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Atheismus



Table of contents
1 Begriff des Atheismus
2 Religiöser Atheismus
3 Berühmte Vertreter des Atheismus
4 Zitate
5 Literatur
6 Weblinks

Begriff des Atheismus

Der Begriff Atheismus (v. griech.: άθεος - átheos: gottlos) bezeichnet zusammenfassend jede Form philosophischer oder weltanschaulicher Annahmen, die die Existenz eines Gottes oder mehrerer Götter und allgemein von transzendentalen Wesen verneinen.

Die Bezeichnung „Atheismus“, für eine, die Existenz eines Gottes verneinende Weltanschauung, stammt aus dem 4. bis 3. Jahrhundert v. Chr.

Der Begriff wurde ursprünglich als abwertende Bezeichnung für Anschauungen verwendet, die im Konflikt mit den etablierten Religionen standen, vielfach auch für neu entwickelte religiöse Anschauungen, die meist durchaus eigene Götter kannten. Auch die Christen wurden zunächst als αθεoι atheoi bezeichnet.

Obwohl es Religionen gibt, die keine Götter kennen, versteht man heute unter Atheisten im allgemeinen Menschen, die die Annahme der Existenz von Göttern oder, generell, von übernatürlichen Wesen (Geister, Engeln, Dämonenen) oder Kräften für falsch erachten.

Um das Thema Atheismus diskutieren zu können, muss zunächst eine Begriffsdefinition vorgenommen werden. Das pantheistische Gotteskonzept bei dem die Alleinheit des Universums die Schöpferrolle einimmt, zählt möglicherweise in den Augen eines Theologen, der Gott als „Persönlichkeit“ mit Charakter und Reizbarkeit sehen will, als zu passiv und technisch und damit atheistisch.

Zu unterscheiden ist zwischen einer „starken“ und einer „schwachen“ Form des Atheismus:

Das heißt: Die starke Form des Atheismus oder Antitheismus basiert auf der Annahme, dass es Götter und sonstige übernatürliche Wesen nicht geben kann. Außerdem gibt es auch eine Form des praktischen Atheismus , der die theoretische Möglichkeit anerkennt, dass derartige Entitäten existieren, sich aber lebenspraktisch nicht daran orientiert (siehe auch Ignostizismus).

Der Atheist unterscheidet sich auch vom Agnostiker, der die Existenz des Übernatürlichen als unentscheidbar betrachtet, und sich somit auch Vorgänge außerhalb der (natur)wissenschaftlichen vorstellen kann, wobei allerdings der „schwache“ Atheismus nicht scharf von bestimmten Formen des Agnostizismus abgegrenzt werden kann und landläufig oft damit gleichgesetzt wird.

In der Vergangenheit wurden Atheisten oft nur durch ihre ablehnende Haltung gegenüber etablierten Religionen und deren Lehren charakterisiert, wie etwa die Ansicht, dass das Alte Testament und das Neue Testament der Bibel sowie der Koran reines Menschenwerk und nicht durch einen Gott inspiriert sei, oder die Auffassung, dass Jesus Christus nicht auferstanden sei oder sogar nie gelebt hat.

Heute stellt sich der Atheismus in einer Vielzahl von Ausrichtungen dar: Beispielsweise sind die Freidenkerbewegung, der Humanismus und der Existenzialismus eng mit dem Atheismus verbunden. Der Sozialismus ist oft atheistisch, der Kommunismus wie auch der Anarchismus praktisch immer. Weitere Ausrichtungen des Atheismus sind Materialismus, Nihilismus und wissenschaftlicher Naturalismus.

