WEB LEXIKON: Ein Blick zurück
Hauptseite | Aktueller Wikipedia-Artikel

Antarktisches Vertragssystem



Der Antarktisvertrag begründet das Antarktische Vertragssystem (Antarctic Treaty System), das unabhängig von den Vereinten Nationen ist und in dem die beteiligten Staaten ihre Territorialansprüche an der Antarktis hintenanstellen.

Table of contents
1 Verträge
2 Völkerrecht
3 Verwaltung
4 Liste der nationalen Antarktisprogramme
5 Weiterführende Links

Verträge

Das Antarktische Vertragssystem (Antarctic Treaty System) ist ein Netzwerk von internationalen Vereinbarungen über die Angelegenheiten der Antarktis mit verschiedenen nachfolgenden Abkommen, die auf Basis des Grundvertrages abgeschlossen wurden.

Der Vertrag wurde am 1. Dezember 1959 in Washington, D.C unterzeichnet und trat am 23. Juni 1961 in Kraft. Ziel des Abkommens ist es, die Antarktis für friedliche Zwecke zu nutzen, die internationale Kooperation zu fördern und die wissenschaftliche Erforschung zu unterstützen. Es soll keine Plattform für internationale Streitigkeiten bilden.

Folgeverträge des Abkommens von 1959:

Völkerrecht

Im Antarktisvertrag einigen sich diejenigen Staaten, die Ansprüche oder Anspruchsvorbehalte in der Antarktis haben, ihre Territorialansprüche ruhen zu lassen und auf die wirtschaftliche Ausbeutung oder militärische Nutzung zu verzichten, um die Antarktis stattdessen gemeinsam wissenschaftlich zu erforschen. Die Initiative für diesen Vertrag ging vom Internationalen Geophysikalischen Jahr 1957/58 aus.

Der Vertrag lädt alle Staaten der Welt ein, sich an der wissenschaftlichen Erforschung der Antarktis zu beteiligen. Konsultativmitglied mit Stimmrecht kann werden, wer dem Vertrag beigetreten ist und dauerhaft erhebliche Forschungen in der Antarktis betreibt.

1961 in Kraft getreten, endete er eigentlich 1991, wurde jedoch bis zum Jahr 2041 verlängert. Das Antarktische Vertragssystem umfasst mittlerweile drei weitere Zusatzprotokolle und -verträge. Es ist eins der größten internationalen Umweltschutzprojekte, das tatsächlich erfolgreich ist.

Im Völkerrecht der Antarktis überschneiden sich das im Antarktischen Vertragssystem begründete Recht mit dem internationalen Seerecht, den Konventionen zur Nutzung des Meeresbodens und des Weltraums, sowie den Konventionen zum Umweltschutz.

Verwaltung

Die "Verwaltung" der Antarktis, die es auf Grund der völkerrechtlichen Situation eigentlich gar nicht gibt, wird im wesentlichen durch drei Organisationen besorgt. SCAR vereinigt weltweit alle wissenschaftlichen Institutionen mit einem Interesse an der Antarktis und koordiniert die wissenschaftliche Forschung. SCAR hat somit die Nachfolge des Internationalen Geophysikalischen Jahres übernommen.

COMNAP ist der Rat der Leiter der nationalen Antarktisprogramme und koordiniert die Tätigkeit der Behörden, die für die nationalen Antarktisprogramme zuständig sind.

Das Sekretariat des Antarktisvertrages ATS (Antarctic Treaty Secretariat) hält die Vertragsdokumente und überwacht die gegenseitigen Meldepflichten der beteiligten Staaten.

Liste der nationalen Antarktisprogramme

COMNAP listet derzeit (2004) 82 Forschungsstationen in der Antarktis. Die meisten weiterführenden Informationen sind jedoch über die nationalen Antarktisprogramme erhältlich. Die folgende Liste enthält alle Staaten des Antarktisvertrages mit ihrem Status (S urspünglicher Signatarstaat 1959, K Konsultativmitglied mit Jahr des Stimmrechtserwerbs, A assoziertes Mitglied mit Jahr der Unterzeichnung), ihrem ISO-Code, sowie dem Namen der nationalen Behörde, die für das nationale Antarktisprogramm zuständig ist, sowie deren Internetseite (Stand Juli 2004).

