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Apicius



Marcus Gavius Apicius war der bekannteste römische Feinschmecker und Kochbuchautor aus dem 1. Jahrhundert n. Chr.

Leben

Er verfasste das älteste überlieferte Kochbuch mit dem Titel De Re Coquinaria, dass in einer Fassung aus dem 3. oder 4. Jahrhundert n. Chr. erhalten geblieben ist. Er war ein Zeitgenosse des Tiberius. Plinius der Ältere sagt über ihn, er sei der grösste Prasser und zu aller Art von Luxus geboren (Nat. Hist. 9,66 und 10,133). Davon zeugt, dass Apicius Flamingozungen als besondere Delikatesse pries (Nat. Hist. 10, 133). Von Apicius stammt nach Plinius (Nat. Hist. 8, 209) auch die Idee, Schweine mit Feigen zu mästen, um eine besonders wohlschmeckende Leber zu erhalten. Dieses ficatum ist als fegato (ital.), higado (span.), foie (franz.) etc. als Bezeichnung für Leber in den romanischen Sprachen erhalten geblieben. Seneca berichtet in De consolatione (X, 9), dass Apicius sein Leben mit Gift beendete, nachdem er bereits 100 Mio. Sesterzen für die Küche verschwendet und ausgerechnet hatte, dass ihm „nur“ 10 Mio. Sesterzen zum Leben geblieben waren.

Das Kochbuch des Apicius

Das ihm zugeschriebene Kochbuch stammt möglicherweise jedoch nicht von ihm, sondern ist wahrscheinlich eine ihm zu Ehren zusammengestellte Rezeptsammlung. Die Rezepte entsprechen dabei nicht der Form, die wir heute als die für Kochrezepte typische empfinden (diese Form hat erst Fannie Merrit Farmer mit ihrem 1896 veröffentlichten Buch Boston Cooking-School etabliert), sondern sie sind kurze, kaum erläuterte Kochanregungen, da sie voraussetzten, dass der Leser mit allen Grundtechniken und Kochideen seiner Zeit vertraut war. Beispielhaft sei hier das Rezept für Schweineleber zitiert: „Die Leber eines mit Feigen gefütterten Schweines wird in einer Weinsauce mit Pfeffer, Thymian, Lorbeer, Brühe, ein wenig Wein und Öl zubereitet.

Die Rezeptsammlung umfasst im Übrigen so ausgefallene Gerichte wie Sauzitzen und gefüllte Haselmäuse und Anleitungen für aufwendige Tischdekorationen.

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