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Animismus



Als Animismus (von lat Anima = Seele, Atem) bezeichnet man im allgemeinen ein schriftloses Religionssystem (auch Naturreligion), das davon ausgeht, personifizierte, übernatürliche Wesen (Geister oder Seelen) bewohnten natürliche Körper oder gewöhnliche Gegenstände und bestimmten deren Existenz.

Table of contents
1 Kategorien und Ausprägungen
2 Animismus und die Weltreligionen
3 Animismus in der Religionstheorie
4 Literatur

Kategorien und Ausprägungen

Magie und Göttlichkeit wird insbesondere für folgende Bereiche gesehen:

Die Attribute der einzelnen Götter reichen von launisch über gewaltbereit bis hin zu demütig, duldsam, schöpfend und bewahrend.

Die obige Aufstellung macht auch diverse regionale Tendenzen zur Personifizierung der Naturgewalten deutlich, welche dahingehend motiviert ist die dahinterstehenden Kräfte als kommunikationsfähige Intelligenz zu sehen und mit ihr in Kontakt zu treten um deren Verhalten zu beeinflussen.

Viele Gottheiten werden in Verbindung mit Naturgewalten gebracht, wobei jedoch scharf zwischen eigenständigen, beseelten Naturgewalten und von Gottheiten nur mittelbar benutzten Naturgewalten unterschieden werden sollte. Beispiele für mittelbare Nutzung von Gewalten:

Weiterhin gibt es noch diverse göttliche Zwischen-Wesen (zum Beispiel im christlichen), die ebenso gewissen Naturkräften zugeordnet sind:

Dabei können diese mit zahlreichen Mächten ausgestatteten Übergötter durchaus als Herren und Befehlshaber der eigentlichen Naturgötter gesehen werden. Tritt die Tendenz zum Monotheismus auf, so werden die Naturgewalten meist von Göttlichkeit freigestellt und nur noch als Herrschafts-, Macht- und somit Wirkungs-Bereich der einen Gottheit gesehen. Im Christentum der Neuzeit treten dafür Heilige als Gottesvertreter auf, die meist als Mittler für bestimmte Themenbereiche (von Medizin über Haus-Götter bis hin zu Naturgewalten) von Bitt-Anliegen gegenüber dem Gottes-Vater auftreten. Man kann die Heiligen somit als ähnlich geartetes, aber nicht wesensgleiches Konstrukt zur Themengebundenen Personifizierung von den zuvor über individueller, direkter Gottheiten verehrten Naturkräften sehen.

Animismus und die Weltreligionen

Zwischen animistischen Religionen und den "großen" Weltreligionen bestehen einige Parallelen:

Oft verbinden sich animistische mit anderen religiösen Glaubenssystemen zu synkretistischen Religionen. Beispiel dafür ist Candomblé, die vorherrschende Religion in einigen Gebieten Brasiliens, oder der Santeria-Kult auf Kuba. Hier verschmelzen katholische Heilige mit alten afrikanischen Göttern. Siehe auch: Voodoo

Animismus in der Religionstheorie

Animismus ist auch der Name einer Theorie der Religion des Anthropologen Sir Edward Burnett Tylor in seinem Buch 1871, "Primitive Culture". Die meisten Religionswissenschaftler schätzen heute den Begriff "Animismus" als sinnvoll ein zur Beschreibung spezifischen Glaubenssystems, weisen aber Tylors Animismustheorien zurück.

Nach Tylor ist Animismus die früheste von Menschen entwickelte Form der Religion. Die Menschen hätten ihre frühesten Gesellschaftssysteme auf den Animismus gebaut, um zu erklären, warum die Dinge geschehen. Als Tylor dieses veröffentlichte, galt diese Theorie politisch radikal, weil sie beanspruchte, dass nicht-westliche Völker (nämlich nicht christliche Heiden) tatsächlich Religion haben. Jedoch seit dem Erscheinen der Primitive Culture, sind die Theorien Tylors von drei Seiten kritisiert worden.

Neuheiden beschreiben häufig ihr Glaubenssystem als animistisch. Ein Beispiel davon ist der Gedanke, eine Göttin oder ein Gott bestünden aus allem, was existiert.

siehe auch: Magie, Totemismus, Fetischismus, Paganismus

Literatur

Sigmund Freud, Totem und Tabu, Gesammelte Werke Bd. IX, Frankfurt am Main 1999




     
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