als Muttersprache. Lediglich in den ländlichen Gebieten des Altiplano gibt es noch eine größere Anzahl von einsprachigen Sprechern der Sprache. Neben dem Bilinguismus Aymara-Spanisch gibt es in manchen Gegenden auch einen Bilinguismus in Aymara und Quechua.

Das Aymara unterteilt sich in drei Hauptdialekte. Im Vergleich zu anderen südamerikanischen Sprachen wie dem Quechua sind die Dialektunterschiede innerhalb des Aymara relativ gering.

Schriftliche Verwendung

Die ältesten schriftlichen Dokumente auf Aymara sind Übersetzungen religiöser Texte aus der spanischen Kolonialzeit. Damals wurden von katholischen Missionaren auch die ersten Grammatiken des Aymara verfasst. Das von katholischen und in jüngerer Zeit auch von nordamerikanischen protestantischen Missionaren verwendete sogenannte Missionars-Aymara ist allerdings in der Grammatik wie im Wortschatz deutlich von Einflüssen des Spanischen geprägt und wird deshalb von Muttersprachlern häufig als unnatürlich empfunden.

Nach modernen linguistischen Kriterien verfasste Grammatiken des Aymara gibt es erst seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Die Schreibweise des Aymara im lateinischen Alphabet orientierte sich lange am Vorbild des Spanischen. Die vom Spanischen abweichenden Laute des Aymara wurden dabei uneinheitlich und oft nicht exakt wiedergegeben. Einen Entwurf für eine streng an der Phonologie des Aymara orientierte Orthographie legte erstmals im Jahre 1968 der Muttersprachler Juan de Dios Yapita vor. Eine nur geringfügig davon abweichende normative Orthographie wurde im Jahre 1984 durch die bolivianische und im Jahre 1985 durch die peruanische Regierung als einzige offizielle Rechtschreibung des Aymara anerkannt.

Aymara ist heute (ebenso wie Quechua) in Bolivien und Peru als Amtssprache anerkannt, was aber bisher nichts an der faktischen Vorherrschaft des Spanischen im öffentlichen Leben wie im Staatsapparat geändert hat.

Sprachverwandtschaft

Die einzigen erwiesenermaßen mit dem Aymara genetisch verwandten Sprachen sind das Kawki und das Jaqaru, die beide heute nur von einer geringen Zahl von Menschen im Hinterland von Lima in Zentralperu gesprochen werden.

Die Frage, ob eine sprachliche Verwandtschaft zwischen dem Aymara und dem Quechua besteht, ist umstritten. Wenn überhaupt sind beide Sprachen nur sehr entfernt verwandt. Die vor allem auf phonologischem Gebiet bestehenden Gemeinsamkeiten zwischen den südlichen Dialekten des Quechua und dem Aymara lassen sich jedoch ebenso wie die relativ zahlreichen Lehnwörter auch durch gegenseitige Beeinflussung der beiden Sprachen erklären.

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