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Akkad



Akkad ist eine historisch belegte, von Archäologen allerdings noch nicht genau geortete bzw. entdeckte Stadt (Region) im Norden Mesopotamiens, zwischen Assyrien im Nordwesten und Sumer im Süden. Nach der Hauptstadt Akkad wurde eine ganze Dynastie benannt, die zwischen der Uruk- und der Ur (Stadt)-Dynastie existierte. Alternative Schreibweisen sind Akkade und Agade.

Schriftliche Hinweise auf die Stadt stammen von Tontafeln mit Keilschrift, die in Mesopotamien gefunden wurden sowie von Rollsiegelen, Siegesstelen, architektonischen Funden in Tell Brak, Assur und Tell Asmar und Kunstwerken die von Sumerern nach Susa verschleppt wurden. Akkad wurde ca. 2235 v. Chr von Sargon von Akkad (akkadisch Scharrukin bzw. Sarruken) gegründet. Sargon war zuerst Stadthalter in Kish und kam unter ungeklärten Umständen an die Macht. Vorerst regierte er von Kish aus bis er in seine neu errichteten Kapitale Akkad übersiedelte, die bis heute noch nicht entdeckt ist. Während seiner Regierungszeit eroberte Sargon das komplette Zweistromland: im Süden bis zum persischen Golf, den Städten Uruk, Ur, Umma, Lagas und Eninmar. Im Westen weite Teile Syriens, den Städten Mari (Stadt), Jarmuti und Ebla. Im Südosten Elam und Barachsum und im Osten bis zum Zagrosgebirge. Sargon beanspruchte für seine Kapitale Akkad das Monopol auf den Seehandel am persischen Golf und der Küste des indischen Ozeans. Sargon begründete damit den ersten Terretorialstaat, im von Stadtstaaten geprägten Mesopotamien. In Akkad und seiner Umgebung wurde während der Anfangszeit noch Sumerisch gesprochen, was dann mit der Zeit vom Akkadischen verdrängt wurde. Die Akkader vereinten Sumer unter einer Dynastie (2235 v. Chr bis 2094 v. Chr) (nach der absoluten Datierung von 2200 v.Chr. - 2100 v.Chr.). Gefördert durch die Uneinigkeit zwischen Akkad und dem restlichen Sumer, endete diese Dynastie mit der Eroberung durch die Gutäer. Die steten Revolten im Akkadischen Reich wurden in der überlieferten Dichtung "Fluch über Akkade" aufgezeichnet.

Die bisher wichtigsten Fundorte der Akkad-Zeit sind die "Provinzresidenz" in Tell Brak, der "alte Palast" in Assur, eine komplexere Siedlungsstruktur in Tell Asmar, die Städte Susa und Ninive. Die gefundenen Keramiken und Schrifttafeln geben Aufschluss über die Herrscher Akkads und ihre konkreten Regierungszeiten. In Ninive wurde die Bronzeplastik des Kopfes eines unbekannten Akkadischen Herrschers gefunden, die Aufschluss auf die künstlerischen Fertigkeitrn jener Zeit gibt. In Susa wurde unter anderem die Siegesstele des Naram-Sin gefunden, die wie der Bronzekopf und verschiedene RollSiegel von der Kunstfertigkeit der Akkad-Zeit zeugen. Kunst und Handwerk der Akkad-Zeit unterscheiden sich stark von den vorhergehenden und den nachfolgenden Dynastien. Rollsiegel enthielten detailliertere, individuellere und anatomisch korrektere Darstellungen, das verbreitete Kleidungsstück, der Zottenrock, wurde mehr und mehr zur Bekleidung der Götter, die menschlichen Figuren trugen einfache glatte Gewänder. Desweiteren begründete Naram-Sin die kultisch-religiöse Verehrung der Akkadischen Herrscher. Er ließ sich als "Gott von Akkad" bezeichnen, später wurden seine Statuen und die von Sargon angebetet. Ein weiterer Hinweis auf die Vergöttlichung sind Darstellungen der Herrscher mit einer Hörnerkrone, die bis dahin nur der Darstellung von Göttern vorbehalten war.

Chronologie: Sargon I. (2304-2284 der Begründer der Akkad-Dynastie) Rimush (2284-2275) Manishtushu (2275-2260) Naram-Sin (2260-2223 Blütezeit der Dynastie) Sharkalisharri (2223-2185 beginnender Verfall der Akkad-Dynastie) parallel zur Ur-Dynastie: Igigi, Nanum, Elulu (zwischen 2198-2195) Dudu (2195-2174) Shu-Durul (2174-2159 nur noch über den nördl. Landesteil)

Archäologische Forschungsproblematiken bestehen darin, dass es so gut wie keine Grabungsfunde aus der Akkad-Zeit gibt, die Aufschlüsse über Architektur, Lebensweise oder Bildwerke geben. Auch für die Archäologie so wichtigen Keramiken gibt es kaum. Der Großteil der Forschung muss sich daher auf Texte beschränken. Ein weiteres Problem ist die Tatsache, dass die meisten bisher entdeckten Fundstücke im 2. Jahrtausend v.Chr. von den Sumerern als Beutestücke nach Susa verschleppt wurden und daher nicht mehr in ihrem ursprünglichen Kontext stehen.




     
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