Argentinien AR S 1959 Dirección Nacional del Antarctico
Instituto Antarctico Argentino
www.dna.gov.ar
Australien AU S 1959 Australian Antarctic Division, Kingston (Tasmania) www-new.aad.gov.au
Belgien BE S 1959 Belgian Federal PPS Science Policy, Brussels www.belspo.be/antar
Brasilien BR K 1983 Commisao Interministerial para os Recursos do Mar
Programa Antártico Brasileno
www.secirm.mar.mil.br/proantar.htm
Bulgarien BG K 1998 Antarctic Institute, Sofia www.uni-sofia.bg/resources/antarc/introduction.htm
Chile CL S 1959 Instituto Antarctico Chileno, Puntas Arenas www.inach.cl
China CN K 1985 The Chinese Arctic and Antarctic Administration, Beijing
Polar Research Institute, Shanghai,
State oceanografic administration, Beijing
www.soa.gov.cn
Dänemark DK A 1965
Deutschland DE K 1981 Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, Bremerhaven awi-bremerhaven.de
Ekuador EC K 1990 Ecuadorian Antarctic Program, Instituto Oceanográfico, Guayaquil www.inocr.mil.ec/instit/proantec/index.php
Estland EE A 2001
Finnland FI K 1989 Finnish Institute of of Marine Research, Helsinki www.fimr.fi/en/etelamanner.html
Frankreich FR S 1959 Institut Paul Emile Victor (IPEV), Plouzane www.ifremer.fr/ifrtp
Griechenland GR A 1987
Guatemala GT A 1991
Indien IN K 1983 National Centre for Antarctic and Ocean Research, Goa ncaor.nic.in/welcome.htm
Italien IT K 1987 ENEA, Rom www.pnra.it
Japan JP S 1959 National Institute of Polar Research, Tokyo
Ocean and Earth Division, Research and Development Burea, Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology, Tokyo
www.nipr.ac.jp
Kanada CA A 1988 Polar Continental Shelf Project
Canadian Polar Institute
www.polar.com
Kolumbien CO A 1989
Nord-Korea KP A 1987
Süd-Korea KR K 1989 Korea Polar Research Institute (KOPRI) www.polar.re.kr
Kuba CU A 1984
Neuseeland NZ S 1959 Antarctica New Zealand, Christchurch www.antarcticanz.govt.nz
Niederlande NL K 1990 The Netherlands Council for Earth and Life Sciences, Den Haag www.nwo.nl/english/alw/programmes/antarctica
Norwegen NO S 1959 www.npolar.no
Österreich AT A 1987
Papua-Neuguinea PG A 1981
Peru PE K 1989 Instituto Antartico Peruano www.inanpe.gob.pe
Polen PL K 1977 Department of Antarctic Biology, Polish Academy of Sciences sunsite.icm.edu.pl/science/dab
Rumänien RO A 1971
Russland RU S 1959 Arctic, Antarctic and Marine Dptmt. Russian Federal Service
for Hydrometeorology and Environmental Monitoring, Moscow
Russian Antarctic Expedition,
The Arctic and Antarctic Research Institute, St Petersburg
www.aari.nw.ru/projects/Antarctic/default_en.asp
Schweden SE K 1988 The Swedish Polar Research Secretariat, Stockholm
The Swedish Polar Research Secretariat Logistic Centre, Jarvalla
www.polar.se
Schweiz CH A 1990
Slowakei SK A 1993
Spanien ES K 1988 Comité Polar Espanol, Ministerio de Ciencia y Tecnología, Madrid www.mcyt.es/cpe
Südafrika ZA S 1959 Department of Environmental Affairs and Tourism, Directorate Antarctic and Islands home.intekom.com/sanae/
Tschechische Republik CZ A 1993
Türkei TR A 1995
Ungarn HU A 1984
Ukraine UA A 1992 Ukrainian Antarctic Centre of Ministry of Education and Science of Ukraine, Kiev www.uac.gov.ua
Uruguay UY K 1985 Instituto Antartico Uruguayo, Montevideo www.iau.gub.uy
USA US S 1959 National Science Foundation Office of Polar Programs, Arlington VA www.nsf.gov/od/opp/antarct
Venezuela VE A 1999
Vereinigtes Königreich UK S 1959 British Arctic Survey, Cambridge www.antarctica.ac.uk

Weiterführende Links

Portal Antarktis

Organisationen:




     
Das Web Lexikon "Ein Blick zurück" bietet die Moeglichkeit auf einfache Art und Weise in den "alten" Wikipedia-Beiträgen zu blättern. Das Lexikon spiegelt den Stand der freien Wikipedia-Enzyklopädie vom August 2004 wider. Sie finden hier in rund 120.000 Artikel aus dieser Zeit Informationen, Erklärungen, Definitionen, Empfehlungen, Beschreibungen, Auskünfte und Bilder. Ebenso kommen Begriffserklärung, Zusammenfassung, Theorie, Information, Beschreibung, Erklärung, Definition und Geschichte nicht zu kurz. Ein Lexikon das Auskunft, Bericht, Hinweis, Bedeutung, Bild, Aufklärung, Darstellung und Schilderung zu unterschiedlichsten Themen kompakt auf einer Seite bietet.
Impressum ^ nach oben ^