Gemäß Immanuel Kant und seinem philosophischen Werk „Kritik der reinen Vernunft“ gibt es keinen unwiderlegbaren Beweis für oder gegen die Existenz eines höchsten Wesens. In der im 20. Jahrhundert entwickelten analytischen Philosophie wurden Fragen nach der Existenz oder Nichtexistenz Gottes sowie metaphysische Fragen anfänglich als unsinnig, nichtbehandelbar oder gar als irrelevant angesehen. Die zeitgenössische Analytische Philosophie beschäftigt sich indessen wieder ausführlich mit metaphysischen und, speziell, religionsphilosophischen Themen. In der theoretischen Informatik gibt es Strömungen, die mit der Beantwortung des Halteproblems die Nichtexistenz eines Gottes als bewiesen erachten, während andere Gottesbeweise für überzeugend halten. Die Vertreter des positiven Atheismus glauben, im Gegensatz zu den Befürwortern des nur negativen Atheismus, nicht nur nicht, dass Gott existiert, sondern überdies, dass Gott nicht existiert, welche rationale Überzeugung sich auf eine Reihe atheologischer Argumente stützt, die jeweils in die Schlussfolgerung der Nichtexistenz Gottes münden. Wenn sich beispielsweise zeigen lässt, dass die dem Gott der drei monotheistischen Weltreligionen zugeschriebenen Eigenschaften semantisch widersinnig oder logisch widersprüchlich sind, dann kann es jenen Gott nicht geben, da logisch Unmögliches nicht wirklich sein kann. Der entscheidende Punkt ist nämlich, dass man zwar in modallogisch gültiger Weise von bloßer logischer Unmöglichkeit auf Unwirklichkeit schließen kann (z.B.: Wenn es unmöglich ist, dass es regnet, dann regnet es auch nicht.), aber nicht von bloßer logischer Möglichkeit auf Wirklichkeit (z.B.: Wenn es möglich ist, dass es regnet, dann heißt dies nicht unbedingt, dass es regnet.). Die oft zu lesende Behauptung, man könne die Nichtexistenz Gottes prinzipiell nicht beweisen, ist jedenfalls falsch. Sollte es den Theisten allerdings gelingen, eine absolut konsistente und kongruente Charakterisierung des göttlichen Wesens darzulegen, dann können zumindest die rein apriorischen Argumente der Atheologen zu keinem Erfolg führen. Es kann aber noch versucht werden, die Existenz eines Gottes zu widerlegen, indem zwischen empirischen Aussagen über die Welt und denen dem jeweilgen Gott zugeschriebenen Eigenschaften Widersprüche aufgezeigt werden. Eine solche Argumentation ist z.B. das Theodizee - Problem, bei dem versucht wird aus der empirischen Feststellung, dass es Übel in der Welt gibt, einen Gott, der allmächtig, allwissend und allgütig ist, zu widerlegen.

Formen des Atheismus, die die Heiligen Schriften zwar als Menschenwerk sehen, aber für ihre inhaltlichen Weisheiten nicht generell abgeneigt sind, existieren. Diese Atheisten greifen durchaus auch auf die von den Schreibern der Bibel niedergelegten Informationen zurück, wobei sie allerdings auch zwischen den Zeilen lesen, oder den Text wörtlicher nehmen, als theologisch Religiöse die symbolischen Interpretationen vorziehen. So zum Beispiel benutzen Atheisten die bekannte Einleitung des Johannes-Briefs als unverschlüsselte Aussage: Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. (Johannes 1:1). Für bibelkundige Atheisten bedeutet das, dass die Menschen zu Sprechen lernten und sich dadurch erhoben und das Wort mächtig wurde. Tatsächlich waren es fast immer die Stammesführer, denen der literarische Nachlass zugeschrieben wird. Natürlich legen die Mächtigen ihrer Wortschöpfung genau die gewünschten Eigenschaften bei, um das Volk nach ihrer Vorstellung zu führen.

Religiöser Atheismus

Ein atheistischer Standpunkt an sich ist noch keine eigene Religion oder Glaubensrichtung, sondern nur die Festlegung in einer einzelnen, wenn auch weitreichenden, Frage. Weitere Elemente wie Normengebung und Sinnstiftung, wie sie für Religionen oder auch Ideologien charakteristisch sind, fehlen hier noch. Es gibt aber Religionen und Ideologien die auf einem atheistischen Standpunkt aufbauen.

Eine besondere Spielform des religiösen Atheismus findet sich in der buddhistischen Philosophie. Während der Volksglaube an der Verehrung einzelner Gottheiten festhält, betont die Philosophische Theologie die Nichterkennbarkeit Gottes. Diese Form des Atheismus ist am ehesten mit dem christlich-jüdischen Gottesverständnis vereinbar, nach welchem es undenkbar ist, sich von Gott irgendein Bild zu machen.

In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich eine Theorie des atheistischen Christentums entwickelt, die sich explizit auf das Schweigen Gottes auf die Vernichtung von Millionen Juden durch deutsche Nationalsozialisten bezieht. Die deutsche Theologin Dorothee Sölle ist die bekannteste Vertreterin dieser Richtung. Sie fand in Auseinandersetzung mit der Civil Religion christlicher Gesellschaften zu einer neuen Form christlicher Spiritualität. Kritiker dieser Theologie wenden ein, dass ein angenommener Gott aufgrund der vom Christentum angenommenen Bejahung der Willensfreiheit des Menschen durch Gott aus Gründen der Logik nicht gegen den Willen des Menschen eingreift. Ein von Gott mit freiem Willen ausgestatteter Mensch habe demnach die Freiheit, gegen den Willen Gottes zu handeln, was die Existenz des Bösen erkläre. Bei dieser Kritik wird allerdings die nicht erwiesene Existenz eines freien Willens vorausgesetzt. Zudem kann man einwenden dass es vielmehr eine Frage nach dem "Charakter" des einzelnen handelnden Menschen ist, als die nach seinem freien Willen.

Berühmte Vertreter des Atheismus

Zitate

Literatur

Nachschlagewerke

Literatur zum Atheismus

Atheismus-kritische Literatur

Literatur zum religiösen Atheismus

Weblinks




     
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